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Gelasertes Obst stößt bei vielen Verbrauchern noch auf wenig Gegenliebe, kann allerdings positive Aspekte für die Umwelt mit sich bringen.

Bild: iStock, Andreas Häuslbetz

Alternative zu Klebeetiketten Obst mit Lasern kennzeichnen

09.09.2019

Die Lasercodierung für Obst und Gemüse ist auf dem Vormarsch und löst langsam, aber sicher die Klebeetiketten ab. Der Schritt bringt ökologische Vorteile; bis zum erfolgreichen Einsatz der Technologie für alle Obst- und Gemüsesorten müssen aber noch Hürden überwunden werden.

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Ist da etwa eine Revolution im Obst- und Gemüseregal im Gange? Diese Frage mag sich möglicherweise so mancher Verbraucher bei seinem Obst- und Gemüseeinkauf stellen: Denn immer mehr Supermärkte steigen bei der Kennzeichnung von Obst und Gemüse von Klebeetiketten auf Lasercodierung um.

Zu den Beweggründen gehören auch hier – wie in vielen anderen Bereichen ebenfalls – Umwelteffizienz und Kosteneinsparungen. So soll beispielsweise die Laserkennzeichnung weniger als einen Prozent der Kohlendioxidemissionen produzieren, die bei der Herstellung einer Aufklebers ähnlicher Größe ausgestoßen werden.

Hürden der Lasertechnologie

Und doch: Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Jede Veränderung setzt Akzeptanz beim Verbraucher voraus. Noch überwiegen beim Verbraucher jedoch die Bedenken, dass Lebensmittel mit Laserkennzeichnung schädlich sein könnten. Dass die Lasercodierung vereinfacht sogar manchmal als Tattoo bezeichnet wird, macht es nicht viel besser. Dabei werden beim Lasern die Pigmente der äußeren Hautschicht von Avocado, Süßkartoffel und Co. entfernt; Tinte – wie beim Tätowieren – kommt nicht zum Einsatz.

Hürden gibt es aber auch auf Seiten der Produktion. Obst und Gemüse haben keine Einheitsgröße – Bananen können groß oder klein sein, mit ganz unterschiedlichen Krümmungen. Äpfel gibt es nicht im DIN-A4-Format. Kurz gesagt: Obst und Gemüse gibt es in allen möglichen Formen und Größen. Das muss bei der Lasercodierung berücksichtigt werden, damit die Kennzeichnung hinterher auch lesbar ist.

Außerdem neigen empfindliche Obstsorten wie Pfirsiche und Äpfel zu Druckstellen, wenn sie in der Produktionslinie gegeneinanderstoßen. Beschädigte Lebensmittel werden jedoch vom Verbraucher nicht gekauft. Folglich ist eine Qualitätskontrolle ein Muss, was wiederum Auswirkungen auf die Geschwindigkeit hat, mit der Obst und Gemüse die Produktionslinie passieren.

Langer Weg zum Erfolg

Um die Lasercodierung erfolgreich bei allen Obst- und Gemüsesorten einzusetzen, müssen noch Hürden überwunden werden. Verbraucher müssen aufgeklärt, weitere Tests auf Produktionsebene vorgenommen werden. Und doch lässt sich heute schon sagen: Die Umstellung von Klebeetiketten auf Lasercodierung ist ein wichtiger Schritt mit entscheidenden ökologischen Vorteilen und Einsparpotenzialen. Der Weg muss weiter gegangen werden ...

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