Hartnäckigste Schadstoffe einfach beseitigen

UV-Licht statt Aktivkohle: PFAS-Abbau am Entstehungsort

PFAS gelten als unzerstörbar, insbesondere ultrakurzkettige Verbindungen, die nahezu jeder Behandlungsmethode trotzen. Ein Schweizer Cleantech-Unternehmen hat dies im laufenden Industriebetrieb widerlegt.

Bild: ChatGPT, publish-industry
30.06.2026

Lange galt es als technisch kaum lösbar, ultrakurzkettige PFAS zu zerstören. Das Pilotprojekt von Oxyle liefert nun Felddaten, die das Gegenteil beweisen – und zeigt, dass die Technologie noch in den Kinderschuhen steckt.

Das Schweizer Cleantech-Unternehmen Oxyle hat seine Lösung zur Zerstörung von PFAS erfolgreich bei einem Industriekunden vor Ort demonstriert. Der Pilot erweitert das wachsende Portfolio an Kundenvalidierungen und markiert einen weiteren Schritt in der Kommerzialisierung der permanenten PFAS-Zerstörung. In dem Pilotprojekt validierte Oxyle den Abbau und die Defluorierung hoher Konzentrationen einer ultrakurzkettigen C3-PFAS-Verbindung in zwei separaten Prozessabwasserströmen mithilfe von OxLight, der firmeneigenen photochemischen Reduktionstechnologie.

Der Nachweis der permanenten Zerstörung unter realen Industriebedingungen belegt, dass auch schwer behandelbare ultrakurzkettige PFAS im industriellen Maßstab effektiv abgebaut werden können. Neben der Validierung der Behandlungsleistung lieferte der Pilot die verfahrenstechnischen und betrieblichen Erkenntnisse, die für den großtechnischen Einsatz und eine breitere Markteinführung erforderlich sind.

Feldergebnisse belegen Zerstörung in zwei komplexen Abwassermatrizen

Im Rahmen des Pilots wurden zwei Abwasserströme untersucht, die dieselbe ultrakurzkettige C3-PFAS-Verbindung enthielten, sich jedoch in der Zusammensetzung der Matrix und der Schadstoffkonzentration deutlich unterschieden. OxLight wurde dabei jeweils mit einem auf die spezifische Matrix abgestimmten Prozessdesign eingesetzt. In einem anorganisch belasteten Abwasserstrom mit einem PFAS-Gehalt von rund 20–25 ppm erzielte das System einen Abbau von mehr als 99 Prozent. In einem organisch belasteten Strom mit PFAS-Konzentrationen von rund 70 ppm wurden mehr als 97 Prozent Abbau erreicht. Fluoridfreisetzungsmessungen bestätigten zudem die Spaltung der Kohlenstoff-Fluor-Bindung und lieferten somit den Nachweis einer permanenten PFAS-Zerstörung.

OxLight: Technologie zur PFAS-Zerstörung vor Ort

OxLight ist die firmeneigene Zerstörungstechnologie von Oxyle. Sie kombiniert UV-Licht mit Mediatorchemikalien, um PFAS-Verbindungen direkt am Entstehungsort abzubauen. Damit stellt sie eine Alternative zu Adsorptions- und Filtrationsverfahren dar, bei denen PFAS lediglich in verbrauchten Medien oder sekundären Abfallströmen konzentriert werden. OxLight bildet die zentrale Abbaustufe innerhalb der modularen Zerstörungssysteme von Oxyle. Je nach standortspezifischer Wasserchemie, PFAS-Profil, Einleitungsanforderungen und Behandlungszielen können ergänzende Prozessstufen flexibel hinzugefügt werden.

Vor-Ort-Validierung als Grundlage für den großtechnischen Einsatz

Neben dem Leistungsnachweis lieferte der Pilot auch die verfahrenstechnischen und betrieblichen Daten, die für die Auslegung eines Full-Scale-Prozesses mit einem Abbauziel von 99,9 Prozent erforderlich sind. Das Projekt ermöglichte Einblicke in die Prozessstabilität, die Auslegungsparameter, die Betriebsbedingungen und die Wirtschaftlichkeit unter realen industriellen Bedingungen. Die Ergebnisse stärken insgesamt die Basis für den kommerziellen Einsatz der Oxyle-Lösungen in einem breiten Spektrum industrieller Abwasseranwendungen.

Dr. Fajer Mushtaq, Mitgründerin und CEO von Oxyle, sagt: „Ultrakurzkettige PFAS zählen zu den persistentesten und in der Wasseraufbereitung am schwierigsten zu behandelnden Schadstoffen. Die Pilotergebnisse belegen sowohl den erfolgreichen Abbau dieser Verbindungen als auch die Anpassungsfähigkeit unserer Lösung an die komplexen Abwasserbedingungen, mit denen Kunden in der Praxis konfrontiert sind. Der entstandene Datensatz bildet die empirische Grundlage für die Auslegung einer großtechnischen Anlage mit einem Behandlungsziel von mehr als 99,9 Prozent.“

Bildergalerie

  • OxLight-System im Piloteinsatz: Photochemische Reduktion zerstört ultrakurzkettige C3-PFAS in zwei Prozessabwasserströmen mit einer Abbaurate von über 97 beziehungsweise 99 Prozent.

    OxLight-System im Piloteinsatz: Photochemische Reduktion zerstört ultrakurzkettige C3-PFAS in zwei Prozessabwasserströmen mit einer Abbaurate von über 97 beziehungsweise 99 Prozent.

    Bild: Daniel Kunz Adliswil Switzerland

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