Vor Jahren wurde beschlossen, die Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. Damit dieses Ziel erreicht wird, wird nun ein Treibhausgas-Monitoringsystem entwickelt, welches den Ausstoß von CO2 überwachen soll.

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Klimaziele im Blick behalten Deutschland erhält ein Integriertes Treibhausgas-​Monitoringsystem

05.10.2022

Klimaneutralität bis 2045: Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Ausstoß von Treibhausgasen drastisch reduziert und dafür Treibhausgasquellen und -​senken überwacht werden. Mit Hilfe der Expertise und Beratung des DLR Projektträgers fördert das BMBF die Maßnahme ITMS, ein unabhängiges Integriertes Treibhausgas-​Monitoringsystem für Deutschland.

Kohlendioxid, Methan und Distickstoffmonoxid (Lachgas) – der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen trägt maßgeblich zur Erderwärmung bei. Im Übereinkommen von Paris beschlossen 2015 insgesamt 195 Staaten, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 °C zu begrenzen und hierfür die Emissionen deutlich zu reduzieren. Damit wurde auch der politische Grundstein für die Überwachung und Dokumentation des Treibhausgasausstoßes gelegt.

Die jüngst gestartete Fördermaßnahme ITMS wird ein unabhängiges Monitoringsystem für Treibhausgasquellen und -senken entwickeln. Treibhausgasquellen sind beispielsweise die Strom- und Wärmeerzeugung, die industrielle Produktion, der Verkehr und die Landwirtschaft. Als Treibhausgassenken, also Kohlendioxid-Speicher, gelten unter anderem intakte Moore und Wälder.

Strukturierte Daten über Treibhausgasquellen und -senken

Die durch ITMS gewonnenen Daten werden deutschlandweit erhoben und quantifiziert. Dadurch lässt sich differenzieren, inwieweit natürliche oder vom Menschen gemachte Beiträge auf Treibhausgasquellen und -senken einzahlen. So können exakte Aussagen über deren Bedeutung gemacht werden, ohne diese zu unter- oder überschätzen. Ebenso lassen sich regionale Hotspots identifizieren, wie beispielsweise entwässerte Moore, die nicht mehr in der Lage sind, die großen Mengen an gespeicherten Treibhausgasen zu binden.

Sämtliche durch das Integrierte Treibhausgas-Monitoringsystem gewonnenen Informationen werden online bereitgestellt, visuell aufbereitet und auf die Anforderungen deutscher Akteure und der Politik zugeschnitten. Räumlich und zeitlich aufgelöste sowie sektorenspezifische Informationen dienen so als wissenschaftliche Grundlage für die politische Entscheidungsfindung. Auch die Wirksamkeit von Klimaschutzmaßnahmen kann auf diese Weise regelmäßig überprüft und die Maßnahmen entsprechend angepasst werden.

DLR Projektträger bereitet den Weg für Monitoring

Mit Hilfe des DLR Projektträgers fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Aufbau des ITMS. Der DLR Projektträger identifiziert dabei dank seiner Fachkenntnisse und seines umfangreichen Netzwerkes in den Klimawissenschaften die relevanten Akteure und bringt sie zusammen. Die Expertinnen und Experten im DLR Projektträger bündeln die gewonnenen Forschungsergebnisse, beraten mit diesem neuen Wissen das BMBF und bereiten so den Weg für langfristige und zielgerichtete Maßnahmen, um Treibhausgase zu reduzieren.

Der DLR Projektträger betreut im Auftrag der Bundesregierung eine Reihe von Maßnahmen, die sich mit dem besseren Verständnis des Klimawandels und seinen Ursachen und Folgen auseinandersetzen sowie mit der Möglichkeit, mit den Folgen umzugehen.

Zu diesen zählen unter anderem das vom DLR Projektträger für das BMBF entwickelte Förderprogramm CDRterra, das sich mit den Möglichkeiten der CO2-Entnahme aus der Atmosphäre beschäftigt, sowie das Projektmanagement des deutschen Beitrags zur Forschungsinfrastruktur ACTRIS, die europaweit den Zusammenhang zwischen Treibhausgasen, Feinstaubpartikeln und Spurengasen und der Dynamik des Klimawandels untersucht. Im DLR Projektträger ist außerdem die deutsche Koordinierungsstelle des Weltklimarats IPCC angesiedelt.

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