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„Digitale Transformation & B2B E-Commerce-Report 2017/18“ Für die Elektronikindustrie ist der eigene Webshop wichtigster Vertriebskanal im B2B-Handel

15.06.2018

Wie weit ist die Elektronikbranche im Online-Handel? Dieser Frage ging Sana Commerce mit einer weltweiten Studie nach. Eines der Kernergebnisse: Steigender Wettbewerbsdruck, internationaler Handel und die hohe Nachfrage auf Kundenseite sind für Unternehmen der Elektronikindustrie die wesentlichen Treiber für den Aufbau digitaler Vertriebskanäle mit Geschäftskunden.

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Während die Branche bereits sehr früh die Vorteile des Online-Handels erkannt hat und in den vergangenen Jahren noch Vorreiter in Sachen B2B-E-Commerce war, hat diese Entwicklung etwas an Dynamik eingebüßt. Für die Elektronikunternehmen in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) gilt: B2B-Webshops sind für die Automatisierung der Auftragsabwicklung enorm wichtig, Vertriebsmitarbeiter sind nach wie vor wichtigster Vertriebskanal. Gefragt nach den wichtigsten Gründen für die Implementierung eines Webshops für B2B-E-Commerce geht es für 49 Prozent der weltweit befragten Elektronik-Unternehmen vor allem darum, ihr Exportgeschäft anzukurbeln. 43 Prozent sehen darin einen erfolgskritischen Faktor, um im harten Wettbewerb bestehen zu können – dies sind die höchsten Werte im internationalen Branchenvergleich. Zudem gaben 85 Prozent der Befragten aus der Elektronik-Branche an, dass ihre Kunden den Wunsch geäußert haben, Produkte auch online kaufen zu können – vor allem aus Gründen einer bequemeren Bestellabwicklung. Auch diese Zahl liegt deutlich über dem globalen Durchschnitt von 75 Prozent.

Elektronikunternehmen legen global starken Fokus auf Mobile Apps

Kein Wunder also, dass für mehr als die Hälfte der weltweit Befragten aus der Elektronikbranche (58 %) der eigene Webshop auch den mit Abstand wichtigsten Vertriebskanal im B2B-Geschäft darstellt. Für Marktplätze sprechen sich 44 Prozent aus. Auffallend ist die im internationalen Branchenvergleich mit 42 Prozent überdurchschnittlich hohe Bedeutung von Mobile Apps für den Verkaufsprozess. Zum Vergleich: Der globale Mittelwert liegt hier lediglich bei 29 Prozent.

Elektronikbranche aus DACH setzt vor allem auf Vertriebsmitarbeiter

Für die DACH-Region zeigt sich allerdings eine andere Gewichtung: Hier rangieren die Vertriebsmitarbeiter mit 44 Prozent als wichtigster Verkaufskanal deutlich vor dem eigenen Webshop (33 %). Der Einsatz von Mobile Apps liegt mit 28 Prozent knapp dahinter. Marktplätze dagegen spielen für die Branche mit nur 22 Prozent eine vergleichsweise geringe Rolle.
Gefragt nach der zukünftigen Entwicklung des Onlinehandels mit Geschäftskunden, gehen 72 Prozent der Elektronikunternehmen weltweit davon aus, dass sie ihr gesamtes Produktportfolio in Zukunft auch online verkaufen werden – dies entspricht exakt dem globalen Branchendurchschnitt. Spitzenreiter ist hier die Bauindustrie mit 84 Prozent; Schlusslicht die Automobilindustrie mit lediglich 60 Prozent.
Für die Elektronikbranche in der DACH-Region liegt dieser Wert bei 67 Prozent und spiegelt in etwa den regionalen Branchendurchschnitt von 66 Prozent wider.

Andere Branchen holen auf

Jedoch: Vor drei Jahren verkauften bereits 42 Prozent der Elektronikunternehmen weltweit ihre Produkte über ihren eigenen Onlineshop und waren damit weit über dem globalen Branchendurchschnitt von 29 Prozent unangefochtener Spitzenreiter. Für das kommende Jahr zeichnet sich nur ein Zuwachs von fünf Prozent auf 47 Prozent ab (global 46 %). Die Elektronikindustrie zeigt daher einen im Branchenvergleich eher moderaten Anstieg bei der Implementierung von B2B-E-Commerce-Lösungen.
Dieser Trend spiegelt sich im Wesentlichen auch in den Zahlen für die DACH-Region wider – wobei hier die Zunahme von 39 Prozent auf 50 Prozent etwas größer ausfällt. Dieser Wert liegt zwar noch über dem regionalen Durchschnitt von 42 Prozent, aber die anderen Branchen holen auf und zeigen in Sachen B2B-E-Commerce teilweise eine deutlich höhere Dynamik – allen voran die Bauindustrie mit einer Steigerung von 27 Prozent auf stolze 55 Prozent.

Regional unterschiedliche Anforderungen

Zudem zeigt die Studie von Sana Commerce, dass sich die Ansprüche der Elektronikindustrie an E-Commerce-Lösungen im globalen Vergleich kaum von denen anderer Branchen unterscheiden, jedoch durchaus regionale Unterschiede bestehen:
Gefragt nach den wichtigsten Vorzügen von B2B-E-Commerce-Lösungen steht für 95 Prozent der weltweit befragten Elektronikunternehmen die Reduzierung manueller Eingabefehler an erster Stelle. Gefolgt von einfacher Update- bzw. Upgrade-Fähigkeit mit 91 Prozent und leichter Implementierbarkeit mit 90 Prozent.
In der DACH-Region dagegen setzt die Branche tendenziell etwas andere Schwerpunkte. Auch hier steht die Reduktion manueller Eingabefehler an erster Stelle, wird aber mit 100 Prozent noch höher gewichtet. An zweiter Stelle rangiert mit 95 Prozent die Automatisierung der Auftragsabwicklung (Elektronikbranche global 84 %), gefolgt von einem verringerten Aufwand für die Systemadministration mit 89 Prozent (Elektronikbranche global 77 %).

Innovative Technologien sollen Wettbewerbsfähigkeit sichern

Um Verkaufsprozesse und Einkaufserfahrung zu optimieren und Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten, setzt die Branche verstärkt auf den Einsatz von Zukunftstechnologien. Allerdings belegt die Elektronindustrie im Branchenvergleich sowohl global als auch regional betrachtet, keinen Spitzenplatz, sondern positioniert sich im oberen Mittelfeld.
68 Prozent der weltweit befragten Elektronikhersteller (DACH 67 %) erwarten, dass die Verwendung von Internet of Things- (IoT) sowie Machine-to-Machine- (M2M) für automatisierte und vorausschauende Bestellungen künftig eine bedeutende Rolle für Vertrieb und Kundenservice spielen werden. Auch Artificial Intelligence-Anwendungen werden nach Ansicht von 62 Prozent (DACH 61 %) zunehmend bei der Steuerung des Vertriebs zum Einsatz kommen. Virtual Reality wird bei 71 Prozent der Unternehmen (DACH 61 %) relevant, um die Kauferfahrung zu personalisieren, 65 Prozent (DACH 50 %) werden fahrerlose Autos und Drohnen für die Lieferung einsetzen. 68 Prozent (DACH 78 %) erwarten, dass der Einsatz mobiler Endgeräte in der Online-Verkaufsabwicklung an Relevanz gewinnen wird.

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