Das Reha-Zentrum Schwarzwaldklinik in Bad Krozingen im Schwarzwald zeichnet sich durch ein multidisziplinäres Leistungsangebot zur Rehabilitation aus. Die interprofessionelle Zusammenarbeit der Teams unterstützt die Reha-Patienten dabei, ihre Reha-Ziele zu erreichen und entsprechende Präventionsstrategien in Beruf und Familie fortzuführen.
Die selbst gesetzten Ansprüche der Schwarzwaldklinik erstrecken sich dabei nicht nur auf die Therapie, sondern auch auf das Umfeld: Mehrere Gebäudekomplexe mit einer Gesamtkapazität von rund 500 Betten schaffen ideale Voraussetzungen für den Therapieerfolg. Allerdings bedeuten diese großzügig dimensionierten Liegenschaften auch einen hohen Energiebedarf, insbesondere für Heizung, Warmwassererzeugung und Lüftung. Damit stand die Klinikleitung vor der Herausforderung, die bestehende Energieinfrastruktur im Zuge der eigenen Nachhaltigkeitsstrategie zu modernisieren.
Ziele der energetischen Modernisierung
Der Krankenhauscampus präsentiert sich als über Jahre gewachsene Infrastruktur mit unterschiedlichen, teils älteren Gebäuden und Heizzentralen. Ein Ziel bei der Modernisierung der gebäudetechnischen Anlagen bestand deshalb darin, die Versorgungssicherheit gemäß den steigenden Anforderungen sicherzustellen und die gesetzlichen Anforderungen (EWärmeG) zu erfüllen. Darüber hinaus sollten die zuvor vergleichsweise hohen und volatilen Betriebskosten gesenkt werden. Zudem fehlte es an Transparenz über Energieverbräuche und -flüsse sowie an entsprechenden Steuerungsmöglichkeiten.
Daraus ergaben sich folgende konkrete Aufgabenfelder:
Modernisierung der anlagentechnischen Energieinfrastruktur
Erhöhung der Energieeffizienz
Reduzierung der Energiekosten
Steigerung der Unabhängigkeit bzw. Reduktion der Abhängigkeit von externen Energieversorgern
Reduktion des ökologischen Fußabdrucks und Beitrag zu nachhaltigen Klimazielen durch erneuerbare Energien
Durchführung regelmäßiger Energieaudits zur kontinuierlichen Optimierung und zur Identifikation weiterer Einsparpotenziale
Auflösen des Sanierungsstaus in der Anlagentechnik mittels Finanzierungslösung „Pay as you Save“
Lösungskonzept und Umsetzung
Das von Siemens Smart Infrastructure entwickelte und umgesetzte Lösungskonzept kombiniert die vollständige Modernisierung der Energieinfrastruktur mit der Implementierung eines intelligenten Gebäude- und Energiemanagements sowie dem Aufbau einer dezentralen Energieversorgung. Hardwareseitig umfassten die Maßnahmen die Erneuerung der Heizzentralen, die Optimierung der Wärmeerzeugung und -verteilung inklusive Kesseltausch und hydraulischer Optimierung der Heizkreise sowie die Ertüchtigung der lüftungstechnischen Anlagen.
Darüber hinaus installierte Siemens zwei Blockheizkraftwerke (mit jeweils 100 kWel und 140 kWth), zwei Photovoltaikanlagen (mit 123,48 kWp beziehungsweise 85,1 kWp) sowie ein Nahwärmenetz und ein elektrotechnisches Arealnetz, das die Gebäude miteinander verbindet. Zur Überwachung und kontinuierlichen Optimierung des Energiebedarfs wurde ein intelligentes Gebäude- und Energiemanagementsystem implementiert, das auf der offenen, integrierten Gebäudemanagement-Plattform Desigo CC sowie der cloudbasierten Energie- und Asset-Management-Plattform Navigator von Siemens basiert.
Die Umsetzung erfolgte zwischen 2019 und 2024 in drei Bauabschnitten. Trotz der aufwendigen Arbeiten blieben die Investitionen für die Schwarzwaldklinik überschaubar, da die Finanzierung zum größten Teil im Rahmen eines Pay-as-you-save-Modells erfolgte. Das bedeutet, dass Siemens die Kosten für Modernisierung und Neuinstallationen zunächst als Vorleistung übernimmt und diese dann später durch die tatsächlich realisierten Einsparungen gedeckt werden. Mithilfe dieser Finanzierungslösung kann die Schwarzwaldklinik notwendige Maßnahmen zeitnah umsetzen und bestehende Modernisierungsstaus in der Anlagentechnik gezielt abbauen.
Ergänzt wird das anlagentechnische Lösungskonzept durch ein kontinuierliches Monitoring und Controlling zur Sicherstellung der Einsparungen sowie durch regelmäßige Energieaudits zur Identifikation weiterer Einsparpotenziale. Als weiteren Service unterstützte Siemens die Schwarzwaldklinik im Zuge des Modernisierungsprojekts durch eine Energieeinkaufsberatung. Als Ergebnis konnte der bisher fest bepreiste Bezug von Strom und Gas auf eine flexible und kostenoptimierte Beschaffung in Tranchen und am Spotmarkt umgestellt werden.
Ergebnisse und Kundennutzen
Der Erfolg der umfassenden Modernisierung ließ nicht lange auf sich warten. „Dank der ganzheitlichen Energielösung von Siemens konnten wir unsere Energieinfrastruktur nachhaltig modernisieren, unsere Betriebskosten deutlich senken und gleichzeitig unsere Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit vom Energiemarkt erhöhen“, resümiert Prof. Dr. Jörg-Rüdiger Blau, Verwaltungsdirektor und Geschäftsführer der Schwarzwaldklinik Bad Krozingen.
Durch die Energieeffizienzmaßnahmen ist der Jahresenergieverbrauch um 1,4 GWh pro Jahr zurückgegangen. Dadurch und durch die Eigenstromnutzung spart die Klinik jährlich rund 625.000 Euro Betriebskosten ein. Dementsprechend schnell amortisieren sich die Investitionen, zumal durch das Pay-as-you-save-Modell kein eigenes Kapital gebunden wurde. Gleichzeitig stärkt die Einrichtung ihr Nachhaltigkeitsprofil.
Das neue Energiedatenmanagement sorgt durch die Echtzeit-Überwachung aller Energieflüsse für Transparenz und Kontrolle und ermöglicht somit datengestützte Optimierungsentscheidungen. Moderne, redundante Systeme und eine intelligente Steuerung erhöhen die Verfügbarkeit und Sicherheit der Energieversorgung.
Nicht zuletzt profitiert das Reha-Zentrum Schwarzwaldklinik in Bad Krozingen durch seine Partnerschaft mit Siemens von langfristiger Planungssicherheit. Die modulare Lösung ermöglicht kontinuierliche Optimierungen und Erweiterungen, beispielsweise um Wärmepumpen, Batteriespeicher oder eine Ladeinfrastruktur. Regelmäßige Energieaudits und strategische Beratung bieten dabei eine klare Roadmap für zukünftige Investitionen.