Bild: IPCO

Granulation von Sterolschmelze Pastillierungsverfahren hilft, in Form zu bleiben

11.07.2018

Verflüssigtes pflanzliches Sterol in ein stets gleichmäßiges, staubfreies und rieselfähiges Granulat zu verwandeln – das war die knifflige Aufgabe. Gelöst hat sie der Hersteller Verbio mit Hilfe der ausgeklügelten Pastilliertechnik von IPCO Germany. Damit konnte das Sterol in eine optimale Granulatform gebracht werden. Der Stoff, der als Lebensmittelzusatz den Cholesterinspiegel senken kann, hilft derart aufbereitet wiederum Verbrauchern dabei, in Topform zu bleiben.

Ein neuer Name, eine neue Marke – davon geprägt war der Achema-Auftritt des Stahlband- und Anlagenbau-Spezialisten IPCO, ehemals als Sandvik Process Systems bekannt. IPCO ist seit dem Kauf durch die schwedische Holding-Gesellschaft FAM ein unabhängiges Unternehmen innerhalb der ebenfalls in Schweden ansässigen Wallenberg-Gruppe. Die 600 Beschäftigten und über 35 Vertriebs- und Serviceniederlassungen erzielten zuletzt einen Jahresumsatz von 200 Millionen Euro. Mit seinem bekannten, in den späten 1970er Jahren eingeführten Rotoform-Pastillierungsverfahren bietet IPCO eine zuverlässige Schmelzeverfestigung von mehr als 1.200 verschiedenen Produkten aus der Schwefel-, Chemie-, Düngemittel-, Schokoladen- und Lebensmittelindustrie.

Gleichbleibende Qualität und Kompetenz

Aber auch wenn einiges neu ist im Unternehmen, dieselbe geblieben ist das erfahrene Team sowie die Qualität der Maschinen, die Technologien und der Service. Diese Qualität und die langjährige Kompetenz bei der Verfestigung von Schmelzen sind der Grund, warum die Rotoform-Technologie in der Produktion von Verbio eingesetzt wird, so Jörg Pfeiffer, Geschäftsführer bei Verbio Diesel Bitterfeld. Das Unternehmen stellt Biodiesel aus Rapsöl her, verarbeitet aber auch die dabei anfallenden Nebenprodukte, Glycerin und Sterole, weiter.

„Glycerin bereiten wir zu einem Zusatzstoff auf, der in Cremes, Salben und Zahnpasta eingesetzt wird. Außerdem findet es als Feuchthaltemittel in Tabak oder als Süßstoff für Lebensmittel Verwendung“, erläutert Jörg Pfeiffer. Die Sterole werden zum Beispiel für die Produktion von Hormonen wie Testosteron oder Östrogen genutzt. Darüber hinaus kommen sie im Lebensmittelbereich zum Einsatz. „Hier agieren sie in Margarine oder Joghurtdrinks als funktionelle Wirkstoffe, die den Cholesterinspiegel senken.“

Sterol sehr effizient herstellen

Die Sterolherstellung bei Verbio läuft seit 2015, wird seither stetig ausgebaut und für den Standort Bitterfeld immer wichtiger (siehe Interview). „Wir setzen für die Verarbeitung der aufgeschmolzenen Sterolmasse auf das Pastilliersystem von IPCO, weil damit am Ende ein formstabiles, rieselfähiges Granulat entsteht, das sich einfach handhaben sowie verpacken, transportieren, dosieren und mischen lässt“, erklärt der Verbio-Geschäftsführer. „Und da die halbkugelförmigen Pastillen eine geringe Bruchneigung haben, fällt beim Verarbeiten so gut wie kein Staub an, vor dem Mitarbeiter geschützt werden müssen.“

Hauptkomponenten des Systems sind ein Rotoform 4G und ein Stahlbandkühler aus Edelstahl, aus hygienischen Gründen perfekt für eine Produktion für den Lebensmittelbereich. Der Rotoform besteht aus einem beheizten zylindrischen Stator, der mittels einer Pumpe mit dem flüssigen Sterol versorgt wird. Um den Stator dreht sich dabei konzentrisch ein perforiertes Außenrohr, welches uniform und effektiv, heiße Schmelztropfen aus Sterol auf die ganze Nutzbreite des kontinuierlich laufenden Stahlbands ablegt. Die Umfangsgeschwindigkeit des Rotoforms ist dabei mit der Bandgeschwindigkeit synchronisiert, damit die Tropfen in optimal runder Form auf das Edelstahlband abgesetzt werden können. Ein im Stator integriertes System aus Umlenkungen und Düsen sorgt für einen gleichbleibenden Druck im gesamten Rotoform und so auch für ein gleichmäßiges Austreten des Sterols durch alle Bohrungen des Außenrohrs. „Das ermöglicht es, dass alle Pastillen über die gesamte Nutzbreite des Stahlbandes die gleiche Größe haben“, freut sich Jörg Pfeiffer.

Umweltfreundlich in der Produktion

Die Sterolpastillen verfestigen sich aufgrund der leistungsfähigen indirekten Kühlung und der genau abgestimmten Verweilzeit auf dem Stahlbandkühler. Während dieses Transports geht die Wärme der Tröpfchen an das Kühlwasser über, das mittels Düsen auf die Unterseite des rostfreien Stahlbands gesprüht wird. Das Wasser wird in Tanks gesammelt und in das Wasserkühlsystem zurückgeführt. Zu keinem Zeitpunkt kommen die Steroltropfen mit dem Kühlwasser direkt in Berührung, somit ist eine „Crosskontamination“ ausgeschlossen. Das macht die Produktion umweltfreundlich, genauso wie die Tatsache, dass die Kühlzeit durch die gute Wärmeleitfähigkeit des Stahlbandes nur sehr kurz ist. Dadurch gelangen kaum Dämpfe in die Luft.

Bei Verbio ist das Standardmodell Rotoform 4G für das Erstarren niedrig- und hochviskoser Schmelzen im Einsatz – „und zwar seit zweieinhalb Jahren rund um die Uhr, sieben Tage die Woche; dabei hatten wir nie Probleme mit der Anlage“, wie Geschäftsführer Jörg Pfeiffer betont. In der 4G-Familie gibt es aber noch weitere Modelle für unterschiedlichste Anforderungen: für Schmelzen, die bei hohen Temperaturen zum Beispiel bis 300 °C aufgegeben werden, für abrasive und sedimentierende Produkte, für unterkühlende Schmelzen, für korrosive Produkte und für die Produktion von Mikropastillen bis zu minimal 1,5 mm Durchmesser.

Bildergalerie

  • Um die aufgeschmolzene Sterolmasse zu verarbeiten, setzt das Unternehmen Verbio aus Bitterfeld auf das Pastilliersystem Rotoform 4G von IPCO. Damit entsteht am Ende ein formstabiles, rieselfähiges Granulat, das sich einfach handhaben sowie verpacken, transportieren, dosieren und mischen lässt.

    Bild: IPCO

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