Betriebssicherheit wird zum Schlüsselfaktor der Offshore-Windenergie

Offshore-Betrieb unter Druck

Omexom präsentiert auf der WindEnergy Hamburg 2026 Lösungen für Betriebssicherheit und Zustandsüberwachung von Offshore-Windparks.

Bild: Marc Wiegelmann
05.10.2026

Rund 10,8 GW Offshore-Leistung sind in Betrieb. Doch politische Unsicherheit, neue Auflagen und hoher Kostendruck belasten die Branche. Omexom zeigte auf der WindEnergy Hamburg 2026 Lösungen für Wartung, Monitoring und Cybersicherheit.

Aktuell sind derzeit rund 10,8 GW Leistung im Offshore-Bereich in Betrieb – und das Potenzial ist bei Weitem nicht ausgeschöpft. Dabei steht die Branche vor zahlreichen Herausforderungen. Neben politischer Unsicherheit und neuen Auflagen, die zu Investitionshemmnissen führen, gewinnt der zuverlässige und wirtschaftliche Betrieb bestehender Offshore-Infrastruktur immer mehr an Bedeutung. Im Mittelpunkt stehen Anlagenverfügbarkeit, planbare Wartung und der Schutz und die Resilienz kritischer Infrastrukturen. Innovative Lösungen dazu zeigte Omexom vom 22. bis 25. September auf der WindEnergy Hamburg 2026.

Die Windenergie gehört zu den zentralen Bausteinen der Energiewende. Während die Branche Marktchancen und Potenziale engagiert nutzen möchte, sucht sie zugleich nach Lösungen, um Kosten zu senken und regulatorische Vorgaben zu erfüllen. Im Fokus stehen unter anderem Speichertechnologien, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Versorgungssicherheit, um auf den hohe Kosten- und Effizienzdruck bei Offshore-Projekten zu reagieren. Dass sich in der Branche eine Menge tut, war in Hamburg auf der WindEnergy 2026 live zu erleben. Unter den über 1.600 Ausstellern war auch das Unternehmen Omexom, die Marke für Energieinfrastrukturen von Vinci Energies.

Offshore als besondere Herausforderung

Gerade Inspektionen und Reparaturen auf See sind wetterabhängig, aufwendig und teuer. Spät erkannte Schäden können lange Stillstandzeiten verursachen. Um eine frühe Fehlererkennung und eine planbare Wartung zu realisieren, hat Omexom daher gemeinsam mit dem Unternehmen SevenBel die Lösung Acoustiscan entwickelt. Sie überwacht Hoch- und Mittelspannungskomponenten kontinuierlich mit akustischen Sensoren, um über auffällige Schallmuster auf Teilentladungen und beginnende Isolationsschäden hinzuweisen. Eine Software wertet die Daten automatisiert aus und stellt die Ergebnisse samt Handlungsempfehlungen auf einem Dashboard bereit. So lassen sich Wartungen frühzeitig planen, Offshore-Servicefenster besser nutzen und ungeplante Ausfälle vermeiden.

Bei der Inspektion schwer zugänglicher Bereiche geht Omexom mittels Robotik neue Wege. So prüft der ferngesteuerte Roboter BERTA das Innere von Rotorblättern visuell. Zudem entwickelt das Unternehmen einen Mini-Tauchroboter für Unterwasserinspektionen. Solche Systeme können den Zustand von Komponenten systematisch dokumentieren, während sie die Arbeitssicherheit deutlich verbessern. Die fachliche Bewertung der Daten durch Menschen bleibt dabei weiter erforderlich.

Neben der physischen Anlagenintegrität gewinnt auch die Cybersicherheit vermehrt an Bedeutung. Offshore-Windparks verbinden operative Technik mit IT-Systemen, Fernzugriffen und Schnittstellen zu Herstellern und Dienstleistern. Ein wirksames Sicherheitskonzept erfordert daher einen vollständigen Überblick über Systeme, Komponenten und Zugriffsrechte. Omexom setzt dazu auf getrennte IT- und OT-Netze, protokollierte Fernzugriffe, kontinuierliches Monitoring und definierte Notfallprozesse. Zustandsüberwachung und Cybersicherheit folgen demselben Grundsatz: Kritische Veränderungen sollten erkannt werden, bevor sie die Anlagenverfügbarkeit beeinträchtigen.

Betrieb über den gesamten Lebenszyklus

Die nächste Entwicklungsstufe der Offshore-Windenergie hängt nicht allein von größeren Turbinen und neuen Windparks ab. Ebenso wichtig ist ein sicherer und wirtschaftlicher Betrieb über den gesamten Lebenszyklus. Omexom verbindet dafür Kompetenzen in elektrischer Infrastruktur, Instandhaltung, Inspektion und Cybersicherheit. Das Spektrum reicht von Planung und Netzanschluss bis zur Betriebsführung und Wartung von Windparks und Offshore-Umspannwerken.

„In den Gesprächen war spürbar, dass die Branche weiter fest an die Windenergie glaubt. Gleichzeitig bremsen politische Unsicherheiten und verzögerte Entscheidungen Investitionen. Auch Bestandsprojekte geraten durch neue Auflagen und stagnierende Strompreise unter Druck. Neben der Innovationskraft aus der Branche braucht es daher auch verlässliche Rahmenbedingungen, damit vorhandene Marktchancen realisiert werden können“, so Irina Lucke, Geschäftsführerin von Omexom Renewable Energies Offshore.

Um dem eigenen Anspruch gerecht zu werden, treibt Omexom den Ausbau der Windenergie weiter voran. Das Unternehmen setzt dazu auf Technologien und Services, die die Sicherheit und Verfügbarkeit erhöhen und zugleich die Wirtschaftlichkeit über die gesamte Lebensdauer von Anlagen stärken.

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