Beim Beizen in der Landwirtschaft wird Saatgut mit einem Pflanzenschutzmittel behandelt, welches gegen Pilzbefall und Schädlinge schützen soll.

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Beizen von Saatgut in der Landwirtschaft Integriertes Rührwerk verhindert Ablagerungen im IBC

02.10.2019

Das Beizen, auch genannt Seed Treatment, dient dazu, Saatgut in der Landwirtschaft vor Pilzbefall und Schädlingen zu schützen. Damit sich die Beize nach längeren Standzeiten nicht im IBC absetzt, hat Schütz einen Einwegrührer entwickelt, der bereits erfolgreich von Bayer getestet wurde.

Die Aufbereitung von Saatgut in der Landwirtschaft ist essenziell, um ausreichend Lebensmittel, Futtermittel, Fasern und nachwachsende Rohstoffe für die Weltbevölkerung zu produzieren. Eine bereits seit dem Altertum angewandte Methode ist das Beizen, heute auch Seed Treatment genannt. Die Beize wird dabei direkt auf das Saatgut appliziert. Sie erleichtert dessen mechanische Verarbeitung und schützt vor Pilzbefall sowie Schädlingen.

Die Bayer-Division Crop Science ist auf die Bereiche Saatgut und Pflanzeneigenschaften, chemischer und biologischer Pflanzenschutz sowie Digitalisierung spezialisiert. Das Unternehmen betrachtet die Aufbereitung des Saatguts als umfassenden Prozess, der zu einer höheren Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft beitragen kann. Auf der Verpackungsmesse Interpack 2017 wurden die Beizingenieure von Bayer auf ein Produkt aufmerksam: den Impeller von Schütz.

IBCs müssen nicht mehr geöffnet werden

Der direkt im IBC integrierte Einwegrührer dient dazu, die Beize leichter handhaben zu können. „Nach längeren Standzeiten kann sich das Beizmittel absetzen. Vor der Verarbeitung muss die Saatgutbeize daher aufgemischt und homogenisiert werden“, erklärt Norbert de Baey, Beizingenieur bei Bayer. In einem IBC mit 1.000 l Volumen sei das ein aufwendiger Prozess.

Bislang wurden für das Aufmischen spezielle Pumpen genutzt. Die Verpackung musste dazu geöffnet und die Pumpe eingesetzt werden – für die Anwender in vielerlei Hinsicht körperlich anstrengend. Außerdem sind äußere Verschmutzungen der Verpackung bei dieser Vorgangsweise kaum zu vermeiden; es bestand das Risiko des direkten Kontakts mit der Beizflüssigkeit.

IBCs mit dem integrierten Impeller hingegen können von der Befüllung bis zur Entnahme über die gesamte Supply Chain hinweg geschlossen bleiben und sollen trotzdem ein bequemes und effektives Aufrühren der Füllprodukte ermöglichen. Das System ist für alle 1.000 und 1.250 l fassenden Ecobulk-Typen mit Einfüllöffnung DN 150 und DN 225 erhältlich.

„Diese Neuentwicklung schien wie geschaffen für unsere Seed Treatments – ein einfaches, flexibles und kostengünstiges Prinzip“, lautet die erste Einschätzung von de Baey nach der Interpack. Zur genaueren Untersuchung des Impellers unterzogen Bayer und Schütz ihn im Oktober 2017 einem Rührtest. Dieser fand auf dem Gelände des Saatgutaufbereiters Klamroth-Börnecke in Sachsen-Anhalt statt.

Drehzahl passt sich an Füllstand an

Der Einwegrührer ist mit der Schraubkappe des IBCs verbunden und wird schon im Werk eingesetzt. Nur zur Befüllung wird das System entweder kurz entnommen oder bleibt fest installiert, je nach Füllprozess und der jeweiligen Konfiguration der Container.

Zum Rühren kann laut Schütz ein herkömmliches Antriebssystem ohne größere Änderungs- oder Umbaumaßnahmen angeschlossen werden. Dazu wird der Antrieb über der Schraubkappe platziert und mit einem Gestell am Gitterkäfig fixiert. Die Antriebswelle greift formschlüssig durch die Öffnung des Stopfens in die Nabe des Impellers, wodurch die Rotation an den Rührer im Inneren des Containers weitergegeben wird.

Die beweglichen Flügel des Impellers verändern ihre Position durch die Fliehkraft, und ihre Drehzahl lässt sich individuell an den Füllstand anpassen. Bei reduzierter Umdrehung sinken sie ab und sollen auf diese Weise auch bei kleineren Restmengen ein optimales Rührergebnis sicherstellen.

Flüssigkeiten werden vollständig homogenisiert

Bereits eine optische Prüfung im Praxistest soll gezeigt haben, dass das Beizmittel homogen aufgerührt wurde, ohne Schaumbildung zu verursachen. Im Anschluss untersuchten die Experten den Wirkstoffgehalt und dessen Verteilung. Dazu wurden Proben des Füllguts aus dem unteren, mittleren und oberen Bereich des Containers entnommen.

Diese Proben wurden dann im Labor mit solchen vor dem Rührvorgang verglichen. Das Ergebnis: Die sonst übliche Ablagerung der schweren Wirkstoffe war nach dem Rühren mit dem integrierten Impeller nicht mehr festzustellen. Alle Stoffe waren nach Angabe der Experten auf sämtlichen Ebenen in der Beizbrühe identisch verteilt – und die Flüssigkeit somit vollkommen homogenisiert.

„Der Impeller von Schütz sorgt für eine gleichmäßige Durchmischung und Konzentration der Wirkstoffe. Das Saatgut kann somit optimal mit dem Beizmittel ummantelt werden“, sagt Beizingenieur de Baey. Zusätzlich reduziere sich beim Anwender die Möglichkeit eines Kontakts mit dem Beizmittel, was einen wichtigen Beitrag zur Kundensicherheit leiste. Bayer stellte deshalb 2018 in Deutschland die Verpackung seiner Premium-Getreidebeizen auf das Impeller-System von Schütz um.

Leere Behälter werden recycelt

Durch den Einsatz des Impellers als Einwegsystem soll sich außerdem die Gefahr minimieren lassen, dass die Beize durch Restanhaftungen von Füllgut kontaminiert wird. Denn schon das Eintauchen der bislang genutzten Pumpen stellt ein Risiko dar. Eine Reinigung und damit verbundene Kosten entfallen ebenso.

Das gesamte Bauteil des Impellers besteht komplett aus HDPE. Leere IBCs werden inklusive Impeller durch den Schütz-Ticket-Service abgeholt; Blase und Impeller im Rahmen der Rekonditionierung zu HDPE-Rezyklat verarbeitet. Das gewonnene Material verwendet Schütz eigenen Angaben zufolge umweltschonend in anderen Produkten, beispielsweise in Form von Kunststoffpaletten.

Bildergalerie

  • Integrierter Einwegrührer: der Impeller von Schütz.

    Bild: Schütz

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