Interdisziplinärer Ansatz zur Prävention resistenter Erreger

KI soll resistente Keime früher stoppen

Das Projekt Guardian nutzt KI zum Kampf gegen resistente Bakterien.

Bild: Justus-Liebig-Universität Gießen, ChatGPT
15.01.2026

Im Rahmen des Forschungsprojekts GuardianForschungsprojekt Guardian nutzt KI und One-Health-Daten, um antibiotikaresistente Bakterien frühzeitig zu erkennen und Ausbrüche zu verhindern., das von der Justus-Liebig-Universität Gießen koordiniert wird, wird Künstliche Intelligenz genutzt, um antibiotikaresistente Enterobakterien frühzeitig zu erkennen und ihre Ausbreitung vorherzusagen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert und soll mithilfe vernetzter Daten aus Medizin, Umwelt und Landwirtschaft neue Präventionsstrategien ermöglichen.

Antibiotikaresistente Bakterien, insbesondere aus der Gruppe der Enterobakterien, bedrohen weltweit die öffentliche Gesundheit. Diese Bakterien können ihre Widerstandsfähigkeit gegen Medikamente durch den Austausch von Erbmaterial weitergeben. Das Projekt Guardian, das vom Institut für Medizinische Informatik der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) koordiniert wird, zielt darauf ab, Ausbrüche dieser resistenten Bakterien frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert Guardian mit insgesamt 3,5 Millionen Euro.

Knapp zwei Millionen Euro fließen bis 2028 in das Gießener Teilprojekt „Datenerhebung, -integration und Resistenzprognose im One-Health-Kontext“ unter der Leitung von Prof. Dr. Keywan Sohrabi. Dabei werden Daten aus der Humanmedizin, der Tiermedizin, dem Lebensmittelbereich sowie aus Umweltuntersuchungen zusammengeführt und systematisch ausgewertet. Mit Künstlicher Intelligenz sollen Vorhersagen darüber getroffen werden, wie und wo sich diese Erreger voraussichtlich ausbreiten. Im Fokus stehen besonders problematische Bakterienarten wie Citrobacter, Escherichia coli, Klebsiella und Enterobacter, die bereits in Kliniken, Abwässern oder auf landwirtschaftlichen Flächen nachgewiesen wurden und häufig eine Unempfindlichkeit gegenüber wichtigen Reserveantibiotika aufweisen. Dabei spielen sogenannte Plasmide eine zentrale Rolle. Hierbei handelt es sich um kleine ringförmige DNA-Strukturen, die Resistenzgene zwischen verschiedenen Bakterienarten übertragen können.

Interdisziplinäre Forschung im One-Health-Verbund

Das interdisziplinäre Projekt Guardian (Genom-basierte Identifizierung, Analyse und Prädiktion antimikrobieller Resistenzen in One-Health-Netzwerken unter Verwendung von Künstlicher Intelligenz) vereint Fachkompetenz aus Humanmedizin, Veterinärmedizin, Medizinischer Informatik, Mikrobiologie, Bioinformatik, Epidemiologie, Umweltwissenschaften und öffentlichem Gesundheitswesen. Beteiligt sind unter anderem die Institute für Medizinische Mikrobiologie der JLU und der Philipps-Universität Marburg sowie das JLU-Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten der Tiere. Zu dem Konsortium tragen weitere Institute der JLU bei, ebenso wie der Landesbetrieb Hessisches Landeslabor, das Hessische Landesamt für Gesundheit und Pflege, die Universitätsmedizin Greifswald und die Technische Hochschule Mittelhessen.

Die enge Vernetzung unterschiedlicher Disziplinen ermöglicht einen ganzheitlichen One-Health-Ansatz zur Erforschung, Vorhersage und Prävention der Ausbreitung antibiotikaresistenter Erreger. Auf der Grundlage der Forschungsergebnisse sollen wirksamere Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle antibiotikaresistenter Keime im Gesundheitswesen und darüber hinaus entwickelt werden. Guardian stärkt damit die Forschungskompetenz in Mittelhessen und leistet einen bedeutenden Beitrag zur Bewältigung einer globalen Gesundheitsherausforderung.

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