Auf der EMO 2019 wird Schunk seine Konzepte für intelligente Spann- und Greiftechnik vorstellen.

Bild: Schunk

Simplifizierung der industriellen Produktion Smarte Spannmittel und Greifsysteme für die Zerspanung

18.07.2019

Schunk will seine Spannmittel und Greifsysteme dahingehend weiterentwickeln, dass sie den Produktionsprozess detailliert in Echtzeit überwachen und autonom entsprechende Reaktionen ausführen können. Im Zentrum des Firmenauftritts auf der EMO 2019 wird deshalb unter anderem die automatisierte Maschinenbeladung stehen.

„Smart beladen, smart bearbeiten, smart vernetzen – diese drei Schlüsselthemen werden die industrielle Fertigung in den kommenden fünf Jahren prägen“, sagt Henrik A. Schunk, geschäftsführender Gesellschafter und CEO, mit Blick auf die EMO 2019. Kernziel sei eine intelligente Simplifizierung der industriellen Produktion.

Standen bislang die Prozessstabilität und Wirtschaftlichkeit der einzelnen Operationen im Vordergrund, werden moderne Applikationen nach Einschätzung der Experten bei Schunk zusätzlich eine Flexibilisierung der Prozesskette ermöglichen und detaillierte Prozessdaten bereitstellen. „Unsere Spannmittel und Greifsysteme werden in der Lage sein, den Produktionsprozess detailliert in Echtzeit zu überwachen und autonom entsprechende Reaktionen auszuführen“, so Henrik Schunk.

Integrierte Intelligenz greift ohne Zutun ein

Ein Beispiel dafür ist der sensorische Präzisionswerkzeughalter Itendo, der ab Herbst für Pilotanwendungen verfügbar ist. Er soll eine lückenlose Zustandsbeobachtung und Dokumentation der Prozessstabilität, eine mannlose Grenzwertüberwachung, Werkzeugbrucherkennung sowie eine echtzeitfähige Regelung von Drehzahl und Vorschub erlauben.

Wird der Schnitt instabil, greift die integrierte Intelligenz in Echtzeit und ohne Zutun des Bedieners unmittelbar ein. Je nach Situation wird der Prozess gestoppt, auf zuvor definierte Basisparameter reduziert oder so lange adaptiert, bis der Schnitt wieder in einen stabilen Bereich überführt ist.

Digitale Zwillinge der Werkzeughalterbaureihen Tendo, Tribos und Sino auf Basis der DIN 4000 sollen darüber hinaus eine Durchgängigkeit der Daten innerhalb der gesamten CAD/CAM-Prozesskette gewährleisten. Laut Schunk bieten sie damit ideale Voraussetzungen für Simulationen, Kollisionsbetrachtungen und das Shopfloor-Management.

Automatisierte Maschinenbeladung als Schwerpunkt

Im Bereich der Vero-S-Nullpunktspanntechnik stellt Schunk erstmals ein sensorisches Nullpunktspannmodul vor, das eine permanente Überwachung der Einzugskraft und Spannschieberposition sowie der Werkstück- beziehungsweise Palettenanwesenheit ermöglicht. Zudem werden neue Vero-S-Spezialkomponenten für die Luftfahrt, den 3D-Druck und die Werkstückdirektspannung präsentiert.

Neben diesen Produkten zeigt Schunk als besonderen Schwerpunkt Konzepte zur automatisierten Maschinenbeladung. Diese reichen von einfach und kostenattraktiv zu realisierenden Lean-Automation-Lösungen und Anwendungen mit Leichtbaurobotern über komfortable Palettierlösungen für die flexible Kleinserienproduktion bis hin zu ergonomieentlastenden, kollaborativen Lösungen mit dem Großhubgreifer Co-act EGL-C. Letzterer soll im unmittelbaren Zusammenspiel mit dem Menschen erstmals ein Teilehandling im Formschluss mit bis zu 8 kg schweren Werkstücken ermöglichen.

Schunk auf der EMO 2019

Bildergalerie

  • Mit dem Präzisionswerkzeughalter Itendo wird eine Echtzeitprozessüberwachung und -regelung unmittelbar am Werkzeug möglich. Die Geometrie- und Leistungsdaten der Werkzeughalter bleiben auch mit Sensorik unverändert.

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  • Der End-of-Arm-Baukasten für die Leichtbauroboter von Universal Robots ermöglicht eine besonders einfache und kostengünstige Maschinenbeladung.

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  • Henrik A. Schunk, geschäftsführender Gesellschafter und CEO von Schunk: „Smart beladen, smart bearbeiten, smart vernetzen – diese drei Schlüsselthemen werden die industrielle Fertigung in den kommenden fünf Jahren prägen.“

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