Bedeutet Microsofts Entscheidung für ARM-Prozessoren das Schachmatt für Intel?

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Microsofts Entscheidung für Azure-Server Stürzt ARM Intel vom Prozessor-Thron?

14.03.2017

Konkurrenzkampf in der Chip-Welt: Für seine Azure Cloud will Microsoft nicht, wie erwartet, Intel-Chips einsetzen. Stattdessen testet der Konzern Prozessoren von ARM für seine Cloud-Server. Welche Folgen hat diese Entscheidung für Intel?

Wie weit das Commitment von Microsoft zu ARM reicht, zeigt sich darin, dass der Software-Gigant bereits eine eigene Windows-Version für Server mit ARM-Prozessoren sowie ein neues Serverdesign (Projekt Olympus) entwickelt hat. Insbesondere soll der Windows Server mit Qualcomms 48-Kern-Prozessor Centriq 2400 kompatibel sein.

Vorteile von ARM gegenüber Intel

Damit laufen Windows Server zukünftig auf ARM-basierten Systemen, etwa von Cavium oder Qualcomm. Und hier zeigt sich einer der Gründe, warum sich Microsoft für ARM entschieden hat: Seine Prozessor-Chips sind mit diesen Herstellern - langjährigen Partnern von Microsoft - kompatibel. Somit eröffnet sich Mircosoft eine größere Auswahl an Herstellern. Ein weiterer Vorteil soll die höhere Energieeffizienz von ARM-Chips sein.

Qualcomm fertigt die Centriq-2400-Prozessoren in der 65-Bit-ARmv8-Architektur im 10nm-Verfahren. Intels x86-Prozessoren hingegen bieten lediglich 14 nm. Qualcomm soll auch Schnittstellen von NVMe unterstützen; außerdem wird es möglich sein, Multi-Host-Netzwerkkarten zu integrieren.

Wie gefährdet ist Intels Geschäft?

Mit seinen x86-Prozessoren wie dem Intel Xeon dominiert Intel derzeit den Chip-Markt und wagt sogar die Behauptung: „98 Prozent der Cloud laufen auf Intel.“ Prozessoren sind das derzeit über 17 Milliarden schwere Kerngeschäft des Chip-Giganten. Die Entscheidung eines Konzerns wie Microsoft gegen Intel und für seine Konkurrenz sägt somit am Prozessor-Thron des Herstellers.

Und was sagt Intel dazu? Die Stellungnahme fällt gelassen aus: Das Unternehmen betont sein Verständnis dafür, dass Kunden unterschiedliche Anbieter ausprobieren wollen, betont aber, dass Intel-Xeon-Serverchips insbesondere für Cloud-Applikationen weiterhin die günstigste Lösung sei.

Bildergalerie

  • Für die Microsoft Azure Cloud soll unter anderem Qualcomms ARM-Prozessor Centriq 2400 zum Einsatz kommen.

    Bild: Microsoft Azure

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