KI kann einige Chancen für die Medizin bieten, unter anderem im Diagnostikbereich.

Bild: Pixabay, DarkoStojanovic / Video: Wissenschaftsjahr

KI-gestützte Diagnosen Mehrheit der Deutschen befürwortet Einsatz von KI in der Medizin

11.07.2019

Über 50 Prozent der Deutschen würden KI-gestützten Diagnosen in etwa gleich oder mehr vertrauen als rein ärztlichen Diagnosen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des aktuellen Wissenschaftsjahres. Doch nicht in allen klinischen Bereichen wird KI in diesem Grad akzeptiert.

67 Prozent der deutschen Bevölkerung befürworten den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Medizin, beispielsweise im Bereich der Diagnostik. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Wissenschaftsjahres 2019 – Künstliche Intelligenz. „Die Bürgerinnen und Bürger sehen die Chancen von KI in der Medizin. Das bestärkt uns darin, KI im Gesundheitsbereich gezielt zu fördern und ihre Entwicklung damit weiter voranzutreiben“, sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek zu den Ergebnissen.

Differenzierte Ansichten

Trotz der hohen Befürwortung von KI in der Medizin sehen die Deutschen die Frage nach dem Vertrauen in KI-gestützte Diagnosen differenziert. Rund 23 Prozent sagen, dass sie einer ärztlichen Diagnose „eindeutig mehr“ oder „eher mehr“ vertrauen würden, wenn diese auf Unterstützung einer KI zurückgreift. 35 Prozent sind der Meinung, dass ihr Vertrauen nicht beeinflusst wird.

Auch bei der Bereitstellung von anonymisierten Gesundheitsdaten, die für einen effektiven KI-Einsatz in der Medizin notwendig sind, zeigen sich die Deutschen zwiegespalten. So spricht sich zwar eine Mehrheit von 57 Prozent grundlegend dafür aus, Gesundheitsdaten anonymisiert bereitzustellen, wenn diese KI-Diagnosen verbessern. Über 30 Prozent verneinen jedoch diese Bereitschaft.

„KI-gestützte Diagnosen eröffnen neue Möglichkeiten. Sie erfordern jedoch Vertrauen in die Technologie. Das müssen wir stärken“, sagt Karliczek. Aufklärung über intelligente medizinische Systeme und die gesellschaftliche Diskussion darüber seien wichtige Schritte in diese Richtung.

Austausch zwischen Wissenschaft und Bürgern

Im Rahmen der neuen Diskussionsreihe Karliczek. Impulse. Wie wir Künstliche Intelligenz nutzen wollen. tauschen sich Experten aus Wissenschaft und Praxis mit Bürgern über Chancen und Herausforderungen aktueller Aspekte der KI-Forschung aus. Hierbei diskutieren sie die gemeinsame Gestaltungsrolle von Gesellschaft und Forschung für den künftigen Umgang mit KI.

Zum Start der Veranstaltungsreihe stand am 10. Juli 2019 das Thema Medizin im Fokus. Unter den Talkgästen fand sich unter anderem Dr. Philipp Kellmeyer, Facharzt für Neurologie am Universitätsklinikum Freiburg, der sich mit den neuroethischen Herausforderungen des KI-Einsatzes in der Medizin auseinandersetzt. „Bei der Anwendung Künstlicher Intelligenz in der Medizin werden zukünftig neue Konstellationen von Mensch-Technik-Interaktion entstehen“, sagt er. „Diese werfen grundlegende Fragen über das Verhältnis von medizinischem Personal zu Patientinnen und Patienten auf.“ Gleiches gelte im Hinblick auf KI-Systeme, die nun in diese Beziehung eingebracht werden.

Bildergalerie

  • Bundesforschungsministerin Anja Karliczek begrüßt die Gäste zur Diskussionsveranstaltung Karliczek. Impulse. Wie wir Künstliche Intelligenz nutzen wollen. im Wissenschaftsjahr 2019.

    Bild: Hans-Joachim Rickel, BMBF

  • Anja Karliczek mit den Podiumsgästen beim Auftakt des Wissenschaftsjahres 2019 – Künstliche Intelligenz, von links nach rechts: Lisa Ruhfus (Moderatorin), Georg Wittenburg (Co-Founder und CEO des Berliner Start-ups Inspirient), Judith Simon (Lehrstuhlinhaberin Ethik in der Informationstechnologie an der Universität Hamburg und Mitglied der Datenethikkommission sowie des Deutschen Ethikrates) und Antonio Krüger (von der Universität des Saarlandes und Direktor des Innovative Retail Laboratory des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche
    Intelligenz (DFKI)).

    Bild: Hans-Joachim Rickel, BMBF

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