Der BASF-Standort in Schwarzheide, Brandenburg.

Bild: BASF

Neue Gasturbine und Batteriespeicherlösung Siemens modernisiert Industriekraftwerk von BASF

05.06.2019

Siemens hat von BASF den Auftrag erhalten, ein Industriekraftwerk am Standort Schwarzheide mit Kernkomponenten zu modernisieren. Das sogenannte Brownfield-Exchange-Projekt umfasst den Austausch einer Gasturbine sowie die Installation einer Batteriespeicherlösung.

Das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk der BASF in Schwarzheide ging 1994 in Betrieb. Kern der Anlage sind zwei Industriegasturbinen eines anderen Herstellers sowie zwei Industriedampfturbinen von Siemens. Neben Strom liefert die Anlage vor allem den für die Produktionsanlagen des Standortes benötigten Prozessdampf.

Im Rahmen der Kraftwerksmodernisierung wird Siemens eine der beiden bestehenden Industriegasturbinen durch eine SGT-800-Gasturbine mit einer Leistung von 57 MW ersetzen. Durch den höheren Wirkungsgrad der neuen Gasturbine soll für die Produktion der gleichen Strommenge weniger Erdgas benötigt und so Brennstoffkosten und CO2-Emissionen gesenkt werden.

Kraftwerk jederzeit anfahren

„Wir freuen uns darüber, dass BASF bei diesem Brownfield-Exchange-Projekt auf Siemens vertraut“, sagt Thorbjörn Fors, CEO der Business Unit Service Distributed Generation and Oil & Gas bei Siemens Gas and Power. „Die Einpassung der neuen Gasturbine in die bestehende Anlage und die übrigen notwendigen Umbaumaßnahmen erfordern eine komplexe individuelle Planung und hohe Engineering-Kompetenzen. Siemens verfügt als einer der wenigen Anbieter am Markt über alle notwendigen Fertigungs- und Engineering-Kompetenzen, um derart anspruchsvolle Projekte zuverlässig umzusetzen.“

Für die Siestart-Lösung liefert Fluence Energy, ein Gemeinschaftsunternehmen von Siemens and AES, ein Batteriespeichersystem. Es soll sicherstellen, dass das Kraftwerk jederzeit unabhängig von einer externen Stromversorgung gestartet werden kann. Diese sogenannte Schwarzstartfähigkeit erlaubt es BASF, jederzeit das Kraftwerk anfahren und dadurch Strom und Prozessdampf produzieren zu können.

Schnell reagieren auf wechselnde Stromnachfrage

Stromerzeuger sind heute mehr als je zuvor auf eine maximale Verfügbarkeit ihrer Kraftwerke angewiesen. Neben der Notwendigkeit der Schwarzstartfähigkeit müssen sie schnell auf eine schwankende Stromnachfrage reagieren und notfalls auch auf einen Inselbetrieb umstellen können, um eine unabhängige Stromversorgung sicherzustellen.

Während moderne GuD-Anlagen bereits hohe Lastwechsel in nur wenigen Minuten bewältigen können, erfordern schwankende Einspeisungen erneuerbarer Energien und unvorhergesehene Ereignisse noch kürzere Reaktionszeiten. Diese Bedingungen zu erfüllen und gleichzeitig Emissionen und Kosten zu reduzieren, ist eine große Herausforderung. Siestart-Hybridlösungen können als Absicherung für eine sofortige Stromversorgung auf Knopfdruck dienen und helfen so dabei, die Zuverlässigkeit der Stromversorgung zu verbessern.

Bildergalerie

  • Eine SGT-800-Industriegasturbine mit einer Leistung von 57 MW wird im Zuge der Modernisierung im BASF-Kraftwerk Schwarzheide eingesetzt.

    Bild: Siemens

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