Hermann Püthe ist Geschäftsführender Gesellschafter des auf Schaltnetzteile spezialisierten Unternehmens Inpotron. Sein Credo ist: Wir planen und realisieren jede Stromversorgungsbaugruppe exakt nach Anforderungen des Kunden.

Bild: Inpotron

Transformation „Standard-Stromversorgungen kann die Konkurrenz machen“

05.08.2020

Im westlichen Hegau, wo andere Urlaub machen, hat sich das einstige Start-up Inpotron zu einem der attraktivsten und innovativsten Unternehmen des deutschen Mittelstandes entwickelt. Wahre Wachstumschancen findet man eben nur selten im Mainstream.

Hermann Püthe ist mit diesem Beitrag im E&E-Kompendium 2020 als einer von 100 Machern der Elektronikwelt vertreten. Alle Beiträge des E&E-Kompendiums finden Sie in unserer Rubrik Menschen.

Ich habe 1997 in Singen (Landkreis Konstanz) gemeinsam mit meinem damaligen Partner eine Firma für kundenspezifische Stromversorgungslösungen gegründet. Das einst sechsköpfige Start-up ist in den zurückliegenden rund 20 Jahren zu einem der innovativsten Unternehmen des deutschen Mittelstandes herangewachsen. Seit 2008 firmiert es unter Inpotron Schaltnetzteile im neuen Firmengebäude in Hilzingen – aber immer noch im Hegau in nächster Nähe zum Bodensee!

Als Firmenchef setze ich auf flache Hierarchien. Am Wertstrom und Kundennutzen orientiert habe ich eine sogenannte Waben-Struktur als Ablauf- und Organisationsstruktur eingeführt: Mitarbeiter-Teams bilden jeweils eine Wabe, in der jeder einzelne seinen Platz und seinen Verantwortungsbereich findet. Diese Struktur weckt Talente und fördert innovative Entwicklungen. Wichtig ist, zuzuhören – auch seinen Mitarbeitern. Denn wer zu 100 Prozent „made in Germany“ produziert, der muss sich bei seiner Belegschaft auf gegenseitiges Vertrauen, Motivation und Teamgeist verlassen können.

Maßanzüge statt Konfektionsware herstellen

Wer seinen Kunden kompromisslos individuelle Lösungen anbieten will, muss ebenfalls gut zuhören können. Jedes Inpotron-Produkt entspricht dann zu 100 Prozent den Wünschen und vor allem den Bedürfnissen der Auftraggeber. Diese kommen zum größten Teil aus der Industrie, in jüngster Zeit auch aus der Gebäudesystemtechnik, der LED-Beleuchtung und der Medizintechnik.

Standard-Lösungen überlasse ich der Konkurrenz. Worum es mir geht, sind nachhaltige und langjährige Geschäftsbeziehungen. Das erlaubt tiefe Einblicke in die Bedürfnisse der Kunden und macht umfassende Lösungen möglich.

Bis zu einem halben Jahr kann die Entwicklung eines unserer Produkte dauern, und bis die Freigabe abgeschlossen ist, vergehen oft nochmals vier oder fünf Monate. Dafür liefert Inpotron Maßanzüge statt Konfektionsware. Ob AC/DC- oder DC/DC-Wandler, ob unterbrechungsfreie Stromversorgung oder offene Platinen, ob Open Frame oder Komplettgeräte – im Fokus unseres Handelns steht nicht der schnelle Verkauf, sondern das Interesse unserer Kunden. Das ist meine Philosophie und meine Firmenstrategie, die ich bis jetzt auch erfolgreich umgesetzt habe.

Am Bodensee entsteht die Zukunft

Erfolg ist nicht planbar! Aber dass der Markt auch in Zukunft immer wieder neue Innovationen verlangen wird, steht außer Frage. Auf diese Herausforderungen ist man bei Inpotron heute schon vorbereitet, zumindest gedanklich.

Wir werden auch in Zukunft die Führungsposition in jenen Marktnischen behaupten, die wir in der Vergangenheit so erfolgreich erobert haben, und wir werden weiterhin auf außergewöhnliche Qualität setzen und maximal anpassungsfähig bleiben. Zudem werden wir sehr deutlich die Ökologie im Auge haben – durch umweltschonende Herstellungsverfahren, durch einen überlegten Umgang mit Rohstoffen und insbesondere durch langlebige Produkte. So malerisch die Landschaft rund um den Bodensee erscheinen mag, die Zukunft hat hier schon begonnen.

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