Liquid Cooling, neue Segmente und mehr Agilität

Fünf Trends, die KI‑Rechenzentren bis 2030 prägen werden

Schneider Electric GmbH

Bis 2030 wächst der Anteil von KI‑Rechenzentren deutlich, während neue Marktsegmente, Liquid Cooling, Modernisierung und erneuerbare Energien die Entwicklung der Datacenter‑Infrastruktur prägen.

Bild: publish-industry, Gemini
16.02.2026

Laut Bitkom wird der Anteil von KI-Datacentern in Deutschland bis 2030 auf 40 Prozent steigen, doch international hinkt der Ausbau hinterher. Schneider Electric identifiziert fünf Entwicklungen, die Betreiber jetzt berücksichtigen müssen: neue Marktsegmente, Flüssigkühlung, Modernisierung, erneuerbare Energien und mehr Agilität.

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Schon heute machen laut Bitkom KI-Datacenter rund 15 Prozent der installierten Kapazitäten in Deutschland aus. Bis 2030 soll dieser Anteil auf 40 Prozent steigen. Doch im internationalen Vergleich hinkt Deutschland nicht zuletzt wegen hoher Baukosten und langer Genehmigungsprozesse deutlich hinterher: Während in den USA und China Mega-Rechenzentren für KI entstehen, sind die Kapazitäten hierzulande deutlich geringer.

Doch nur wer jetzt in zukunftsfähige Infrastrukturen investiert, legt das Fundament für digitale Souveränität und nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Schneider Electric hat fünf zentrale Entwicklungen identifiziert, die Betreiber bei der Transformation zum KI-getriebenen Rechenzentrum im Blick behalten müssen:

1. Drei-Segment-Markt zeichnet sich ab

Bis 2030 wird sich der Rechenzentrumsmarkt Prognosen zufolge in drei klar abgegrenzte Segmente aufteilen. Rechenzentren für den produktiven Einsatz werden etwa 25 Prozent der Neubauten ausmachen und sind auf weniger als 40 kW pro Rack ausgelegt. Rund 50 Prozent entfallen auf Hybrid-Rechenzentren, die im Bereich von 40 bis 80 kW pro Rack liegen und sowohl produktive als auch Trainings-Workloads bewältigen. Hochleistungs-Training-Cluster werden die verbleibenden 25 Prozent ausmachen. Sie überschreiten 100 kW pro Rack und sind großangelegten Trainings-Clustern vorbehalten.

2. Liquid Cooling wird unumgänglich

KI-Rechner erzeugen enorme Hitze – die steigenden Rack-Dichten machen herkömmliche Kühllösungen obsolet. Im Jahr 2026 werden Rack-Dichten von 240 kW pro Rack erwartet. Für 2028 wird bereits ein MW pro Rack prognostiziert, und die Forschung untersucht aktuell, ob 1,5 MW pro Rack realisierbar sind. Bei diesen extremen Dichten sind fortschrittliche Kühlungstechniken zwingend erforderlich, um die Systeme funktionsfähig zu halten. Liquid Cooling entwickelt sich damit von einer Ausnahme zum Standard in Rechenzentren.

3. Nachrüstung demokratisiert KI-Zugang

Mit der zunehmenden Bedeutung von KI für Geschäftsprozesse benötigen Organisationen jeder Größe Zugang zu modernen Rechenzentren. Hyperscaler setzen auf Neubauten (Greenfield-Projekte), da sie über die notwendigen Ressourcen für großangelegte Investitionen verfügen. Kleinere Unternehmen modernisieren bestehende Anlagen (Brownfield-Projekte) als praktikable Strategie. Infrastrukturanbieter haben bereits zahlreiche Lösungen entwickelt, um vorhandene Einrichtungen aufzurüsten: größere IT-Racks, leistungsfähigere Power-Verteilungseinheiten und speziell entwickelte Flüssigkühlungs-Wärmetauscher, mit denen sich beschleunigte KI-Server-Racks nachrüsten lassen. Diese Komponenten stellen sicher, dass KI für ein breites Spektrum von Unternehmen realisierbar wird.

4. Erneuerbare Energien im Fokus

Die Energieversorgung bleibt ein zentrales Thema für die Branche. Derzeit setzt man diesbezüglich auf ein diverses Portfolio an Energielösungen, darunter Erdgasturbinen mit CO2-Abscheidung, HVO-betriebene Notstromgeneratoren, Wind-, Solar- und Geothermie sowie Batteriespeicher. Weltweit stammen derzeit 27 Prozent des von Rechenzentren verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien, überwiegend aus Wind-, Solar- und Wasserkraft. Die Gesamtstromerzeugung aus erneuerbaren Energien soll bis 2030 jährlich um 22 Prozent wachsen und damit fast die Hälfte des prognostizierten Anstiegs des Rechenzentrums-Strombedarfs abdecken.

5. Agilität als Erfolgsfaktor

Flüssigkühlung, die Modernisierung bestehender Anlagen und hochentwickelte digitale Zwillinge für Planung und Betrieb erfordern spezialisiertes Fachwissen. Die rasante Entwicklung von KI-Anwendungen erfordert zudem eine flexible Infrastruktur, die sich schnell an wechselnde Anforderungen und neue Technologien anpassen lässt. Nur so können Betreiber auf Marktveränderungen und neue Geschäftsmodelle reagieren. Der Einsatz von KI-gestützten Management- und Monitoring-Systemen ermöglicht eine vorausschauende Wartung, verbessert den Energieverbrauch und sorgt für eine effiziente Auslastung der Ressourcen. Automatisierte Prozesse beschleunigen zudem die Skalierung und Integration neuer Komponenten.

Wer jetzt in resiliente Infrastruktur investiert und auf langfristige Partner mit KI-Expertise setzt, kann die Chancen nutzen und sich zukunftssicher aufstellen.

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