Das Siebgehäuse ist minimalistisch gehalten und verfügt über glatte, leicht abwischbare Flächen.

Bild: J. Engelsmann

Weiterentwickelter Vibrationssieb Rechtecksieb meets Hygienic Design

16.09.2019

Eine saubere Produktion ist nicht nur in der Food- und Pharmaindustrie, sondern auch in der Chemie- oder Kunststoffbranche ein Thema. Dabei geht es nicht immer nur um Keimbildung innerhalb der Maschine: Auch das Vermeiden von Kreuzkontamination und der Schutz des Bedienpersonals vor austretenden Stäuben sind Gründe, um sich eine hygienischen Maschinenlösung anzuschaffen.

Rechteckige Formen haben von Natur aus den Nachteil, dass sich Verschmutzungen und Produktreste leicht in den Ecken und Kanten festsetzen können. Diese Toträume sind zu Reinigungszwecken nur schwer erreichbar, sodass die Ablagerungen leicht verderben können und die Siebmaschine oder das Siebgut kontaminieren.

Der rechteckige Siebtrog der JEL Konti war daher zentraler Gegenstand der Überarbeitung und ist nun mit vergrößerten Radien ausgeführt. Dadurch ist der gesamte Innentrog zu Reinigungszwecken leicht zugänglich und totraumfrei. Innenliegende Dichtungen sind bequem erreichbar und können schnell und ohne den Einsatz von Werkzeugen entfernt, gereinigt und anschließend wieder aufgesteckt werden. Dadurch kann die Konti ohne viel Zeitaufwand gründlich gereinigt werden.

Auch im nicht produktberührenden Bereich sollten Betreiber auf ein hygienisches Design achten, denn auch hier können Produktreste verderben und diese Verschmutzungen wieder in das Innere der Maschine gelangen. Aus diesem Grund finden sich bei der neuen JEL Konti auch außerhalb des Siebtrogs Hygienic-Design-Merkmale. Das komplette Siebgehäuse ist minimalistisch gehalten und aufgrund glatter Oberflächen leicht abwischbar. Anstatt auf Gummihohlfedern wird die Maschine bei Bedarf auf offenen Edelstahlfedern gelagert, die einfach gereinigt werden können. Aufgebaut ist die Maschine auf einem Gestell aus Rundrohr, auf dem sich weniger Produktablagerungen bilden wie bei der herkömmlichen eckigen Bauweise.

Siebwechsel in 30 Sekunden

Nicht nur die Reinigung, auch das Handling einer Siebmaschine sollte einfach sein. Vor allem Inspektion und Wechsel der Siebeinleger sind Arbeitsschritte, die meist regelmäßig anfallen und daher schnell durchführbar sein sollten.

Wegen ihres speziellen Schubladensystems erfolgt der Siebeinlegerwechsel bei der JEL Konti in Sekundenschnelle. Nachdem der frontale Maschinendeckel entfernt wurde, kann der Einleger wie eine Schublade stirnseitig aus dem Siebgehäuse gezogen werden. Das Sieb muss dafür nicht von der Produktzuführung und -abführung abgetrennt, geschweige denn demontiert werden. So dauert der gesamte Vorgang nicht länger als 30 s.

Das spart nicht nur wertvolle Zeit beim Siebwechsel, auch die Inspektion der Siebeinleger kann in nur wenigen Handgriffen erfolgen. Vergleichbare Siebmaschinen müssen in der Regel erst von der Produktzuführung getrennt werden, damit der Maschinendeckel und die einzelnen Siebdecks demontiert und aus der Maschine entnommen werden können. Um das Handling noch bequemer zu gestalten, wurden sämtliche Maschinendeckel gewichtsoptimiert sowie Verschlussmechanismen als Schnellspanner oder Sterngriffe ausgeführt, sodass die JEL Konti werkzeuglos bedient werden kann.

An unterschiedliche Schüttgüter anpassbar

Jedes Schüttgut hat seine eigenen, spezifischen Eigenschaften. Feuchtigkeitsgehalt, Bruchempfindlichkeit, Korngröße und Fließverhalten sind nur einige der Faktoren, die die Auslegung einer Siebmaschine und das Siebergebnis beeinflussen.

Um auch bei Produkten mit ungünstigeren Eigenschaften ein optimales Siebergebnis zu erzielen und um verschiedene Produkte auf einer Maschine sieben zu können, sind viele Parameter an der JEL Konti auch nachträglich einstellbar. Durch Regulierung der Siebneigung, Schwingamplitude oder des Einstellwinkels der Vibrationsmotoren wird das Sieb schnell an das jeweilige Produkt angepasst.

Sehr feinpulvrige Schüttgüter mit einer Korngröße von weniger als 100 µm verursachen häufig Staubemissionen. Diese wiederum können Kreuzkontaminationen verursachen oder den Bediener schädigen. Die Dichtigkeit des Produktionsequipment ist in diesen Fällen daher oberstes Gebot. Durch den neuen Dichtungsmechanismus der JEL Konti erreicht das Sieb eine Staub- und Gasdichtigkeit von 50 mbar und ist somit auch für feinste Pulver einsetzbar.

Durch die Umsetzung von Hy­gienic-Design–Features ist die neue JEL Konti nun auch für höchst hygienesensible Produktionsumgebungen einsetzbar. Doch auch bei Anwendungen im Chemie- und Kunststoffbereich weist die neue Variante ein einfaches Handling und schnelle Siebeinlegerwechsel auf. Erhältlich als Ein- und Doppeldecker mit Siebflächen von 0,18 bis 4 m2 ist das Vibrationssieb sowohl für kleine als auch für große Produktmengen geeignet; es erreicht Durchsatzleistungen von bis zu 30 t/m2.

Bildergalerie

  • Mit den vergrößerten Radien ist der Siebtrog totraumfrei.

    Bild: J. Engelsmann

  • Nur wenige Handgriffe sind nötig, um den Siebeinleger aus der Maschine zu ziehen.

    Bild: J. Engelsmann

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