Optionale Viskositätsmessung regelt Saftverluste im Betrieb nach.

Pulpanteil im Griff: Separator regelt Fruchtfleisch bei Zitrussäften gezielt nach

Der Separator GSE 150 CPR klärt pulpreiche Zitrussäfte und fördert Fruchtfleisch kontinuierlich unter Druck bis 4 bar aus der selbstreinigenden Trommel.

Bild: GEA
18.03.2026

Gea bringt den GSE 150 CPR zur Klärung pulpreicher Zitrussäfte. Ein Scheideteller in der selbstreinigenden Trommel und eine zweite Zentripetalpumpe führen Fruchtfleisch kontinuierlich bis 4 bar ab. Das stabilisiert Prozesse bei schwankender Feststoffbeladung und begrenzt Saftverluste.

Gea bringt mit dem GSE 150 CPR einen neuen Separator für die Klärung pulpreicher Zitrussäfte auf den Markt. Die Maschine richtet sich an Verarbeiter im mittleren Kapazitätsbereich, die Klärprozesse auch bei hoher und schwankender Feststoffbeladung stabil fahren und Saftverluste im Pulpaustrag begrenzen wollen.

Der Marktdruck dahinter ist konkret: In Brasilien, dem größten Orangensaftproduzenten der Welt, sind nach Angaben von Fundecitrus, einer Forschungseinrichtung der Zitrusbranche, rund 48 Prozent des Citrus Belt von der Baumkrankheit HLB (Citrus Greening) befallen. Kleinere Früchte, geringerer Saftgehalt, ungleichmäßigere Feststoffanteile im Pressprodukt sind die direkten Folgen für die Verarbeitung. Gleichzeitig wächst die Nachfrage laut Innova Market Insights nach Premiumprodukten mit definierten Texturprofilen, bei denen der Fruchtfleischanteil als Qualitätsparameter gesetzt wird und keine Zufallsgröße ist.

Kontinuierlicher Austrag als Kerntechnologie

Technisch unterscheidet sich der GSE 150 CPR (Constant Pulp Removal) von konventionellen Separatoren durch einen Scheideteller in der selbstreinigenden Trommel in Kombination mit einer zweiten Zentripetalpumpe. Diese Konfiguration ermöglicht es, das Fruchtfleisch kontinuierlich und unter Druck – bis zu 4 bar – aus der Maschine zu fördern. Der entscheidende Effekt: Die Größe des Feststoffraumvolumens spielt für die Prozessstabilität keine wesentliche Rolle mehr. Selbst bei stark schwankenden Pulpanteilen, wie sie bei Greening-befallenen Früchten typisch sind, bleibt der Klärprozess stabil. Weil ein Teil des Stroms kontinuierlich abgeführt wird, verarbeiten CPR-Separatoren rund 50 Prozent mehr Produkt als ein konventioneller Separator vergleichbarer Bauart – ein Unterschied, der sich im laufenden Betrieb schnell amortisiert.

Im Betrieb kommt der GSE 150 CPR mit typischerweise zwei bis vier Feststoffauswürfen pro Stunde aus. Weniger Auswürfe bedeuten weniger Prozessunterbrechungen, geringere Produktmitnahme beim Austrag und eine stabilere Anlaufkurve nach jeder Entleerung. Zum Vergleich: Ein konventioneller Klärseparator ohne kontinuierlichen Feststoffaustrag kann unter hoher Feststoffbeladung auf bis zu 30 Auswürfe pro Stunde kommen – mit entsprechend höheren Saftverlusten im Austrag und sinkender Klärleistung.

Fruchtfleisch gezielt einstellen statt nur entfernen

Bei pulpreichen Zitrussäften zählt nicht allein die Klärleistung. Entscheidend ist, wie konstant ein Betrieb den Fruchtfleischanteil einregelt. Optional bietet Gea eine automatische Feststoffregelung an. Die Standardvariante arbeitet zeitgesteuert; die Advanced-Option misst kontinuierlich die Viskosität des Austrags und regelt darüber die Saftverluste im laufenden Betrieb nach. Für Produzenten, die verschiedene Märkte mit unterschiedlichen Fruchtfleischprofilen beliefern, verkürzt das die Umrüstzeiten zwischen Chargen und reduziert Verluste durch Übersteuerung.

Der Separator ist für die Klärung pulpreicher Zitrussäfte ausgelegt – Orangensaft, Grapefruitsaft, Zitronensaft – und eignet sich darüber hinaus für Fruchtfleisch-Waschprozesse sowie für trübe Schalenextrakte. Als Auslegungsbeispiele nennt Gea Kapazitäten von bis zu 17.000 Litern pro Stunde für Orangensaft und bis zu 12.000 Litern pro Stunde für Zitronensaft; die erreichbare Leistung hängt von Produkt und Feststoffgehalt ab.

„Wenn Rohwarenqualität und Feststoffanteile stärker schwanken, wird Prozessstabilität zum wirtschaftlichen Hebel. Der GSE 150 CPR trägt das Fruchtfleisch kontinuierlich unter Druck ab und kommt mit wenigen Auswürfen pro Stunde aus – das macht Klärprozesse robuster und reduziert Produktverluste“, sagt Rüdiger Flocke, Area Sales Manager Business Line Beverage, Gea.

Technische Auslegung und Hygiene

Alle produktberührenden Bauteile bestehen aus Edelstahl; die Dichtungen erfüllen die Anforderungen der Lebensmittelverarbeitung. Der Separator ist vollständig CIP-fähig; Trommelöffnung und -schließung für den Feststoffaustrag erfolgen hydraulisch mit Wasser. Der Antrieb läuft über einen wartungsarmen Flachriemen an einem handelsüblichen Drehstrommotor mit 30 Kilowatt Nennleistung. Die Trommel dreht mit 5.300 Umdrehungen pro Minute.

Für Betreiber mit hohen Verfügbarkeitsanforderungen ist Gea InsightPartner Separation Monitoring optional erhältlich. Das Online-Zustandsüberwachungssystem erfasst unter anderem Schwingungen kontinuierlich und bildet damit die Grundlage für eine zustandsorientierte Instandhaltung.

Portfolioergänzung im mittleren Kapazitätsbereich

Der GSE 150 CPR ergänzt die bestehende CPR-Baureihe von Gea, zu der unter anderem der GSI 300 CPR gehört, und richtet sich an Betriebe, die bisher entweder auf zu große Maschinen angewiesen waren oder mit zu hohen Auswurfraten arbeiteten. Für Verarbeiter, die in wachsenden Märkten wie Ägypten, der Türkei oder Südostasien neu in professionelle Separationstechnik investieren, bietet die Maschine einen wirtschaftlichen Einstiegspunkt zwischen Investitionskosten und Durchsatz.

Branchenhintergrund

Die globale Zitrusindustrie verarbeitet unter wachsendem Druck. Auf der Rohwarenseite verschärfen Klimaextreme und Pflanzenkrankheiten die Volatilität: Wetterextreme im brasilianischen Citrus Belt – 2025 verzeichnete die Region in kritischen Vegetationsphasen rund 55 Prozent weniger Niederschlag als üblich – treffen eine Branche, die ohnehin mit den Folgen von HLB kämpft. Die globalen Lagerbestände an brasilianischem Orangensaftkonzentrat (FCOJ) lagen 2025 bei historisch niedrigen 146.300 Tonnen. Prozessverluste schlagen unter diesen Bedingungen direkt auf die Marge durch.

Auf der Marktseite verschieben sich die Anforderungen: Der globale Saftmarkt wächst laut Marktstudien zum Saft- bzw. Packaged-Juice-Segment von Custom Market Insights mit rund vier Prozent jährlich, oft getrieben von 100-Prozent-Säften, Funktionsgetränken und Premiumprodukten. In Europa zeigen Trendanalysen von Innova Market Insights eine stärkere Nachfrage nach natürlichen Produkten von hoher Qualität sowie nach Erzeugnissen, die sich über Textur und Fruchtfleischanteile differenzieren. Gleichzeitig werden gemäß Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums in Ländern wie Ägypten deutlich mehr Orangen verarbeitet; der Bedarf für effiziente Prozesstechnik wächst.

Bildergalerie

  • Scheideteller in der selbstreinigenden Trommel und zweite Zentripetalpumpe ermöglichen den kontinuierlichen Fruchtfleischaustrag unter Druck – bis 4 bar.

    Scheideteller in der selbstreinigenden Trommel und zweite Zentripetalpumpe ermöglichen den kontinuierlichen Fruchtfleischaustrag unter Druck – bis 4 bar.

    Bild: GEA

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