Die Moderatoren Dr. Marc-Daniel Moessinger und Nikoletta Streicher vom VDMA Baden-Württemberg führen durch die Informationsveranstaltung bei Wolftechnik in Weil der Stadt.

Bild: Martin Wolf Wagner

Komponenten weiterentwickeln Smartifizierung am Beispiel intelligenter Filtertechnik

19.06.2019

Ende Mai lud der VDMA Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart und dem Fraunhofer IPA zu einer Veranstaltung bei der Firma Wolftechnik Filtersysteme. Verantwortliche für das Thema Industrie 4.0 aus mittelständischen, großen und teilweise sehr großen Unternehmen konnten sich dort anhand eines Fallbeispiels über die Möglichkeiten der Smartifizierung von Komponenten informieren.

Wolftechnik hatte in den zurückliegenden Monaten in Zusammenarbeit mit dem Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart die Basis für ein intelligentes Filtersystem entwickelt – ein Beispiel für die sogenannte Smartifizierung. Unter dem Begriff versteht man im Allgemeinen die Erweiterung eines normalen Industrieprodukts um intelligente Eigenschaften. „Mithilfe von Informationstechnologien wird es möglich, dass selbst Standardkomponenten Daten verarbeiten und zusätzliche Mehrwerte bieten“, erklären die Moderatoren Dr. Marc-Daniel Moessinger und Nikoletta Streicher vom VDMA.

Filtertechnik weiterentwickelt

„Neben der Frage, wie die Intelligenz in die Komponente gebracht werden kann, ist für viele Komponentenhersteller insbesondere das Verhältnis von Aufwand und Nutzen der Smartifizierung von Bedeutung“, fahren die Moderatoren fort. Mit vergleichsweise geringem personellem und technischem Aufwand seien die Filtersysteme von Wolftechnik im Rahmen eines vom Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart geförderten Projekts nun so weiterentwickelt worden, dass eine Fernüberwachung in Echtzeit möglich ist und das aufwendige Öffnen der Filterkammer zur Sichtprüfung vermieden werden kann.

Im Projekt erarbeitete das Fraunhofer IPA das IT-Konzept und entwickelte einen smarten Filtercontroller zur Aufnahme und Übermittlung der Sensordaten. Wolftechnik hingegen brachte das filterspezifische Know-how ein.

Vorteile im Vergleich zu reiner SPS-Überwachung

Gemeinsam mit Bumin Hatiboglu, Themenfeldleiter Produktion, Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart, referierte Wolftechnik-Geschäftsführer Peter Krause auf der Veranstaltung über digitale Mehrwerte für Komponenten, und das am Beispiel des smarten Filtersystems von Wolftechnik. Zuvor informierte Hatiboglu über neue Geschäftsmodelle, die durch eine Smartifizierung von Komponenten möglich werden. Auch er erläuterte die Systemarchitektur am Beispiel Wolftechnik.

Mit der echtzeitnahen Verfügbarkeit der Informationen entstehen nämlich neue Ansätze in der Organisation und Steuerung der Filtersysteme. Neben neuen Services handelt es sich beim Smarten Filter um ein System zur vorausschauenden Wartung und Produktionsoptimierung.

In der optisch an moderne Bedürfnisse angepassten Ausgabe der Daten, zum Beispiel auf dem Smartphone, Tablet oder in der Cloud, und in der Vernetzung mit einem spezialisierten Servicepartner sollen die großen Vorteile gegenüber einer reinen Überwachung des Filtersystems mit der SPS liegen. Derzeit arbeitet Wolftechnik daran, den Prototypen des Smarten Filters in ein verkaufsfähiges Serienprodukt weiter zu entwickeln.

Bildergalerie

  • Bumin Hatiboglu, Themenfeldleiter Produktion, Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart (links) und Wolftechnik-Geschäftsführer Peter Krause sprechen über digitale Mehrwerte für Komponenten am Beispiel des Smarten Filters von Wolftechnik.

    Bild: Martin Wolf Wagner

  • In Zusammenarbeit mit dem Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart hat Wolftechnik die Basis für ein intelligentes Filtersystem entwickelt.

    Bild: Wolftechnik

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