Themen-Tables MARKT.Check, Fachkonferenz Zukunft.DEFENCE

Defence oder Defensive? Wer zögert, verliert den Anschluss

Weidmüller GmbH & Co. KG

Themen-Tables auf der Zukunft.DEFENCE: Experten aus Industrie, Verbänden und Beratung diskutieren Lieferkette, Cybersicherheit, Vergaberecht und Markteinstieg im Verteidigungssektor.

Bild: publish-industry Verlag
01.06.2026

Viele Unternehmen wollen in den Verteidigungsmarkt – doch die ersten zwölf Monate sind entscheidend. Auf der Zukunft.DEFENCE zeigen Experten an sechs parallelen Themen-Tables aus Industrie und Verbänden, wo echte Potenziale liegen und wo der Einstieg oft schon scheitert.

Die Fachkonferenz Zukunft.DEFENCE bringt die zivile Industrie, die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (SVI) sowie die Bundeswehr als Beschaffungsorganisation in einen direkten Austausch. Sie macht Bedarfe, Beschaffungswege und Rahmenbedingungen transparent, zeigt realistische Geschäftspotenziale und Grenzen auf und fördert Partnerschaften – vom Marktüberblick und Best Practices bis zum Weg zum ersten Auftrag. Im Mittelpunkt der parallelen Themen-Tables MARKT.Check, können Sie sich am 11. Juni von 11.40 bis 12.30 Uhr an sechs verschiedenen Tischen zu Regulatorik, Lieferkette, Defence als neuem Markt und vielem mehr austauschen.

Werfen Sie einen Blick in die Agenda!

Die Themen-Table-Hosts stellen Ihre Diskussions-Thesen vor:

Transparenz und Vernetzung entlang der Verteidigungslieferketten

Denn wer nicht schnell genug ist, verliert. Das Problem ist nicht die Verfügbarkeit von Lieferanten, sondern ein transparenter Marktüberblick. Die Chance als Lieferant liegt in Tier 1 und Tier 2, nicht in den Systemhäusern. Für neue Einkaufs- und Lieferantenbeziehungen braucht es mehr als nur Technik: Vertrauen, Zeit und Motivation sind der Schlüssel zum Erfolg. Realitätscheck: Entscheidend ist weniger Bürokratisierung im Vergaberecht, sonst bleibt der Ramp-up ein Buzzword. Host ist Mirjam Zeller, sie arbeitet seit 2017 für den Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) als Geschäftsführerin von BME Marketing in Eschborn. In dieser Funktion verantwortet sie unter anderem den Aufbau und die strategische Entwicklung des Defence-Procurement-Geschäftsbereichs, einschließlich des Förderauftrags zum Betrieb der digitalen Matching-Plattform SVI-Connect, die durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird.

Neue Märkte, neue Anforderungen

Weidmüller berichtet von seinen Erfahrungen im Verteidigungssektor – und macht deutlich: Wer Defence unterschätzt, unterschätzt die Spielregeln. Gerade die ersten zwölf Monate sind entscheidend. Ohne langen Atem und konsequentes Dranbleiben wird man schnell ausgebremst. Best Practices entstehen dabei selten aus reinen Erfolgsmeldungen, sondern vor allem aus den Learnings auf dem Weg. Denn Erfolg ist kein Zufall: Ohne Fokus, Priorisierung und klar definierte Zuständigkeiten bleibt der Einstieg oft nur ein Vorhaben auf dem Papier. Und auch Dinge bewusst zu verwerfen gehört zur Strategie, denn wer nichts verwirft, hat meist auch nichts dazugelernt. Host ist Stefan Oermann, Vice President Global Market Management bei Weidmüller und verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung im technischen Vertrieb und Marktmanagement. Seine Laufbahn führte ihn vom Vertriebsinnendienst über den Kundenservice und die regionale Vertriebsverantwortung bis hin zur globalen Marktsteuerung. In seiner heutigen Rolle arbeitet er konsequent ausgehend von konkreten Marktanforderungen, Einsatzszenarien und regulatorischen Rahmenbedingungen – unter anderem in sicherheits- und verteidigungsnahen Anwendungen – und leitet daraus passgenaue industrielle Lösungen ab.

IEC 62443 für Defence

Ohne einen Norm-Rahmen bleibt Cybersicherheit langsam und teuer. ISO 27001 und BSI-IT-Grundschutz sind ein guter Ausgangspunkt, für feldnahe Embedded-Systeme jedoch nicht ausreichend. Wenn Cybersecurity-Anforderungen erst spät in Lieferbedingungen auftauchen, werden neue Lieferanten und Start-ups ausgebremst. Die Übertragung der industriellen Normenreihe IEC 62443 auf den Verteidigungssektor schafft Skalierbarkeit. Ohne ein generisches Mapping nach IEC 62443 bleibt Cybersecurity für Verteidigungsprodukte projektspezifisch – und Produkte kommen langsamer in den Einsatz. Host ist Matthias Wunderskirchner, er ist Principal IT/OT Security bei Incyde sowie Tech Lead im Systems Engineering. Er ist Diplom-Ingenieur (FH) für Elektrotechnik mit Schwerpunkt Automatisierungstechnik und verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Energieanlagen-Automatisierung und Prozessleittechnik. Zuvor war er unter anderem als Systemingenieur und Teamleiter bei Kayser-Threde sowie als Leiter der Abteilung Consulting & Projekte Kommunikation bei OHB-System tätig.

Ukraine als Innovations- und Auftragstreiber:

Erfahren Sie mehr von Mattia Nelles, er interessiert sich besonders für die ukrainische Gesellschaft, Wirtschaft sowie Innen- und Außenpolitik. Er hat mehrere Jahre in der Ukraine gelebt und gearbeitet. Vor der Gründung von DUB war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter (in Elternzeit) des Bundestagsabgeordneten Robin Wagener (Bündnis 90/Die Grünen) tätig und befasste sich dabei schwerpunktmäßig mit der Ukraine und Russland. Zuvor war er für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und für Projekte der kommunalen Entwicklung in der Ostukraine als Berater tätig. Bis Ende 2020 war er Programmdirektor des Ukraine-Programms am Zentrum Liberale Moderne (LibMod). Dort war er verantwortlich für die Plattform „Ukraine verstehen“ und ein Beratungsprojekt mit dem Parlament der Ukraine. Nelles absolvierte ein Masterstudium der Politikwissenschaften mit Schwerpunkt Osteuropa an der Freien Universität Berlin. Er ist Mitglied des Aufsichtsrats der International Center for Ukrainian Victory Foundation (ICUV), die sich für die globalen Interessen der Ukraine einsetzt und Maßnahmen unterstützt, um den ukrainischen Sieg kurz- und langfristig zu beschleunigen.

IMP Defence Navigator

Mit Open Strategy echte Defence-Potenziale erkennen statt auf Bauchgefühl zu setzen. Kennen Sie die Mythen über das Defence-Business? Schärfen Sie Ihr Bewusstsein und erstellen Sie ein „Competitive Landscape“. Lernen Sie aus Erfahrungen und leiten Sie Muster des Misslingens und Gelingens ab („TOP5 Erfolgsfaktoren“). Reflektieren Sie Ihr Vorgehen mit dem „Defence Navigator“. Hosts sind Dr. Stefan Odenthal ist ehemaliger CEO von Hirtenberger Defense, Aufsichtsrat und Investor. UndProf. Dr. Stephan Friedrich von den Eichen, er ist Managing Partner bei Innovative Management PartnersOpen sowie Strategy Evangelist und Co-Autor des Management-Bestsellers „Innovators Dilemma“ und des MIT-Bestsellers „Open Strategy“. Stephan hilft zahlreichen Unternehmen, Disruptionen zu meistern und bahnbrechende Geschäftslogiken in den Markt zu tragen.

Prüfverfahren & Zulassung

Für die Verteidigungsindustrie braucht es ein eigenes Konformitätszeichen, das die besonderen Rahmenbedingungen und Erwartungen an Konformität sichtbar und vergleichbar macht. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass ein Prüfplan kein Anforderungskatalog ist. Entwicklungsprozess und Zulassungskonzept müssen gezielt aufgesetzt und optimiert werden. Die beschleunigte Beschaffung der Bundeswehr stellt eine Herausforderung dar, wenn konsequent der Safety-, Security- und Sustainability-Strategie (S3) gefolgt wird. Insgesamt steht der Verteidigungssektor beim Trusted Testing unter hohem Zeitdruck im Spannungsfeld zwischen Verschwiegenheit/Geheimschutz, belastbarer Nachweisführung und einem konkurrenzfähigen Time-to-Market. Erfahren Sie mehr von Sami Demirca, er ist als Strategic Business Development Manager bei TÜV Süd tätig und verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in den Bereichen Produktprüfung und internationale Produktzertifizierung. Sein Schwerpunkt liegt auf globalen regulatorischen Anforderungen und deren praxisorientierter Umsetzung in regulierten Märkten.

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