Fabian Bremauer ist Head of Operations bei GermanRobotics und gelernter Betriebswirt. Als Mitarbeiter von TQ-Systems in Seefeld war er an der Entwicklungs- und Konzeptphase des Panda von Franka Emika beteiligt. Die Begeisterung für das Produkt hat ihn bewogen, sich einem Distributor und Lösungsanbieter anzuschließen.

Bild: GermanRobotics
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Kommentar Kein Morgen ohne Mut!

22.10.2019

Neues wagen, mutig vorangehen, die Möglichkeiten der Digitalisierung und Automatisierung konsequent nutzen, aber zugleich Arbeitsplätze und Unternehmen absichern. Welch ein Widerspruch! Überall hört man doch, dass die Automatisierung Arbeitsplätze kosten wird.

Fabian Bremauer war mit diesem Beitrag im P&A-Kompendium 2019 als einer von 100 Machern der Prozessindustrie vertreten. Alle Beiträge des P&A-Kompendiums finden Sie in unserer Rubrik Menschen .

Wir von GermanRobotics sagen: Das stimmt! Arbeitsplätzen wird es an den Kragen gehen – doch vorwiegend solchen, die kein Mensch mehr ausüben möchte und für die Unternehmen kaum noch Mitarbeiter finden.

Welcher Facharbeiter setzt sich heute noch acht Stunden freiwillig an einen ergonomisch nicht zu vertretenden Arbeitsplatz und legt stupide irgendwelche Teile in eine Vorrichtung ein? Keiner! Da will jeder weg, so schnell es geht. Auch bei einfachsten Tätigkeiten gibt es mittlerweile Fachkräftemangel – und hohe Fluktuation. Das kostet schlimmstenfalls Qualität, auf jeden Fall aber Zeit und Nerven.

Bei Jobverlust weiterbilden

Was aber tun mit den Menschen, die tatsächlich vom Jobverlust durch Automatisierung betroffen sind? Weiterbilden! Weil die Programmierung unserer Roboter eben keine Technikerausbildung voraussetzt, geben wir Geringqualifizierten mit unseren Automatisierungslösungen neue Perspektiven im Bereich der kollaborativen Robotik.

Mit zielgruppengerechten Tagesseminaren unseres Partners, des MittelstandsCampus, werten wir selbst einfachste Berufsbilder kräftig auf und leisten unseren Beitrag dazu, dass Lieferketten wieder kürzer werden. Außerdem kann Produktion, die vor Jahren in Billig- und Schwellenländer „outgesourced“ wurde, wieder zurückgeholt werden.

Skepsis bei Kunden abbauen

Doch groß ist die Skepsis gegenüber dieser bunten, neuen Welt. Zuallererst müssen wir daran gehen, den Bedenken in den Unternehmen zu begegnen, um diese abzubauen. Daher sprechen wir beim Panda ganz bewusst auch nicht von einem „Roboter“, sondern von einem flexiblen Werkzeug, das den Werker unterstützt.

Der wichtigste Baustein dafür ist die intuitive, appbasierte Programmierung. Das kann jeder lernen – innerhalb eines Tages, ganz ohne Vorkenntnisse.

Der zweite Baustein: Auch wenn der Panda nun wirklich preiswert ist, bei uns kann man ihn sogar mieten. Damit steht dem Ausprobieren und dem Einsatz in der Fertigung keine Hürde mehr im Weg.

Mitarbeitern monotone Arbeiten abnehmen

Ideales Testgelände sind monotone Arbeiten und Prozesse mit niedriger Wertschöpfung: Immer die gleichen Teile einlegen, bestückte Leiterplatten in einen Tester einführen, bestimmte Teile in der richtigen Lage von einem Rütteltisch pflücken, Rohlinge drehen und so weiter.

Die Mitarbeiter, die bisher diese Tätigkeit übernommen haben, werden es Ihnen danken, wenn das der Cobot übernimmt – und werden mit Freuden Aufgaben mit höherer Wertschöpfung übernehmen. Alles andere widerspricht unserer Erfahrung.

Produktion nach Europa zurückholen

Wir als GermanRobotics wollen, dass unser Mittelstand von dem in München von Franka Emika erarbeiteten Know-how profitiert und die intelligenten Werkzeuge, wie der Panda, gerade auch bei kleineren Unternehmen Einzug finden, um den Personalmangel zu entspannen, geringqualifizierten Perspektiven zu geben, die Produktion wieder zurück nach Europa zu holen.

Denn Automatisierung hin oder Digitalisierung her: Die Produktion werden wir hier in Europa brauchen, damit auch die nachfolgenden Generationen auf soliden Fundamenten stehen können.

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