Unterzeichner auf afghanischer Seite (siehe Foto oben): Von links nach rechts: Khan Mohammad Takal, Leiter der Behörde für Energiedienstleistungen, Abdul Habib Zadran, stellvertretender Finanzminister, Mahmood Qadri, geschäftsführender Direktor Finanzen und Verwaltung der Da Afghanistan Breshna Sherkat. Unterzeichner auf Siemens Energy-Seite (Foto unten): Dietmar Siersdorfer, Managing Director Middle East (links), und Michael Bueker, Senior Vice President Finanzen Middle East (rechts).

Bild: Siemens Energy

Nur 28 Prozent der Bevölkerung mit Strom versorgt Siemens Energy unterzeichnet Abkommen zur Elektrifizierung Afghanistans

17.11.2020

Siemens Energy hat ein mehrstufiges Abkommen mit Afghanistan unterzeichnet, um das Land durch die Entwicklung eines modernen, nachhaltigen und kostengünstigen Energiesystems als Energie-Drehscheibe in Zentralasien zu etablieren. Dabei soll das enorme Potenzial der Erneuerbaren Energien vor Ort berücksichtigt und mit einbezogen werden.

Ziel der Vereinbarung ist es, den Zugang zu Elektrizität zu verbessern, um das Potenzial Afghanistans besser auszuschöpfen und dadurch das wirtschaftliche und industrielle Wachstum anzukurbeln. Durch die Umsetzung soll das Land auch in die Lage versetzt werden, neue Einnahmequellen zu generieren. Die geostrategisch günstige Lage als Knotenpunkt für den Energietransit in der Region sowie die reichlich vorhandenen Erneuerbaren Energieressourcen des Landes bieten hier vielfältige Möglichkeiten.

Nachhaltige Energie rund um die Uhr

Ashraf Ghani, Präsident von Afghanistan: „Energie ist nicht nur die Basis für Infrastruktur, sie ist die Grundvoraussetzung für die Bildung, den Ausbau und die Entwicklung von Human-, Sozial- oder Finanzkapital. Wir werden ein Afghanistan aufbauen, in dem sich die Bürger auf zuverlässige Energie freuen können. Und zwar nicht nur für ihre Haushalte und Büros, sondern auch um sicherzustellen, dass ihre Produkte, seien es landwirtschaftliche oder industrielle Erzeugnisse oder Dienstleistungen, sich auf nachhaltige Energie rund um die Uhr verlassen können - sieben Tage in der Woche, 365 Tage im Jahr.“

Christian Bruch, CEO von Siemens Energy: „Die Entwicklung des Energieplans bringt Afghanistan einen langfristigen Nutzen, von dem auch die kommenden Generationen noch profitieren werden. Wir elektrifizieren das Land nachhaltig und effizient, und entwickeln Afghanistan zu einer regionalen Energie-Drehscheibe. Das Projekt ist ein schönes Beispiel für unseren ganzheitlichen Ansatz, Gesellschaften effizient, kostengünstig und nachhaltig mit Energie zu versorgen.“

Im Beisein des afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani sowie CEO Christian Bruch wurde die Vereinbarung am Montagmorgen virtuell unterschrieben. Für das Land Afghanistan unterzeichneten der stellvertretende Finanzminister Abdul Habib Zadran, Mahmood Qadri, geschäftsführender Direktor Finanzen und Verwaltung der Da Afghanistan Breshna Sherkat und Khan Mohammad Takal, Leiter der Behörde für Energiedienstleistungen, den Vertrag. Siemens Energy wurde von Dietmar Siersdorfer, Managing Director Middle East, und Michael Bueker, Senior Vice President Finanzen Middle East, vertreten.

Nachhaltige Entwicklung des Landes

Das Abkommen baut auf einer Absichtserklärung (MoU) auf, die Siemens im Januar 2019 mit der afghanischen Regierung unterzeichnet hatte, um die nachhaltige Entwicklung des Landes zu unterstützen. Als Teil des Abkommens zur Errichtung einer Energie-Drehscheibe in Afghanistan wird Siemens Energy im Rahmen eines Drei-Phasen-Plans das Land am Hindukusch bei der Entwicklung einer zuverlässigen und bezahlbaren Stromversorgung unterstützen. Gleichzeitig sollen natürliche Ressourcen vor Ort effizient genutzt werden. Siemens Energy wird zudem die afghanische Regierung dabei unterstützen, Trainings- und Berufsausbildungs-Programme im Land zu entwickeln. So sollen qualifizierte und wettbewerbsfähige lokale Arbeitskräfte ausgebildet werden, um den Ausbau und die Entwicklung der Infrastruktur und Industrie im Land voranzutreiben.

Derzeit sind große Teile des afghanischen Stromnetzes stark fragmentiert, die Regionen werden oft aus den Nachbarländern mit Strom versorgt. Nur etwa 28 Prozent der 37 Millionen Einwohner Afghanistans haben derzeit Zugang zu elektrischer Energie.

Die drei Phasen der Vereinbarung

Bestandteil der ersten von drei Phasen der Vereinbarung ist die wirtschaftliche und technischen Machbarkeit, in der zweiten Phase liegt der Schwerpunkt auf dem Ausbau und der Stabilisierung des nationalen Stromnetzes. Das Netz soll durch internationale Verbindungen vervollständigt werden. Außerdem ist der Aufbau lokaler Erzeugungszentren für die Nutzung Erneuerbarer Energien vorgesehen. Die dritte Phase wird sich auf die Entwicklung des Sektors der Erneuerbaren Energien sowie auf die weitere nachhaltige und kostengünstige Stromerzeugung konzentrieren.

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