Phoenix Contact Deutschland GmbH

E-Parkplatz mit Terminal: Mitarbeiter von Phoenix Contact verbinden ihr E-Mobil mit dem Ladepunkt und melden ich mit dem Werksausausweis am Terminal an.

Bild: Phoenix Contact E-Mobility

Elektromobilität Strom tanken während der Arbeit

30.09.2016

E-Mobilität ist auf dem Vormarsch und in vielen Städten wachsen die Ladesäulen aus dem Boden. Auch ein Unternehmen hat auf diesen Trend reagiert und seinen Mitarbeiter-Parkplatz mit Ladesäulen ausgestattet.

Während über die Alltagstauglichkeit von E-Mobilen noch viel debattiert wird, kennen einige Mitarbeiter von Phoenix Contact das Thema bereits aus der täglichen Praxis. Denn wer privat ein E-Mobil nutzt, kann es auf dem unternehmenseigenen Parkplatz am Standort Blomberg bequem aufladen.

Wenn der Mitarbeiter sein E-Mobil geparkt hat, verbindet er es mit dem Ladepunkt und identifiziert sich mit seinem Werksausweis am Anmelde-Terminal. Eine intuitive Bedienoberfläche führt ihn in einfachen Schritten über die Wahl des Ladepunktes zum Ladevorgang. Am Terminal bekommt er auch Einblick in den aktuell laufenden Ladevorgang – bis hin zu den monatlichen Abrechnungsdaten.

Auch über eine App auf dem Smartphone kann der Ladevorgang gesteuert und die persönlichen Ladedaten abgerufen werden. Bei einigen Fahrzeugen – etwa beim Tesla – wird diese App vom Fahrzeughersteller zur Verfügung gestellt.

Neuer Ladepunkt wird automatisch erkannt

Software-Applikation und Bedienoberfläche des Terminals sind skalierbar: Wird der Elektroparkplatz um zusätzliche Ladesäulen erweitert, erkennt die Applikation den neuen Ladepunkt und zeigt ihn in der Oberfläche an. Zudem wurde die Applikation modular konzipiert – neben dem Lastmanagement-Modul ist noch ein Modul für die ERP-Anbindung integriert. Das Anmelde-Terminal auf dem Unternehmensparkplatz soll künftig in das ERP-System eingebunden werden – an das dann die aufgezeichneten Ladedaten übermittelt werden. So können die erfassten Energiemengen künftig unter Berücksichtigung des vom Gesetzgeber vorgeschriebenen geldwerten Vorteils noch bequemer abgerechnet werden. Aber auch andere Module können zu Abrechnungszwecken in die Software eingebunden werden. Für Ladesäulen im öffentlichen Bereich etwa bietet sich ein Backend-Modul an, das dann die abrechnungsrelevanten Daten über OCPP (Open Charge Point Protocol) an einen Server übermittelt.

Flexibilität auch auf dem Heimweg

Durch das Laden auf dem Blomberger Unternehmensparkplatz sind die e-mobilen Mitarbeiter flexibler. Möchte ein Mitarbeiter etwa nach der Arbeit eine längere Fahrstrecke zurücklegen, kann er das auch ohne zusätzliche Pause für das Laden, da sein E-Mobil stets ausreichend betankt ist. Außerdem sind damit jetzt viel längere Hin- und Rückwege zum Arbeitsplatz möglich – für ein Unternehmen in einem eher ländlichen Einzugsgebiet ein großer Vorteil. Das Reichweiten-Argument, das in der Debatte über die Akzeptanz des E-Mobils häufig vorgebracht wird, verliert hier an Bedeutung.

Schon bevor die ersten Blomberger Mitarbeiter privat ein E-Mobil erwarben, hat das Unternehmen E-Mobile für den Verkehr zwischen den Werken sowie für kurze Strecken genutzt – seitdem können Mitarbeiter praktische Erfahrungen mit der Elektromobilität sammeln. Obwohl der E-Parkplatz in der jetzigen Form erst Ende 2015 fertig-gestellt wurde, besitzen schon mehrere Mitarbeiter ein E-Mobil – darunter so unterschiedliche Fahrzeuge wie der Audi A3 etron, BMW i3, Tesla S, e-up und e-Golf von VW sowie Zoe und Twizy von Renault.

Durch den E-Parkplatz schafft Phoenix Contact Anreize für die Mitarbeiter, sich bei der Anschaffung eins Neuwagens für ein Elektrofahrzeug zu entscheiden. Speziell für diejenigen, die in ihrem Wohngebäude keine oder nur eine eingeschränkte Lademöglichkeit – etwa über die Schuko-Steckdose – haben, ist diese Möglichkeit interessant. Auch sogenannte Straßenparker schätzen den elektrischen Unternehmensparkplatz, und einige Mitarbeiter decken schon bis zu 80 Prozent ihres Jahresbedarfs dort ab. Das Laden auf dem Unternehmensparkplatz muss allerdings der Bewältigung des Arbeitsweges dienen, das ist in den Nutzungsbedingungen geregelt.

Lade-Management E-Mobile

Eine besondere Herausforderung bei der E-Mobilität ist die Einbindung des Ladevorgangs in das dahinterliegende Energie-Management. Auch in einem produzierenden Unternehmen wie Phoenix Contact stellt sich permanent die Frage, wie der Energiebedarf am besten geregelt und gedeckt wird. Ist der Energieverbrauch gerade besonders hoch – wenn etwa die Produktion auf Hochtouren läuft – werden nicht zwangsläufig benötigte Verbraucher auch gern gedrosselt oder gar abgeschaltet. Aufgrund der langen Parkzeiten während der Arbeitszeit werden die Elektrofahrzeuge künftig als „verschiebbare Lasten“ betrachtet. Damit steht dann ein ausreichendes Zeitfenster zur Verfügung, in dem der Energiebedarf des Fahrzeugs gedeckt werden kann.

Mit Hilfe eines lastsynchronen Lade-Managements sollen dann unerwünschte Lastspitzen im Unter-nehmen reduziert werden. Dabei übernimmt die Regelung der Energiezuleitung dann eine überge-ordnete Rolle – immer in Abhängigkeit vom Verbrauchsprofil des Unternehmens. Somit kann dem Elektroparkplatz ein maximaler Energieverbrauch zugewiesen werden, der nicht überschritten werden darf.

Parkzeiten vorausschauend nutzen

Prinzipiell kann jedes Elektrofahrzeug mit einem „bidirektionalen Ladegerät“ ausgestattet sein – das Fahrzeug kann also als mobiler Energiespeicher dienen. Vorteilhaft ist dabei, dass bei hohem Energiebedarf und daraus resultierenden Lastspitzen der Elektroparkplatz mittels Lastabwurf Energie zur Verfügung stellt, um die Lastspitzen zu kompensieren. Dabei muss allerdings ausgeschlossen werden, dass die Akkus mit der Zeit nachlassen.

Der Blomberger E-Parkplatz kann jederzeit für weitere E-Mobile ausgebaut werden, und die nächsten Schritte sind schon geplant. Schon bald kann der E-Mobilist seine individuellen Wünsche – Kapazität, Reichweite, Abfahrzeit – in das Lade-Management einpflegen. Über eine intelligente Schnittstelle übermittelt das Fahrzeug dann dem Management-System alle relevanten Parameter, und der vorausschauende Regelalgorithmus wird angestoßen. Auf der Basis dieser Daten kann das Management-System die Ladeströme dann gezielt regeln, damit die Fahrzeuge zu den benötigten Zeiten mit der benötigen Energie fahrbereit zur Verfügung stehen. Zum Feinschliff derartiger Management-Systeme können weitere Informationen herangezogen werden – wie die prognostizierte Energiezufuhr aus der wetterbedingten Energieerzeugung von PV- und Windkraft-Anlagen.

Energiebedarf im Blick

Die langen Parkzeiten, die sich beim Arbeitgeber zwangsläufig ergeben, sind zum Strom-Tanken von Elektrofahrzeugen ideal. Anders als bei einer Tasse Kaffee an der Raststätte, wo es ohne schnelles DC-Laden nicht geht, bietet das AC-Laden auf dem Unternehmensparkplatz den Mitarbeitern viel Komfort, und die Akzeptanz des E-Mobils wird deutlich erhöht. Durch die Einbindung des Lade-Managements in das übergeordnete Energie-Management des Unternehmens wird künftig verhindert, dass Lastspitzen bei erhöhtem Energiebedarf auftreten und die Energiebedarfe sich gegenseitig beinträchtigen. Bei der Konzeption des E-Parkplatzes konnte Phoenix Contact auch viel Know-how nutzen, über das Phoenix Contact E-Mobility im benachbarten Schieder-Schwalenberg verfügt.

Bildergalerie

  • „In-Cable Control and Protection Device“: außer mit dem Ladesteckverbinder nach Typ 2-Standard mit 22 KW kann auch mittels IC-CPD geladen werden - damit lassen sich Elektrofahrzeuge zu hause und unterwegs sicher und bequem laden.

    Bild: Phoenix Contact E-Mobility

  • Vorausschauendes dezentrales Lade-Management: der Lastverlauf des Unternehmens und die witterungsbedingte Energieerzeugung sind mögliche Einflussgrößen.

    Bild: Phoenix Contact E-Mobility

  • E-Parkplatz bei Phoenix Contact in Blomberg: hier hängen die E-Mobile am Netz, während die Fahrer arbeiten.

    Bild: Phoenix Contact E-Mobility

  • Stefan Gottschalk hat als Projektverantwortlicher des Blomberger Facility Management Engineering den Parkplatz geplant und errichtet.

    Bild: Phoenix Contact E-Mobility

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