Berührungslose Display-Technologien kommen in diversen Anwendungsbereichen vor und werden immer beliebter.

Bild: Data Modul

Finger weg! Touchless-Technologien für Displays und POS-Systeme

05.09.2022

Berührungslose Display-Technologien überzeugen nicht nur durch ihre einfache Bedienbarkeit, sondern bieten darüber hinaus auch hygienische Vorteile. Zwei wegweisende Technologielösungen kommen nun dazu: die kapazitiv-basierte sowie die kamerabasierte Gestensteuerung, die Handbewegungen mittels passender Softwarelösung in Cursor-Bewegungen übersetzt.

Die zwei Ansätze unterscheiden sich in ihrer Funktionalität und ihrem Aufbau und werden daher in Abhängigkeit vom jeweiligen Anwendungsbereich sowie der späteren Wunschgröße des Touchscreens oder Systems eingesetzt. Bei der kapazitiven Gestensteuerung kommt ein eigenentwickeItes Controllerboard auf Basis der GestIC-Technologie zum Einsatz, das 2D-PCAP Funktionalität mit 3D-Gestensteuerung kombiniert. Dadurch wird eine nahtlose Synchronisation zwischen 2D-PCAP-Touch-Scan und 3D-Gesten-Scan gewährleistet und ermöglicht neben der gewohnten Touch-Eingabe auf dem Bildschirm auch eine berührungslose Systemeingabe mit Hilfe von einfachen Handbewegungen.

Dabei umfasst das Repertoire der GUI-Software verschiedenste Gesten, die vom kapazitiven Sensor erkannt und in entsprechende Systembefehle übersetzt werden. Eine allseits bekannte und häufig genutzte ist die sogenannte Wisch-Geste (Flick/Swipe), die nicht nur für vertikale (hoch/runter), sondern auch horizontale (links/rechts) Aktionen genutzt werden kann. Je nach Kundenwunsch und späterem Anwendungsbereich können weitere Gesten, wie beispielsweise Airwheel (Dreh-Geste), implementiert werden.

Die intuitive und kapazitiv-basierte Gestensteuerung zeichnet sich durch eine vergleichsweise einfache Integration in ein bestehendes System aus und wird vor allem bei Diagonalgrößen von 5 bis 15,6 Zoll eingesetzt, da in diesem Größenbereich die Gesten von den umlaufenden Sende- und Empfangselektroden gut erkannt werden können.

Nachrüstbare Lösung

Für großformatigere Diagonalen eignet sich hingegen die kamerabasierte Touchless-Lösung, welche Data Modul jüngst in das Portfolio aufgenommen hat. Bei dieser Technologie werden die vom Anwender ausgeführten Handbewegungen automatisch von der Software der speziell entwickelten Plug&Play-Kameralösung erkannt und mittels eines virtuellen Modells in entsprechende Bildschirm-Cursor-Aktionen umgewandelt. In Abhängigkeit von dem Erfassungswinkel der verwendeten Kamera lassen sich so im Handumdrehen interaktive UI-DispIay-FIächen von bis zu 29 Zoll im Hochformat sowie bis zu 40 Zoll im Querformat realisieren, wobei die Gesamt-Display-Diagonale individuell an die Kundenwünsche angepasst werden kann und damit auch deutlich größer sein darf als die eigentliche UI-AktionsfIäche.

Auch die kamerabasierte Touchless-Technologie lässt sich in bestehende Systeme integrieren. Sollte das aktuell vorhandene System nicht mit einer speziellen Kamera für ein berührungsloses UI-Display ausgestattet sein, lässt sich diese über den Display-Experten einfach nachrüsten – ebenso wie die Software-Lösung für die erforderliche Erkennungsleistung der Gesten.

Lebensmittelindustrie & Co.

Berührungslose Displaytechnologien wie die kapazitiv-basierte oder auch kamerabasierte Gestensteuerung mit ihren Human Machine Interfaces kommen in zahlreichen Anwendungsbereichen vor und werden immer beliebter, weil sie zwei für die heutige Zeit sehr wichtige Aspekte miteinander kombinieren: hygienische Bedienung. Eine Paarung, die nicht nur für den medizinischen Bereich von großem Interesse ist, sondern auch im öffentlichen Bereich und weiteren Branchen zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Die Vorteile für Informations-, Registrierungs- oder Bestell- und Bezahlterminals oder für die Lebensmittelindustrie liegen auf der Hand. Aber auch im Automotive und Gaming Bereich werden sie bereits erfolgreich eingesetzt. Hier helfen sie beispielsweise dabei, die Konzentration auf den Fahrprozess und die Interaktion mit dem Auto zu erleichtern oder aber immersive Virtual-Reality-Spielerlebnisse zu fördern.

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