Die Schaltgeräte waren ein Jahr den rauen Witterungen der Nordsee ausgesetzt.

Bild: Steute

Zwölf Monate in rauer Umgebung Fraunhofer IFAM testet Schaltgeräte von Steute in der Nordsee

11.12.2018

Viele Schaltgeräte-Baureihen des Extreme-Programms von Steute eignen sich für den Einsatz bei Feuchtigkeit, Nässe und auch in der Umgebung von Salzwasser. Wie aber bewähren sich diese Schaltgeräte in der Praxis? Steute hat das Fraunhofer IFAM beauftragt, das in einem Extremtest herauszufinden.

Korrosionsprüfungen wie etwa der Salznebelsprühtest nach DIN EN ISO 9227 bieten eine gute Qualitätskontrolle und Voraussetzung für die Vergleichbarkeit der entsprechenden Eigenschaften. Die entscheidenden Fragen für Steute sind jedoch, wie sich zeitweiliger Wellenschlag oder eine leichte Bewuchsbildung (Fouling) auf die Schaltgeräte auswirken. Denn die Extreme-Schaltgeräte werden immerhin häufig in maritimen Bereichen eingesetzt – auf Schiffen, auf Bohrinseln, in Verankerungssystemen am Kai und in Verlade- und Umschlagsanlagen der Häfen.

Schwachstellen im Extremtest erkennen

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, hat Steute das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Bremen mit einer einjährigen Freibewitterung am IFAM-Standort Helgoland beauftragt. Die Versuchsanordnung: Jeweils mehrere Exemplare ausgewählter Extreme-Schalterbaureihen – darunter Positionsschalter, Fußschalter und Seilzugschalter – wurden in exponierter Lage an der Südmole ein Jahr lang im Spritzwasserbereich befestigt. Einige Geräte waren auch im Tidenhub, das heißt im Wechselwasserbereich installiert, um mit diesen Wasserbewegungen der Nordsee die Grenzen der Geräte auszuloten. Wo wird sich der Bewuchs bilden? Und wird es die Funktion beeinträchtigen?

Laut Steute sind das sind Umgebungsbedingungen, denen kaum ein Schaltgerät in der Praxis ausgesetzt ist. „Ziel der Tests war es, die Schaltgeräte über die normgerechten Versuche hinaus sehr extremen Anforderungen auszusetzen, um Schwachstellen an den Geräten besser erkennen zu können“, schildert Rainer Lumme, Produktmanager „Extreme“ bei Steute. Diese Grenztests sind inzwischen abgeschlossen.

Noch liegt der Abschlussbericht für die absolvierten zwölf Monate im Salzwasser-Spritzbereich nicht vor. Doch sollen schon das Erscheinungsbild der Schaltgeräte sowie erste Funktionstests zeigen, dass die Geräte der verschiedenen Baureihen seewasserfest und uneingeschränkt funktionstüchtig sind. Selbst die Etiketten und die aufgebrachte Laserbeschriftung sind nach eigenen Angaben noch vorhanden und lesbar.

„Wir werden Metall noch intensiver substituieren“

Die vorbehandelten und pulverbeschichteten Gehäuse beispielsweise der Fußschalter präsentieren sich in sehr gutem Zustand. Zudem soll auch das Innenleben wie Schalteinsätze, Schaltstößel und Pedalachsen korrosionsfrei geblieben sein. Das spricht laut Steute für die hohe Qualität sowohl der Oberflächenbehandlung als auch der Abdichtung.

Steute wird die Testergebnisse im Detail auswerten, sobald sie vorliegen, und sie für die weitere Verbesserung vorhandener Baureihen sowie die Entwicklung neuer Schaltgeräte des Geschäftsbereichs Extreme nutzen. „Wir haben schon jetzt die Erkenntnis gewonnen, dass die von uns verwendeten Kunststoffe für Gehäuse und auch Betätiger ohne Einschränkung den Extrem-Anforderungen genügen“, ergänzt Lumme. „Wir werden deshalb noch intensiver Metall substituieren – auch bei den mechanisch stärker beanspruchten Betätigern.“

Bildergalerie

  • Genaue Ergebnisse liegen noch nicht vor, das Erscheinungsbild der getesteten Objekte stimmt jedoch zufrieden.

    Bild: Udo Kowalski, Steute

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