Susanne Kunschert ist Diplom-Kauffrau und seit 2002 geschäftsführende Gesellschafterin der Pilz GmbH und Co. KG. Im Anschluss an ihr Studium der Betriebswirtschaft arbeitete sie bei der Firma Dürr in den USA und in England. Später war sie als Wirtschaftsprüfungsassistentin bei Ernst & Young tätig. In der Geschäftsleitung von Pilz ist Susanne Kunschert verantwortlich für die Bereiche Finanzen, Controlling, Personal, Organisation, Marketing und sie hält die Verbindung zu Forschungseinrichtungen sowie zur Forschungspolitik.

Bild: Pilz

Security Krisen gemeinsam meistern!

25.09.2020

Pilz wurde am 14. Oktober 2019 durch einen Hackerangriff lahmgelegt. Ziel des Angriffes war mit Hilfe des Bitpaymer-Virus Pilz zu erpressen. Diesen Forderungen sind wir nicht gefolgt. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass wir unser Erlebtes mit Ihnen teilen und auf die Bedrohung durch Cyberkriminalität hinweisen.

Die immer wieder stattfindenden Angriffswellen auf Privatpersonen, Krankenhäuser, soziale Einrichtungen und Unternehmen machen deutlich, dass Cyberkriminalität immer mehr zur ernsten Bedrohung für den Frieden in unserem Land wird.

Aus dem Angriff lernen

Fest steht: Aus der Cyberattacke konnten wir wertvolles Wissen sammeln und sehen diese Erfahrung als Chance. Es galt, Prozesse zu hinterfragen und mit neuen Erkenntnissen des Miteinander-Arbeitens aus diesem Angriff hervorzugehen. Auch und gerade, weil es einige Zeit dauerte, bis für alle Mitarbeiter fundamentale IT-Kommunikationswege zur Verfügung standen.

Doch gerade dieser Umstand ließ uns noch agiler zusammen, besser noch: miteinander arbeiten. Dieser Zusammenhalt und das Miteinander bei Pilz sowie der Wille, Probleme gemeinsam zu lösen, haben uns getragen und tun dies weiter. Und auch die Verbundenheit unserer Kunden und Partner, die uns im persönlichen Kontakt viel Verständnis entgegengebracht haben, war uns Motivation. Wir sind hierfür sehr dankbar.

Unser Krisenstab, den wir gleich am ersten Tag der Cyberattacke gebildet haben und unsere Erfahrungen aus der Attacke haben uns in der Corona-Krise, die sich praktisch nahtlos an „unseren“ Hackerangriff anschloss, sehr geholfen. Im Zuge des Aufbaus unserer neuen IT-Infrastruktur haben wir von unserer bisherigen On-Premise-Kommunikationsinfrastruktur zu einer Cloud-basierten Lösung gewechselt. Dieser Wechsel hat uns in kürzester Zeit einen Digitalisierungs-Schub beschert, der uns auch während Corona zum großen Gewinn wurde.

Nicht nur die Mitarbeiter, die zu der Zeit im Home Office arbeiteten, nutzten die sichere Anbindung an das Pilz-Netzwerk. Unter anderem kam dies auch dem Dienstleistungsangebot im Bereich Kunden-Schulungen zu Gute. Weltweit ist es möglich, dass unsere Academy, in den Zeiten, in denen Präsenzschulungen nicht möglich sind, unsere gefragtesten Schulungen als Online-Trainings anbietet. Die Schulungsreihe „Automation on Tour” wird derzeit virtuell durchgeführt und hat erfreulich hohe Teilnehmerzahlen.

„Lieferfähigkeit konnten wir aufrechterhalten“

In unserer eigenen Produktion profitieren wir schon immer von standardisierten Prozessen. In allen Werken in Asien und Europa produzieren wir mit den gleichen Maschinen und Prozessabläufen: Deshalb war es uns möglich, als es mit der Ausbreitung des Virus in China begann, die Produktion innerhalb weniger Tage von dort nach Europa zu verlagern.

Wie in vielen anderen Unternehmen, stand auch unsere chinesische Produktionsstätte in Jintan infolge des Corona-Virus komplett still und konnte erst Mitte Februar 2020 wieder den Betrieb aufnehmen. Danach kam der Lock-down in Europa: So waren wir in der Lage, innerhalb weniger Tage Teile des Produktionsvolumens von Europa nach China zu verlagern.

Durch all diese Maßnahmen haben wir unsere Lieferfähigkeit aufrechterhalten. Und wir haben bewiesen, dass uns dies auch in kommenden Zeiten und kommenden Krisen gelingen wird. „Wir wollen nicht nur miteinander, sondern füreinander arbeiten“, so hat es meine Mutter Renate Pilz auf den Punkt gebracht. Schwierige Zeiten wird es immer geben. Die gehören zum Leben dazu. Wichtig ist allein, dass solche Zeiten als Chance genutzt werden, um stärker aus ihnen hervorzugehen.

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