Die Gründer von Kontrol Andreas Lauringer (links) und Dr. Michael Naderhirn sehen in der Technologie hohe Potenzial für den europäischen und US-amerikanischen Markt.

Bild: FOTOKERSCHI.AT / KERSCHBAUMMAYR

Sicherheitssystem für autonome Fahrzeuge Die Mobilität der Zukunft: Sicher und gesetzeskonform

17.02.2022

Ein großer Schritt in die autonome Zukunft des Verkehrs: Das österreichische Softwareunternehmen Kontrol arbeitet an Lösungen, die überwachen, ob sich fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme (ADAS) gesetzeskonform und sicher verhalten. Dabei soll sich das ADAS über Landesgrenzen hinaus an die Gesetze anpassen.

Die Mobilität von morgen gesetzeskonform und sicher zu gestalten, das ist das Ziel des österreichischen Deep-Tech-SaaS-Unternehmens Kontrol. Das Softwareunternehmen übersetzt und digitalisiert komplexe Rechtsvorschriften sowie relevante Standards und Regulatorien des Straßenverkehrs in maschinenlesbare Sprache. Die KoPilot-Technologie von Kontrol prüft während der Fahrt, ob sich die integrierten Fahrerassistenzfunktionen gesetzeskonform verhalten. Gemeinsam mit starken Partnern wie dem TÜV Rheinland und einem Global-Cloud-Anbieter arbeitet das Unternehmen an dem neuen Sicherheitssystem und testet es für ein regelkonformes Fahren im Alltag.

Andreas Lauring, CEO und Gründer von Kontrol, sagt: „Es reicht nicht aus, ein System zu entwickeln, das lediglich sicher fährt. Wenn Original Equipment Manufacturer (OEM) und ADAS-Hersteller Fahrerassistenzsysteme entwickeln, müssen sie neben der Sicherheit auch die aktuelle Gesetzeslage beachten. Es muss die Gesetze verstehen, überwachen und auch flexibel umsetzen können. Nur so kann sich ein automatisiertes Fahrzeug gesetzeskonform verhalten und höchstmögliche Sicherheit für Fahrer und Umfeld gewährleisten.“

Kontrol arbeitet genau an dieser Technologie: ein Sicherheitssystem, dass künftig autonome Fahrzeuge nach eingehender Prüfung und Validierung durch Zulassungsstellen bei der Homologation, also der Zulassung von Kraftfahrzeugen und Fahrzeugteilen, unterstützt.

Funktionsweise des Sicherheitssystem

Jährlich werden rund 80 Millionen Autos produziert, davon sind 56 Prozent und immer mehr mit ADAS ausgestattet. Dieses System achtet unter anderem auf Geschwindigkeitsbegrenzungen oder hält während der Fahrt die Spur ein. Die Technologie von Kontrol sorgt dafür, dass beispielsweise das automatisierte Fahrzeug nicht übervorsichtig und verkehrsbehindernd im Verkehrsalltag agiert.

Das ist auch für die weltweit erste Genehmigung für autonomes Fahren nach Level drei wichtig. Also im sogenannten automatisierten Modus bis 60 km/h in Stausituationen, bei dem der Fahrer das Fahrzeug nicht permanent überwachen muss. Diese eingebetteten Hard- und Softwarelösungen treffen im Straßenverkehr für den Fahrer viele Entscheidungen ohne Kenntnisse der aktuellen Gesetzgebung.

Das kann in Zukunft zu einer Vielzahl von Unfällen sowie Haftungsproblemen in Milliardenhöhe führen. Hier könnten Hersteller schon vorsorgen: Während KoPilot in ein bestehendes System integriert werden kann, ermöglicht die KoSim-Technologie, das OEMs bereits in der Entwicklungsphase das autonome System in einer Simulationsumgebung vorab validieren.

Grenzübergreifend an Gesetze angepasst

Durch erste Anwendungsfälle will Kontrol beide Sicherheitssysteme testen. Dafür leiten sie Leistungskennzahlen für automatisiertes Fahren aus Gesetzen, Normen und Gerichtsurteilen ab und wollen diese regional spezifisch umsetzen: „In jedem Land gelten andere Verkehrsregeln. Wir wollen durch unsere Lösungen erreichen, dass das System Unterschiede wie die Abstandsregelung in Deutschland und Österreich erkennt und sich den aktuellen regionalen Gesetzen anpasst“, erklärt Lauringer.

Die Technologie stößt auch auf großes Interesse in den USA, da in jedem Bundesstaat unterschiedliche Verkehrsregeln gelten. Für die Homologation hochautomatisierter Fahrzeuge sind diese Erkenntnisse essenziell. „Das bringt mehr Sicherheit auf unsere Straßen und ebnet den Weg in eine vertrauenswürdige Mobilität von morgen“, sagt Lauringer.

Das Unternehmen will mit seinen Lösungen auch die europaweite Sicherheits-Testeinrichtung Euro NCAP in Hinblick auf das „Zero Road Fatalities“-Programm im Straßenverkehr unterstützen: Die Organisation führt Crashtests für Neufahrzeuge durch und bietet Autofahrern eine realistische und unabhängige Bewertung der Sicherheitsleistung der meistverkauften Autos in Europa an.

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