Franklin-Kaserne in Mannheim: Ein Beispiel dafür, wie Immobilien die Städte der Zukunft entlasten können

Bild: Vandkunsten Architects

Städte der Zukunft Stressfrei leben in der Blue City

26.10.2016

Die Zukunft wird stressig für Städte. Entlastung sollen Blue-City-Konzepte bringen, die Immobilienplanung in den Fokus rücken.

Immer mehr Menschen zieht es in die Städte – ein Stresstest für den urbanen Raum. Um diesen zu bestehen, sind die Metropolen auf ökonomische, ökologische und qualitativ hochwertige Immobilien angewiesen. Sogenannte Blue-City-Konzepte von Drees & Sommer berücksichtigen die vielschichtigen Interdependenzen von all dem, was eine Stadt ausmacht.

So werden Städte lebenswert

Damit Städte lebenswert bleiben, muss das Zusammenspiel vieler unterschiedlicher Faktoren und Handlungsfelder stimmen: Finanzen, Digitalisierung, Gesellschaft, Mobilität, Klima, Energie, Ressourcen und Infrastruktur.

Eine entscheidende Rolle spielen dabei Immobilien als der Stellhebel, der alle Stadt-Stressoren in Einklang bringt. Denn eine Veränderung im einzelnen Gebäude hat stets auch Auswirkungen auf das Gesamte und umgekehrt.

Augen auf bei der Städteplanung

Da Städte hierzulande nicht auf dem Reißbrett entstehen, gilt es besonders bei der Planung von Sanierungsmaßnahmen, die Wirkungen und Rückkopplungseffekte auf das gesamte Umfeld miteinzubeziehen. Denn ökonomische, politische, und soziale Sicherheit sind seit jeher auch wesentliche Kriterien für Investoren. Für sie müssen Immobilien rentabel bleiben und gleichzeitig einen lebenswerten urbanen Raum schaffen.

Hierfür können alle Planungs- und Bauverfahren mithilfe der Digitalisierung auf ein völlig neues Niveau gebracht werden. Die Wechselbeziehungen von demografischer Entwicklung und aller städtischen Gebäude müssen vor dem Hintergrund der Stressoren in einem ganzheitlichen Konzept berücksichtigt werden.

Energieversorgung im Fokus

Hilfreich ist es, zunächst von einem einzelnen Kriterium auszugehen, etwa das Thema Energie, ihre Erzeugung, der Transport, die Speicherung und die Einsparung. Fernwärme und quartiers- oder sogar stadtübergreifende Energieversorgungsmöglichkeiten können gegengerechnet werden.

Ein ausgeklügeltes Konzept ermöglicht die Nutzung von Abwärme aus energieintensiven Immobilien – beispielsweise Einkaufszentren – für andere Gebäude. Die Dächer, die aufgrund ihrer Lage für Photovoltaik geeignet sind, werden via Lastmanagement unter anderem für E-Mobility genutzt, was wiederum die Stressoren Mobilität, Infrastruktur und Ressourcen beeinflusst.

Auch Klima ist als Ausgangspunkt geeignet: Ausgehend von einem Stadtviertel oder einem Gebäudekomplex lässt sich das urbane Mikroklima nach und nach verbessern. Dachbegrünung liefert mittels Regenwasserspeicherung das wertvolle Nass auch an andere Gebäude und deren Nutzer, und reduziert damit den Bedarf an Wasser in Trinkwasserqualität. Vogelperspektive und Froschperspektive müssen dabei immer wieder ineinander verwoben werden.

Projektbeispiel aus Mannheim

In Mannheim entstehen bis 2025 Wohnräume für 8000 Menschen sowie Bürogebäude, Einkaufsmärkte, Schulen und Kindergärten.

Mit 144 Hektar ist das Benjamin-Franklin-Areal die größte Baustelle in Baden-Württemberg und eines der bedeutendsten Entwicklungsprojekte bundesweit. Für den Vorbildcharakter der Franklin-Kaserne sorgt unter anderem ein Energiekonzept, das Gebäude mit der Mobilitätsinfrastruktur verzahnt.

Drees & Sommer begleitete die Ankaufsverhandlungen und unterstützt die von der Stadt Mannheim gegründete MWS Projektentwicklungsgesellschaft beim Konversionsprozess. Außerdem sicherten die Experten die Wirtschaftlichkeit des Projekts.

Bildergalerie

  • Luftaufnahme der Benjamin-Fraklin-Kaserne

    Bild: Kay Sommer

  • Eine Blue City berücksichtigt das Zusammenspiel vieler unterschiedlicher Faktoren und Handlungsfelder.

    Bild: Drees & Sommer

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