Effiziente Doppelnutzung von elektroautomobilen Batteriesystemen kann die Umweltbilanz verbessern und die Lebenszykluskosten der E-Mobilität senken.

Bild: Daimler AG
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Batteriespeicher für E-Autos Doppeltes Leben für Lithium-Ionen-Batterien

24.10.2017

Die Daimler-Tochter Mercedes-Benz Energy und Enercity haben nach circa einjähriger Bauphase einen der größten Batteriespeicher Europas in Betrieb genommen.

Der Speicher fungiert als lebendes Ersatzteillager für elektromobile Batteriesysteme. 1.800 von insgesamt 3.240 der für die dritte Generation smart electric drive Fahrzeugflotte vorgehaltenen Batteriemodule wurden am enercity-Standort in Hannover-Herrenhausen zu einem Stationärspeicher gebündelt. Die Anlage stellt damit dem Strommarkt heute schon eine Leistung von 5 MW zur Verfügung. Die Fertigstellung der Gesamtanlage mit einer Speicherkapazität von insgesamt 17,4 MWh ist für das erste Quartal 2018 geplant.

Kompetenzen effizient bündeln

Die für die automobile Anwendung vorgesehenen Lithium-Ionen-Batterien erbringen vor ihrem Einsatz in Daimler-Elektrofahrzeugen eine Systemdienstleistung auf dem deutschen Markt für Primärregelleistung (PRL). Durch die „Lebende Lagerung" der Ersatzbatterien schaffen die Partner einen Business Case, der in dieser Form nur gemeinsam von einem Automobilhersteller und einem Energieversorgungsunternehmen realisiert werden kann. Die Partner profitieren dabei von ihren jeweiligen Kompetenzen in den Bereichen Energiewirtschaft, Systemdienstleistungen, Batterieentwicklung und -produktion sowie Vermarktung.

Die Produktion der automobilen Lithium-Ionen-Batteriesysteme erfolgte durch die hundertprozentige Daimler Tochter Accumotive. Die Entwicklung und Produktion des Batteriespeichersystems erfolgte durch die ebenso hundertprozentige Daimler-Tochter Mercedes-Benz Energy. Beide Unternehmen sind am Standort Kamenz ansässig. Für die Vermarktung der Batteriespeicherleistung auf dem Regelleistungsmarkt ist Enercity verantwortlich.

„Lebendes Ersatzteillager" als netzdienlicher Stromspeicher

Durch die Vermarktung der lagernden Speicherleistung auf dem deutschen Markt für PRL leistet das Geschäftsmodell einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes und gleichzeitig zur Wirtschaftlichkeit von Elektromobilität. Bei zunehmenden Schwankungen der Stromeinspeisung aus Erneuerbaren Energien, wie Wind und Sonne, dienen solche Speicher zur optimalen Ausregelung einer konstant zu stabilisierenden Netzfrequenz. Sie gleichen mit ihrer Speicherkapazität die Energieschwankungen nahezu verlustfrei aus – eine Aufgabe, die derzeit überwiegend schnell drehende Turbinen, also rotierende Massen in Großkraftwerken, übernehmen. Rund die Hälfte der geplanten Systemstränge ist mit einer Leistung von 5 MW bereits mit dem Netz gekoppelt.

Die Elektrifizierung des Antriebes ist für das nachhaltige Erreichen der CO2-Ziele im Straßenverkehr maßgeblich und trägt damit zur Erfüllung der internationalen Klimaschutzziele bei.

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