Atlas Copco Kompressoren und Drucklufttechnik GmbH

Wenn 600 m3 Wasser binnen kürzester Zeit abgepumpt werden müssen und dafür kein brauchbares Gerät zur Verfügung steht, kommt so mancher Bauunternehmer in die Bredouille.

Bild: Atlas Copco; Keil & Purkl

Miet-Aggregat für Trinkwassernetz Entwässerungspumpe rettet Leitungstausch in Mainz

21.07.2021

Drei Tage vor der geplanten Einbindung eines neuen Teilstücks im Mainzer Trinkwassernetz fällt eine Pumpe aus. Kurzfristig sind jetzt 600 m3 Wasser aus der Leitung zu fördern. Doch wohin? Und wo nach einem Ersatzgerät suchen?

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Der Tag X im Projekt „Trinkwasser-Transportleitung der Mainzer Stadtwerke“, das die Firma Keil & Purkl Tiefbau 2020 umsetzt, ist ein Dienstag. An diesem Tag soll ein neues Leitungsstück eingebunden werden. „Am Donnerstag davor stellten wir fest, dass unser Pumpaggregat defekt war“, berichtet Ralf Purkl, einer der beiden Geschäftsführer.

Das Unternehmen mit Sitz in Groß-Zimmern ist vorwiegend im Rhein-Main-Gebiet tätig, hat viel Erfahrung mit Projekten im kommunalen Segment und seit einigen Jahren eine eigene Abteilung für den Rohrleitungsbau. Doch an diesem Donnerstag wird es hektisch. Eine Ersatzpumpe muss her, und zwar schnell.

Die Erneuerung einer Trinkwasser-Transportleitung will gut geplant und vorbereitet sein. „Ungefähr zehn Monate haben wir an diesem Projekt gearbeitet“, sagt Purkl. Doch der eigentliche Austausch eines Rohrelements muss binnen kürzester Zeit erfolgen. „Für das Teilstück einer Hauptwasserleitung steht dafür ein fester Zeitraum von maximal 48 Stunden zur Verfügung“, weiß der Bauunternehmer. „Dann muss alles klappen, denn die Trinkwasserversorgung wird in dieser Zeit heruntergefahren.“

Graugussleitung durch Stahlrohre ersetzt

In dem Mainzer Projekt sanierte Keil und Purkl eine von drei großen Transportleitungen. „Wir haben auf etwa 1 km Länge ein Stück der alten Graugussleitung mit einer Nennweite von 800 mm durch eine moderne Stahlleitung ersetzt“, erklärt Purkl. Hierzu wurde zunächst eine provisorische PE-600-Leitung gelegt, durch die das Trinkwasser während der Umbaumaßnahmen geleitet werden konnte.

Für die Zeit der Einbindung des neuen Leitungsstücks soll die Trinkwasserversorgung im Versorgungsgebiet der Mainzer Netze um 30 Prozent reduziert werden. Dann muss alles reibungslos über die Bühne gehen. Purkl: „Das Wasser wird aus dem alten Leitungsstück gepumpt, das Graugussteilstück entfernt und die neue Leitung eingebunden. Wir müssen Sorge dafür tragen, dass beim Leerpumpen des alten Rohrs keine Keime hineingeraten; denn das Wasser hat Lebensmittelqualität.“

Andernfalls könnten die Anbaustücke zur neuen Leitung verkeimen und das Wasser der Hauptversorgungsleitung kontaminiert werden.

Ersatzgerät durfte keine Tauchpumpe sein

Doch als die vorgesehene Pumpe ausfällt, drohen plötzlich alle Planungen Makulatur zu werden. „Es ging ja um keine kleine Pumpe, die man an jeder Ecke bekommt“, erklärt Purkl. „Ein mobiles Aggregat mit so hoher Leistung, wie wir sie auf die Schnelle brauchten, hat kaum ein Händler vorrätig!“ Zudem durfte es keine Tauchpumpe sein, da diese Öl oder Bakterien eintragen könnte.

Der Bauunternehmer wendet sich daher an Jörg Habener bei Atlas Copco Power Technique in Essen. Der Pumpenspezialist setzt alle Hebel in Bewegung, telefoniert sein Netzwerk von Vertragshändlern und anderen Bauunternehmen nach einer Lösung ab. „Wir standen dabei vor zwei großen Aufgaben“, blickt Habener zurück. „Einerseits mussten wir eine mobile Pumpe mit Schlauch organisieren, die genug Anlaufleistung mitbringt, um den Höhenunterschied zu überwinden. Andererseits waren etwa 600 m3 Wasser zu entsorgen.“

Geplant war zunächst, das Wasser auf die angrenzenden Felder fließen zu lassen. „Die Bauern hatten aber gerade ihre Saat ausgebracht und wären mit dieser Lösung sicher nicht einverstanden gewesen“, sagt Habener. Um die Standfestigkeit der Baustelle nicht zu gefährden, sollte das Wasser zudem nicht in der Nähe abgelassen werden. „Wir brauchten also zur Pumpe passende Rohrleitungen, die das Wasser über 400 m Strecke in ein Sammelbecken befördern konnten.“

Entwässerungspumpe meistert große Saughöhen

Habener ist froh, als er bei Bierganz Pumpen-Vertrieb in Duisburg fündig wird: „Unser Vertragshändler konnte eine Entwässerungspumpe des Typs PAS 150MF als Mietgerät zur Verfügung stellen.“ Das trocken ansaugende Diesel-Pump-Aggregat von Atlas Copco eignet sich sehr gut für die Anforderung: Die Baureihe ist auf hohe Leistung ausgelegt und arbeitet unter jeglichen Bedingungen zuverlässig. Auch Saughöhen von mehreren Metern schaffen die PAS-Pumpen problemlos, indem sie die Saugleitung schnell entlüften und mit dem Pumpen beginnen.

Jetzt fehlen nur noch zur Pumpe passende Schnellkupplungsrohrleitungen. Die findet Habener bei Hettmansperger Spezialtiefbau in Karlsruhe. Die SK-Rohre mit einem Durchmesser von DN 150 können fliegend verlegt werden. „Am Freitag war schon das ganze Equipment auf der Baustelle“, berichtet Purkl. Am Montag wird etwa drei bis vier Stunden lang abgepumpt, um die neue Leitung einbinden zu können. Nach Abschluss der Arbeiten können die Hochbehälter wieder hochgefahren werden.

„Wenn bei einem so großen Projekt, das einen über Monate beschäftigt, der wichtigste Termin durch einen Ausfall gefährdet ist, kommt man ganz schön ins Rotieren“, resümiert Purkl. Der Bauingenieur ist froh, durch Habeners schnelle Vermittlung der beteiligten Unternehmen eine gute Lösung gefunden zu haben. „Uns ist es wichtig, dass unsere Auftraggeber sich auf unser Engagement und höchste Verfügbarkeit verlassen können.“

Der Weg ist damit nun für den nächsten Bauschritt frei, der ebenfalls bald anstehen soll.

Bildergalerie

  • Als Miet-Aggregat konnte kurzfristig die Entwässerungspumpe PAS 150MF angeschafft werden. Sie überwindet auch Saughöhen von mehreren Metern, weil die Saugleitung schnell entlüftet wird und das Pumpen sofort beginnen kann.

    Bild: Atlas Copco; Keil & Purkl

  • Die zur Pumpe passenden Schnellkupplungsrohrleitungen wurden vom Unternehmen Hettmansperger Spezialtiefbau geliefert. Über die SK-Rohre mit ihrem Durchmesser von DN 150 wurden die 600 m3 Wasser in ein Sammelbecken gefördert.

    Bild: Atlas Copco; Keil & Purkl

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