ABB AG

„Der rückspeisefähige ACS880 lässt sich so einfach wie jeder andere Frequenz­umrichter von ABB handhaben – nur bekommen Sie noch Energie zurück“, sagt Fred Donabauer, Leiter Produktmanagement LV Drives, ABB.

Bild: ABB

Interview über rückspeisefähige Frequenzumrichter von ABB „Der Druck, Energie zu sparen, wächst“

30.04.2018

Rückspeisefähige Frequenzumrichter sparen nicht nur Kosten, Maschinenhersteller und Anlagenbetreiber erzielen damit auch Wettbewerbsvorteile. Genau deshalb bietet ABB eine neue Generation von Umrichtern an, mit der die Energierückgewinnung einfacher denn je ist, wie Fred Donabauer, Leiter Produktmanagement LV Drives bei ABB, im Gespräch mit A&D erläutert.

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A&D:

Behandeln Unternehmen energie­effiziente Komponenten noch immer zweitrangig, weil ihnen der hohe Ein­spareffekt durch moderne Motoren und Frequenzumrichter nicht bekannt ist?

Donabauer:

Vor ein paar Jahren war das sicherlich noch so, doch es hat sich insbesondere im Zuge geänderter Gesetzgebungen und der Digitalisierung deutlich gewandelt. Denn durch das Sammeln und Analysieren von Daten lassen sich Energiefresser viel einfacher identifizieren. Hinzu kommt, dass viele Unternehmen mittlerweile Energiemanager haben, die genau diese Einsparpotenziale identifizieren. Und wir hören zunehmend von Maschinenbauern, dass deren Kunden nach der Energieeffizienz fragen. Auch hier erfolgt also ein Umdenken: Energie sparen ist ein zunehmend wichtiger Wettbewerbsvorteil geworden.

Zieht bei ABB das Geschäft mit rückspeisefähigen Frequenzumrichtern an?

Absolut! Wir brauchen uns ja nur die Zahlen der Einsparpotenziale von konkreten Fallbeispielen anzusehen. Bei vielen Applikationen wie Hochregallagern, Zentrifugen oder Kranen mit zyklischen Bremsen amortisieren sich rückspeisefähige Frequenzumrichter bereits nach ein bis zwei Jahren. Genau deshalb haben wir auch unsere neue Generation der rückspeisefähigen Frequenzumrichter der Serie ACS880 auf den Markt gebracht, die durch ihr großes und fein abgestuftes Spektrum noch viel mehr Applikationen adressieren kann.

Helfen Sie Ihren Kunden bei der Berechnung, wann sich welche Lösung lohnt?

Natürlich stehen wir bei der Auswahl unterstützend zur Seite. Viele Kunden wissen aber ganz genau, welche Energie ihre Anwendungen benötigen und welche Bremsenergien auftreten. Mit diesen Daten ist die Berechnung schnell durchgeführt, ab wann sich ein rückspeisefähiger Frequenzumrichter lohnt. Unser Beratungs-Know-how wird wichtiger, wenn eine neue oder vorhandene Infrastruktur mit energieeffizienten Komponenten ausgestattet werden soll. Dann identifizieren wir für unsere Kunden die ideale Lösung. Undsind dann beispielsweise Bremswiderstände die kosteneffizientere Wahl, weil die Energierückspeisung sehr gering ist, dann empfehlen wir auch das.

Weil ABB auch die erwähnte klassische Widerstandsbremsung im Portfolio hat, drängen Sie nicht auf die neue Lösung?

Nein, nicht in jedem Fall! Wir können dem Kunden wirklich die Lösung anbieten, die für ihn am besten passt. Wir betrachten beides, die Wirtschaftlichkeit und das Energie-Einsparpotenzial. Bei Applikationen, bei denen sehr selten gebremst wird, ist die Widerstandsbremsung nach wie vor eine wirtschaftliche Variante.

Ist denn eine bestimmte Infrastruktur notwendig, um rückspeisefähige Frequenzumrichter verwenden zu können?

Wird ein rückspeisefähiger Umrichter unserer neuen Generation ACS880 eingesetzt, dann werden keine weiteren Komponenten benötigt. Der ACS880 wird wie ein normaler Frequenzumrichter an das Netz und den Motor angeschlossen und parametriert. Es gibt in der Handhabung keinen Unterschied, allerdings wird Energie in das Netz zurückgespeist. Unsere neuen rückspeisefähigen Frequenz­umrichter haben die Rückspeiseeinheit sowie die Netzfilter schon integriert.

Wenn alles schon integriert ist, dann sparen die ACS880 doch auch viel Platz?

Im Idealfall wird sogar bis zu 85 Prozent Platz eingespart, durch weniger Komponenten und den Wegfall eines Schaltschranks – schließlich ist unser Umrichter auch in Schutzart IP55 lieferbar. Ich kann den Umrichter genau da platzieren, wo er benötigt wird; Platz für Schränke, aufwendige Verkabelung und Kühlmaßnahmen werden vermieden.

Sind Kühlmaßnahmen beim Bremsen über Widerstände wirklich notwendig?

Ja, denn ohne eine Energierückspeisung wie beim ACS880 wird die Bremsenergie in Wärme umgewandelt! Typischerweise liefern Maschinenbauer ein abgeschlossenes System mit Schaltschrank. Und bei Lösungen mit Bremswiderständen befinden sich diese wegen der Hitzeentwicklung auf dem Schaltschrankdach. Die Wärme entweicht in die Produktionsumgebung oder muss sogar aus geschlossenen Umgebungen abgeführt werden. Sehr oft sehen wir also zusätzliche Kühlmaßnahmen oder Klimalösungen für die Wärmeabfuhr. Das alles kostet wieder Geld. Wichtig ist bei der Wahl der Lösung immer eine Gesamtkostenbetrachtung. Rückspeisefähige Frequenzumrichter rechnen sich bei Applikationen mit zyklischen oder kontinuierlichen Bremsungen somit nicht nur durch die Energierückspeisung.

Typische rückspeisefähige Frequenzumrichter sind modular mit Netzfilter, Einspeiseeinheit und Wechselrichter aufgebaut. Beim ACS880 ist alles kompakt in einem Gerät. Vereinfacht das auch die Parametrierung und Inbetriebnahme?

Das war ein Hauptargument für die Entwicklung der kompakten ACS880-Serie. Kunden müssen nicht drei Komponenten auswählen, dimensionieren, aufeinander abstimmen, verdrahten und in einem Schaltschrank verbauen. Den ACS880 hängt man beispielsweise einfach an die Wand und der rückspeisefähige Frequenz­umrichter synchronisiert sich automatisch auf das Netz und merkt selbst, wann er zurückspeisen muss und wann er Energie vom Netz benötigt.

Frequenzumrichter eignen sich auch hervorragend für das Sammeln von wichtigen Motordaten, um diese für weitere Analysen und Services zu verwenden. Ist mit dem rückspeisefähigen ACS880 noch mehr möglich?

Ja, denn die Messung zusätzlicher Leistungs- und Energiedaten ermöglicht ein detaillierteres Energiemonitoring. Ansonsten sind über den ACS880 die gleichen digitalen Services über ABB Ability möglich wie schon bei unseren modernen „normalen“ Frequenzumrichtern. Beispielsweise Remote Assistance, Condition Monitoring oder präventive Wartung.

Wie differenziert sich ABB mit der neuen ACS880-Serie vom Wettbewerb?

Wir bieten mit der ACS880-Serie eine sehr breitbandige Lösung an, mit der es für jede Anwendung genau die passende Dimensionierung gibt. Durch die hohe Integration benötigen die rückspeisefähigen Frequenzumrichter auch deutlich weniger Platz als modular aufgebaute Lösungen. Weniger Installations- und Parametrieraufwand differenziert unsere Lösung ebenso wie eine hohe Betriebssicherheit. Der ACS880 kann Unterspannung ausgleichen, und außerdem bleibt das Netz durch minimale Oberschwingungen von typischerweise drei Prozent sehr sauber. Neben der hocheffizienten Rückspeisung ist die ACS880-Serie echt top­fit, was den robusten Betrieb betrifft.

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