Jetzt bei Wiewelhove im Einsatz: die Kapselfüllmaschine GKF 2600.

Bild: Syntegon

Füllmaschinen für Pellets Kapselabfüllung aufgestockt

19.02.2020

Der Pharmahersteller Wiewelhove setzt bereits seit mehr als 15 Jahren auf Kapselfüllmaschinen von Syntegon. Vor Kurzem wurde der Maschinenpark nun um eine vierte Anlage erweitert. Mit ihr kann Wiewelhove erstmalig auch Pellets in Kapseln abfüllen.

Zu den Maschinen, die bereits bei Wiewelhove zum Einsatz kommen, zählen die drei Kapselfüller GKF 400, GKF 700 und GKF 2000. Als es um die Erweiterung der Produktionskapazitäten für große Chargen mit hohen Stückzahlen ging, fiel die Wahl erneut auf die GKF-Reihe von Syntegon.

„Wir haben gute Erfahrungen mit dem Unternehmen und den Anlagen gemacht, die hier seit Jahr und Tag zuverlässig laufen“, sagt Rainer Wibbelmann, Technischer Leiter bei Wiewelhove. „Nach einigen Recherchen am Maschinenmarkt war uns schnell klar, dass es wieder eine GKF wird.“

Schulungen als Erfolgsstrategie

Neben dem langjährigen Mitarbeiterstamm setzt Wiewelhove auf junge Nachwuchskräfte, die zunächst an den Maschinen angelernt werden müssen. Entsprechend hoch ist auch der Stellenwert, den das Unternehmen Trainings und Schulungen zuschreibt.

„Bei neuen Maschinen gehören Schulungen durch den Zulieferer zu unserem Anforderungskatalog dazu“, verdeutlicht Wibbelmann. „Unsere Bediener müssen Fachexperten auf ihrem Gebiet werden, um die ganzen Vorteile der Maschinen optimal für unsere Produktion – und letztlich für unsere Kunden – ausnutzen zu können.“

Dafür müssen die Bediener laut Wibbelmann die Möglichkeit haben, noch vor der Inbetriebnahme Fragen zu stellen. „Nur dann fühlen sie sich sofort wohl mit der Technologie und freuen sich auf deren Einsatz.“

So lief es deshalb auch bei der neuen GKF 2600. In zwei dreitägigen Trainingseinheiten wurden die Mitarbeiter von Wiewelhove bei Syntegon, damals noch Bosch Packaging Technology, in Waiblingen an „ihrer“ Maschine geschult. Die Produktionsmitarbeiter lernten unter anderem das Inbetriebnehmen und Vorbereiten der Maschine für die Produktion sowie die Formatwechsel kennen.

Ebenfalls zum Training gehörten Kalibrierung, Fehlersuche und Wartung. Das besondere Highlight: Da die Schulungen zwei Wochen vor dem Factory Acceptance Test (FAT) stattfanden, war noch genügend Zeit, um Änderungswünsche einzubringen. „Beim FAT konnten wir so eine Maschine übernehmen, die unseren Anforderungen bis ins Detail gerecht wurde“, sagt Wibbelmann.

Interessante Erfahrungen für Hersteller und Anwender

Die wichtigste Veränderung betrifft die Taststation der GKF 2600. Aufgrund der bereits vor dem FAT erworbenen detaillierten Maschinenkenntnis entschied sich Wiewelhove für eine Einzelkapseltastung. In Verbindung mit der „No Cap, No Fill“-Funktion und der automatischen Störbeseitigung erreicht Wiewelhove nun eine erhöhte Betriebssicherheit und spart sowohl wertvolles Füllprodukt als auch Leerkapseln.

Der für die Anpassung der Absaugung verwendete Schieber aus Metall wurde auf Vorschlag von Wiewelhove durch einen Kunststoffschieber ersetzt. Damit lässt sich die Maschine schonender bedienen und leichter reinigen.

„Wenn uns noch im Werk Optimierungspotenzial auffällt, lässt sich das viel leichter umsetzen“, erklärt Wibbelmann. „Bis zum FAT waren alle Änderungswünsche zu unserer vollsten Zufriedenheit umgesetzt, und wir konnten zügig mit der Produktion starten.“

Die Trainings und die gemeinsame Diskussion brachten auch für Syntegon interessante Erkenntnisse. So wird aktuell überlegt, einige der Vorschläge in die Standardausführung zu übernehmen. „Es sind am Ende die kleinen Dinge, die zwischen gut und hervorragend entscheiden“, betont Wibbelmann. „Uns hat es Spaß gemacht und sehr viel gebracht, gemeinsam an konstruktiven Lösungen zu arbeiten.“

Vorzüge durch die neue Kapselfüllmaschine

Seit dem Produktionsstart im August 2018 können Wiewelhove und seine Mitarbeiter die Vorzüge der neuen Kapselfüllmaschine voll ausschöpfen. Die hohe Füllflexibilität ermöglicht es, unterschiedliche Kapselgrößen von 1 bis 00 elongated zu befüllen. Bei Letzteren handelt es sich um längere Kapseln mit gleichem Durchmesser, die sich auf der GKF 2600 ohne separate Formatteile verarbeiten lassen.

Die patentierte Slidegate-Technologie führt dabei zu geringeren Streuverlusten. Das ist vor allem bei kritischen Produkten wichtig, die nicht in den Maschineninnenraum gelangen dürfen.

Über die Standardfunktionen hinaus hat Wiewelhove die Möglichkeit, eine KKE-Kapselkontrollwaage für eine 100-prozentige In-Prozess-Kontrolle (IPK) zu ergänzen. Auch für Mikrotabletten lässt sich die GKF 2600 aufrüsten.

Die Kapselfüllplattform GKF 2600 wurde für den Hochleistungsbereich entwickelt und erfüllt durch cGMP-Konformität alle Ansprüche der Pharmaindustrie. Bei Wiewelhove kommt sie bei Kapselgröße 00 auf mehr als 110.000 Kapseln pro Stunde – „eine sehr zuverlässige Leistung“, wie Lars Peters, zuständiger Abteilungsleiter Kapselabfüllung, betont.

Bei der Entwicklung stand vor allem die Flexibilität im Vordergrund. Aufgrund ihrer erweiterten Maschinenplattform und guten Zugänglichkeit lässt sich die Kapselfüllmaschine in kurzer Zeit für die Abfüllung unterschiedlicher Produkte anpassen. Durch schnelle Formatwechsel und einfache Umrüstung mittels Plug-in-System entstehen nahezu keine Wartezeiten, und der Stillstand der Maschine wird auf ein Minimum reduziert.

Zusammenarbeit war ausschlaggebend

Neben den technologischen Eigenschaften war für Wiewelhove vor allem die gute Zusammenarbeit im Verlauf des Projekts ausschlaggebend: „Die gesamte Abwicklung, von den ersten Gesprächen und Vor-Ort-Terminen über Schulungen und Anpassungen bis hin zur Installation und Inbetriebnahme, verlief sehr zielorientiert und strukturiert“, sagt Peters. Das bestätige auch die hohe Akzeptanz der Maschine bei den Produktionsmitarbeitern.

Für den Lohnhersteller ist die GKF 2600 „die konsequente Erweiterung der 2000er-Baugröße“. Sie ermöglicht einen einfachen Produkttransfer, sodass sie sich auch gut als Back-up für die etwas ältere GKF 2000 eignet.

Darüber hinaus erfüllt die neue Maschine weitere Anforderungen von Wiewelhove. Peters erläutert: „Wir möchten unsere Kapazitäten und die Möglichkeiten zur Abfüllung von Pellets in Kapseln erweitern, um Engpässe zu kompensieren und neue Kundenanfragen schnell bedienen zu können.“

Unterm Strich ist die wichtigste Neuerung, dass Pulver und Pellets sich auf einer einzigen Dosierstation befüllen lassen. „Wir sehen einen Trend in der Pelletabfüllung, den wir bislang nicht hätten bedienen können. Mit der neuen Maschine sind wir auch für zukünftige Anforderungen gut aufgestellt“, sagt Peters abschließend.

Infos zu Wiewelhove

Das Familienunternehmen hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1976 zu einem international agierenden Auftragshersteller von Arzneimitteln, homöopathischen Produkten, Nahrungsergänzungsmitteln und Vitaminpräparaten entwickelt. Für die Verarbeitung pflanzlicher und synthetischer Wirkstoffe stehen Anlagen für alle gängigen Herstellungsprozesse in der Feststoffproduktion zur Verfügung.

Mittlerweile nennt Wiewelhove zwei Produktionsstandorte und ein Labor am Standort Ibbenbüren sein Eigen. Parallel wächst auch die Anzahl an Maschinen und Personal.

Bildergalerie

  • Aufgrund einer erweiterten Maschinenplattform und sehr guten Zugänglichkeit lässt sich die GKF 2600 schnell an unterschiedliche Produkte anpassen.

    Bild: Syntegon

  • Detailansicht der GKF 2600: Bei Kapselgröße 00 schafft sie bei Wiewelhove über 110.000 Kapseln pro Stunde.

    Bild: Syntegon

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