„Physical AI verändert grundlegend, was Roboter in industriellen Anwendungen leisten können“, betont Craig McDonnell, Leiter der Business Line Industries bei ABB Robotics. „Einige der größten Potenziale von Physical AI liegen in Anwendungen, die aufgrund ihrer hohen Variabilität bislang nur schwer zu automatisieren waren. Der Fashion Inductor, erweitert um den AI Robot Trainer, ist unsere erste durchgängige und kamerabasierte Physical-AI-Lösung für den industriellen Einsatz. Sie zeigt, wie intelligente Automatisierung im industriellen Maßstab implementiert, betrieben und kontinuierlich optimiert werden kann. Damit unterstützt sie Systemintegratoren dabei, Projekte schneller umzusetzen, Risiken zu reduzieren und eine dauerhaft hohe Leistung sicherzustellen.“
Der Fashion Inductor wurde speziell für die hohen Anforderungen und die große Vielfalt in der Mode- und Bekleidungslogistik entwickelt, wo Produkte, Verpackungen und Betriebsbedingungen kontinuierlich variieren. Bereits heute ermöglicht das System eine leistungsstarke Sortierung und Vereinzelung unter realen Logistikbedingungen – mit einem Durchsatz von bis zu 1.300 Artikeln pro Stunde und Zelle sowie einer Greifgenauigkeit von mehr als 99,5 Prozent. Grundlage dafür sind die KI-gestützte automatische Bahnplanung von ABB Robotics, die hohe Bewegungspräzision der Roboter und die speziell für diese Anwendung entwickelte Bildverarbeitungstechnologie.
Vortrainierte KI-Modelle verringern Aufwand
Mit dem AI Robot Trainer kommen kamerabasierte Physical-AI-Funktionen hinzu, die den Entwicklungs- und Inbetriebnahmeaufwand um bis zu 75 Prozent reduzieren. Die Lösung umfasst vortrainierte, speziell auf Anwendungen in der Mode- und Bekleidungslogistik zugeschnittene KI-Modelle für die Bildverarbeitung, anwendungsspezifische Tools sowie Funktionen für ein schnelles Nachtrainieren der Modelle. Damit können Systemintegratoren Anwendungen ohne spezielles KI-Know-how implementieren, an veränderte Anforderungen anpassen und kontinuierlich optimieren.
Der Fashion Inductor wurde zudem um eine neue Digital-Twin-Funktion erweitert. Die exakte virtuelle Abbildung der Anwendung verknüpft die Application Controller Platform (ACP) mit der automatischen Bahnplanung, dem AI Robot Trainer und RobotStudio. Das beschleunigt die Inbetriebnahme und bietet mehr Flexibilität bei der Systemeinrichtung, einschließlich der Integration von Komponenten anderer Hersteller wie Greifern.
Die KI-Modelle werden nicht nur entwickelt, sondern während des gesamten Lebenszyklus des Robotersystems kontinuierlich verbessert und an reale Leistungsanforderungen sowie veränderte Betriebsbedingungen angepasst. Der AI Robot Trainer ermöglicht ein schnelles und strukturiertes, auf die jeweilige Roboterzelle zugeschnittenes Retraining in einem sogenannten Closed-Loop-Workflow. Dabei überwacht das System die Leistung des Roboters, erkennt Abweichungen, generiert neue Trainingsdaten für die Modelle und spielt Verbesserungen direkt auf den Roboter zurück.
Der gesamte Lebenszyklus wird von den zentralen Plattformen von ABB Robotics unterstützt: RobotStudio bildet die Grundlage für die virtuelle Planung, Simulation und Validierung, während die OmniCore-Robotersteuerung die Anwendungen in der Produktion ausführt.
Erster Schritt eines umfassenden Portfolios
Fashion Inductor markiert den ersten Schritt einer umfassenden Einführung visionbasierter Physical AI durch ABB Robotics. Sie bildet einen zentralen Baustein für die Entwicklung einer autonomen und vielseitigen Robotik (AVR). Der auf dem AI Robot Trainer basierende Ansatz wird bis zum ersten Quartal 2027 auf weitere kameragestützte Anwendungen von ABB Robotics ausgeweitet und bringt adaptive, über den gesamten Systemlebenszyklus hinweg verbesserte KI-Funktionen in die nächste Generation autonomer Robotersysteme.