Produke aus sensiblen Branchen wie der Lebensmittelindustrie müssen hinsichtlich des Verbraucherschutzes mit möglichst geringem Sauerstoffkontakt abgefüllt werden. Das soll das Kontaminationsrisiko senken und die Haltbarkeit erhöhen – ohne die Verwendung zusätzlicher Konservierungsstoffe.

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Anspruchsvolle Füllprodukte Minimaler Sauerstoffkontakt verringert Lebensmittelkontamination

24.08.2018

Im Sinne eines umfassenden Verbraucherschutzes werden in sensiblen Branchen wie Food und Pharma die Qualitätsanforderungen an Verpackungen beständig erhöht – teilweise sogar weit über aktuelle gesetzliche Vorgaben hinaus. Zudem gibt es in der Klebstoffindustrie zahlreiche sauerstoffempfindliche Produkte. International operierende Unternehmen suchen daher gezielt nach Lösungen für ihre anspruchsvollen Füllprodukte. Das Ziel: die Optimierung des Shelf-Life bei gleichzeitiger Reduzierung der Konservierungsstoffe.

Die Industrienorm FSSC 22000 dient zur Gewährleistung der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit. Als erster IBC- und Kunststofffass-Hersteller hat Schütz sämtliche Produktionsstandorte nach FSSC 22000 zertifiziert. Umfangreiche Präventivprogramme wurden implementiert, um Kontaminationen im gesamten Prozess – von der Rohstoffanlieferung bis zur Anlieferung der fertigen Verpackung – weitestgehend zu minimieren.

Minimaler Kontakt zur Umgebung

Mit dem neuen Ecobulk Foodcert + Aseptic und dem Cleancert + Dualprotect setzt das Unternehmen bezüglich Sicherheit und Sauberkeit nun noch höhere Maßstäbe und erweitert somit nachhaltig das bisherige Einsatzspektrum von IBCs. Ausgestattet mit einem Liner – inklusive UN-Zulassung – wird möglicher Sauerstoffkontakt bei der Abfüllung und im Container selbst minimiert.

Der integrierte Liner ist entsprechend der Industrienorm FSSC 22000 zertifiziert. Er besteht aus hochwertiger LDPE-Folie inklusive EVOH-Sperrschicht. Durch eine spezielle Faltung nahezu luftfrei gehalten, richtet er sich automatisch während des Befüllvorgangs selbst aus. Dies reduziert den Kontakt des Füllprodukts mit der Umgebungsatmosphäre auf ein absolutes Minimum.

Das Ergebnis: 99 Prozent weniger Sauerstoffkontakt und Schutz vor Kondensat im Vergleich zum Standard-IBC. Er schließt in der gesamten Supply Chain Kontaminationsrisiken nachhaltig aus. Zugleich verlängert sich die Haltbarkeit der Füllprodukte. IBCs mit Liner gewährleisten somit eine konstante Qualität des Mediums – von der Befüllung bis zur Entnahme.

Aseptischer Liner reduziert Risiken

Für die Keimreduktion werden der integrierte Liner samt dazugehöriger Armatur bei der Produktion des Ecobulk Foodcert + Aseptic mit einer flächendurchschnittlichen Dosis von mindestens 15 kGray Gamma-bestrahlt. Diese Behandlung führt zu einem sterilen Zustand. Der IBC-Innenbehälter bildet außerdem eine zusätzliche, unabhängig wirksame Auslaufbarriere, selbst bei Beschädigung des integrierten Liners. Das abgefüllte Medium ist dadurch doppelt vor Leckagen und Manipulation geschützt.

Für hohe Sicherheit, Sauberkeit und Anwenderkomfort wird die Verpackung „ready to fill“ angeliefert. Eine Sterilisation des Verpackungsinneren durch Bedampfen oder eine aufwendige Inliner-Montage ist folglich nicht mehr notwendig. Das spart Zeit und Kosten. Der Ecobulk Foodcert + Aseptic kann in allen gängigen Anlagen befüllt sowie entleert werden – auch durch Einsatz von Pumpsystemen und unter aseptischen Bedingungen.

Liner für Non-Food-Segment

Das Liner-System bietet Schütz auch für Branchen mit hochempfindlichen Gütern aus dem Non-Food-Segment. Der entsprechend ausgestattete Ecobulk wurde unter der Bezeichnung Cleancert + Dualprotect eingeführt. Auch bei diesem IBC ist das Füllprodukt dank des integrierten Liners doppelt geschützt. Umgeben von der auslaufsicheren IBC-Blase werden Leckagen vermieden, sollte der Liner beschädigt werden. Die neue Verpackungslösung wird ebenfalls „ready to fill“ angeliefert.

Der Container eignet sich dank maximalen Qualitätsschutzes zum Transport organischer Verbindungen auf natürlicher sowie synthetischer Basis, anorganischer Verbindungen und Silikone.

Ein Anwendungsbeispiel ist die Klebstoffindustrie: In Deutschland werden jährlich fast eine Million Tonnen Klebstoffe produziert. Ein Großteil dieser Produkte reagiert auf Sauerstoff mit einer Hautbildung oder beginnt dann gar auszuhärten. Der integrierte Liner minimiert den möglichen Sauerstoffkontakt bei der Abfüllung sowie in der Verpackung und verhindert, dass sich das Füllprodukt durch Luftkontakt verändert. Dies gewährleistet eine verlängerte Haltbarkeit der Produkte sowie eine problemlose Entnahme.

Kontaminationsrisiko minimiert

Im Gegensatz zu Mehrwegsystemen wird bei beiden Modellen eine Kontamination durch unentdeckte Produktanhaftungen vermieden. Durch die Abfüllung in den integrierten Liner wird das allgemeine Kontaminationsrisiko nachhaltig minimiert. Ausgeschlossen ist der Kontakt des Füllprodukts mit Kondensat, das sich unter Umständen im Innenbehälter bilden kann.

Die Sauerstoffbarriere des Liners bietet zusätzlichen Schutz vor Oxidation, Vitaminabbau und mikrobiellem Befall. Außerdem entfällt die bei anderen Containerarten notwendige Beaufschlagung mit Stickstoff. Die UN-Zulassung für Gefahrgut-Transporte gilt auch in der Ausführung mit Liner.

Bei beiden Ecobulk erfolgt der Anschluss zur Befüllung über die Standard-Auslaufarmatur des IBCs oder von oben über einen Füllstutzen, der am Liner angebracht ist. Er kann – je nach Anforderung – mit unterschiedlichen Spundstopfen ausgestattet werden. Für aseptische Anwendungen können sowohl die Auslaufarmatur als auch der am Füllstutzen angebrauchte Spund bedampft werden. Der speziell gefaltete, integrierte Liner entfaltet sich eigenständig analog zum Befüllungsgrad. Die Entlüftung des Innenbehälters ist durch das Öffnen der Schraubkappe möglich.

Einfache und sichere Entleerung

In der Regel erfolgt die Entleerung gravimetrisch einfach und sicher über die Auslaufarmatur. Sie ist sowohl mit dem Liner als auch mit dem IBC-Innenbehälter fest und formstabil verbunden. Bei Flüssigkeiten mit wässriger Konsistenz wird dabei eine nahezu vollständige Restentleerung erreicht.

Bei hochviskosen Füllprodukten kann die Überwurfmutter gelöst und der Liner vorsichtig mit der Armatur aus dem Behälter gezogen werden, um ihn komplett zu entleeren. Anschließend übernimmt der Schütz-Ticket-Service mit seinem weltweiten Netzwerk die administrationsfreie Abholung und umweltgerechte Rekonditionierung von IBC plus Liner.

Bildergalerie

  • Das Liner-System mit UN-Zulassung gewährleistet einen hohen Schutz für hochempfindliche Füllprodukte.

    Bild: Schütz

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