Mit dem Asset-Inventory-Service lässt sich eine aktuelle Inventarliste zu einem Anlagenteil oder einer ganzen Produktionsanlage ganz einfach per Knopfdruck erzeugen.

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Dokumentation auf Knopfdruck Mit Hilfe von automatischer Inventarisierung zu besserer Anlageninstandhaltung

14.03.2022

Auch wenn die Digitalisierung in der Automatisierungstechnik kontinuierlich voranschreitet, gibt es nach wie vor ein Stiefkind: die Dokumentation. Oft fehlen die entsprechenden Prozesse, um beim Anlagenbau, der Inbetriebnahme oder später im laufenden Betrieb und bei der Instandhaltung systematisch zu dokumentieren, welche Komponenten verbaut sind.

Eigentlich ist im Anlagenbau eine korrekte Dokumentation Teil des Gesamtprojekts. In komplexen Anlagen die Dokumentation bei Übergabe auf Richtigkeit zu prüfen, kann aber derart aufwändig ausfallen, dass man nicht selten, salopp gesagt, ein Auge zudrückt.

Meist stehen solche Projekte unter Zeitdruck – jeder Tag, den man früher produktiv arbeiten kann, bringt Geld. Wer will unter diesen Umständen Tage damit zubringen zu prüfen, welche Komponenten wo verbaut sind? Oft genug gibt es folglich keine zentrale aktuelle Inventarliste.

Konsequent verwalten – auch nach der Inbetriebnahme

Was auf den ersten Blick nachvollziehbar ist, kann sich später rächen. Eine Anlage zuverlässig instandzuhalten ist schwierig, wenn man die tatsächlich verbauten Komponenten und installierten Softwareprogramme nicht kennt. Diesen Überblick zu haben, ist für einen reibungslosen Betrieb wichtig und sorgt auch für Qualität von Produkten und für Sicherheit. Denn nur so kann man beispielsweise wissen, welche kritischen Sicherheitspatches installiert werden müssen und wo es relevant ist, neue Firmware aufzuspielen.

Sollte man also doch bei der Übergabe mehrere Tage für eine konsequente Prüfung der Dokumentation einplanen? Oder wie wäre es, wenn sich der aktuelle Stand der in der Anlage eingebauten Komponenten automatisiert generieren und anschließend systematisch verwalten ließe?

Alle Assets der Anlage automatisch identifizieren

Technisch ist das Auffinden aller Geräte in einem Netzwerk machbar. Aber das ist ja nur ein Teil der Lösung. Deshalb hat Auvesy ein Add-on für das Datenmanagement-System Versiondog entwickelt. Der sogenannte Asset-Inventory-Service hilft dabei, alle Assets eines OT-Netzwerks zu identifizieren, zu verwalten und zu analysieren.

Davon profitieren Maschinen- und Anlagenbauer ebenso wie Betreiber automatisierter Produktionen. Ein gutes Beispiel findet sich bei der bereits erwähnten Übergabe neuer Anlagen. Mit einer gezielten Analyse der Hardwarekonfigurationen der Projektdaten sowie dem aktiven Netzwerkscan lassen sich automatisch alle Assets einer Anlage ermitteln.

Mit der Erweiterung lässt sich automatisch eine aktuelle Inventarisierung der verwendeten Steuerungen, HMIs, Roboter, CNCs, Antriebe, jeglicher Aktoren und Sensoren sowie IPCs erstellen. Quasi auf Knopfdruck erhalten Anlagenbetreiber einen Überblick über die real verbauten Komponenten der jeweiligen Anlage, inklusive aktueller Firmwarestände und vieles mehr. Diese Informationen werden in einer übersichtlichen Liste dargestellt, die sich nun deutlich einfacher und zugleich genauer mit der mitgelieferten Dokumentation abgleichen lässt.

Allerdings entwickelt sich eine Anlage in der Automatisierungstechnik permanent weiter – Komponenten werden getauscht, Softwareparameter angepasst oder Patches aufgespielt. Den Zustand bei der Übergabe zu kennen, ist daher zwar wichtig, aber für den sicheren Betrieb nicht ausreichend. Dazu gilt es, die Dokumentation zu pflegen.

Der Clou: Der Asset-Inventory-Service ist nahtlos und verlustfrei mit den Vorteilen von Versiondog und den damit gemanagten Daten kombiniert. Mit automatischen Backups und Datensicherung haben Betreiber einer automatisierten Produktion jederzeit den Überblick über den as-built-Zustand der Anlage und können bei Problemen schnell reagieren.

Durch die Verknüpfung lassen sich zusätzlich die Asset-Informationen importieren beziehungsweise abgleichen, die mit dem Datenmanagement-System verwaltet werden. Dadurch kann man im laufenden Betrieb auf aktive Netzwerkscans verzichten und dennoch die Inventarisierung aller verwalteten Assets automatisiert auf dem aktuellen Stand halten.

Automatische Risiko- und Schwachstellenanalyse

Anlagenbetreiber und Instandhalter wissen auch, dass nicht alle Assets einer Anlage für den reibungslosen Betrieb gleich wichtig sind. Daher werden sie gewöhnlich in Risiko-Level eingeteilt. Hat ein Gerät das Risiko-Level „high“, muss der Instandhalter schneller für Lösungen sorgen, wenn sich Probleme abzeichnen.

Änderungen an Geräten mit dem Level „low“ kann er dagegen in seiner To-do-Liste weiter hinten anstellen. Das Risiko-Level wird auch in die Berechnung des Risk Scores einbezogen. Geräte mit Level „high“ erhalten automatisch höhere Scores als solche mit Level „low.“ Dieser Risk Score wird über den Asset-Inventory-Service für alle erfassten Assets automatisch und aktuell ermittelt.

Für die Risk-Level-Ermittlung wird über den Asset-Inventory-Service automatisiert die aktuelle CVE-Liste (Common Vulnerabilities and Exposures) abgeglichen. Dadurch wird eine einfache und schnelle Bewertung aller Schwachstellen, sowohl im industriellen Netzwerk als auch bei den jeweiligen Geräten selbst, möglich.

Innerhalb weniger Minuten erhält der Instandhalter eine Risk-Score-Analyse. Er hat Zugriff auf eine umfangreiche Bibliothek unsicherer Protokolle, Fehlkonfigurationen und anderer Sicherheitslücken. Damit kann er schnell und zielgerichtet die entsprechenden Maßnahmen einleiten. Diese automatische Bewertung aller Schwachstellen ermöglicht sinnvolles Eingreifen und sorgt im Alltagseinsatz für eine zuverlässige und sichere Produktion.

Nur wer seine Anlage – oder genauer: sein Inventar – kennt, kann auch zielgerichtet Problemen vorbeugen oder im Ernstfall schnell an der richtigen Stelle eingreifen. Neben all dem wird mit dem Add-on eine Anlage auch effizienter, nämlich durch die Zentralisierung von Zugriff, Verwaltung und Reporting aller Assets samt Schwachstellen- und Risiko-Bewertung.

Bildergalerie

  • Identifikation: Wer einen guten Überblick über sein OT-Netzwerk haben will, muss im ersten Schritt alle Assets im Netzwerk kennen.

    Bild: Auvesy

  • Mit einer CVE-Liste wird eine einfache und schnelle Bewertung aller Schwachstellen sowohl im industriellen Netzwerk als auch bei den jeweiligen Geräten selbst möglich.

    Bild: Auvesy

  • Ein Überblick über das OT-Netzwerk muss gepflegt und auf aktuellem Stand gehalten werden.

    Bild: Auvesy

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