Die Einhaltung von Arbeitsschutzbestimmungen ist besonders für kleine und mittelständische Unternehmen von Bedeutung.

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Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz Man muss nicht groß sein, um groß zu denken

02.10.2018

Für Sicherheitsfachkräfte in kleinen und mittleren Unternehmen sind zeitliche und budgetbedingte Beschränkungen bei allen unternehmerischen Entscheidungen ein wichtiger Faktor. Gleichermaßen gilt es, geltende Sicherheitsbestimmungen und gesetzliche Regelungen einzuhalten.

Den Überblick über geltende Arbeitsschutzbestimmungen zu behalten und gesetzliche Vorgaben zu erfüllen ist heutzutage ein wesentlicher Punkt in allen Unternehmen, ob klein oder groß. In besonderem Maße gilt dies jedoch für kleine und mittlere Unternehmen, bei denen die Ressourcen knapp und die Auswirkungen möglicher Geldstrafen bei einer Verurteilung aufgrund eines Verstoßes gegen die geltenden Gesetze weitreichend sein können.

Ein großes Problem für Sicherheitsfachkräfte in KMUs besteht darin, dass ihre Tätigkeit häufig ein breites Aufgabenfeld umfasst, unter anderem auch das Anlagen- und Gebäudemanagement. Manchmal ist es schwierig, die Zeit zu finden für wichtige, aber zeitaufwändige Arbeiten im Bereich des Arbeitsschutzes.

Und genau hier kann moderne Technologie helfen. Fortschritte auf dem Gebiet der Gesundheits- und Arbeitsschutztechnologie – insbesondere die Automation der Erfassung großer Datenmengen – haben dazu geführt, dass sich die Vorgehensweise beim Risikomanagement verändert hat: weg vom reinen Erfüllen von Vorschriften, hin zu einem informationsbasierten Prozess. Andererseits ging die Zunahme solcher Technologien nicht mit einem gleichzeitigen Anstieg der Kosten einher. Das heißt, diese Technologien sind heute für kleinere Unternehmen sehr viel erschwinglicher und zugänglicher.

Automation der Erfassung großer Datenmengen

Zur Einhaltung von Arbeitsschutzvorschriften müssen Daten wie Messwerte oder Zeiträume kontinuierlich überwacht und erforderlichenfalls entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Die Erstellung von Arbeitsgenehmigungen und die Prüfung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) erfordert beispielsweise die Erfassung solcher Informationen vor der endgültigen Freigabe. Neue Technologien ermöglichen jetzt die automatische Erfassung dieser Daten, die Teil eines soliden Sicherheitsmanagementprogramms werden.

Insbesondere das Smartphone ist ein von den meisten Menschen tagtäglich genutztes Gerät, das die Revolution in der Datenautomatisierung vorantreibt. Heutzutage gehen Smartphone-Benutzer in der Regel kompetent und sicher mit ihren Geräten um.

Für kleine und mittlere Unternehmen kann das Smartphone auch ein leicht verfügbares, nützliches Werkzeug zur Aufrechterhaltung der Konformität mit Sicherheitsbestimmungen sein. Üblicherweise bieten Smartphones Bluetooth, WLAN, 4G-Konnektivität sowie GPS-Ortung – das Zusammenspiel der Technologien kann eine wichtige Rolle spielen, etwa bei der Beaufsichtigung eines allein agierenden Mitarbeiters.

Smartphone statt Walkie-Talkie

Walkie-Talkies mit Sprechtaste werden immer mehr durch Smartphones verdrängt. Dies macht die Beschäftigten zu einer Drehscheibe der personenbezogenen Kommunikation, die Sicherheitsdaten über eine vernetzte Mitarbeiterplattform austauschen. Schlüsselelement für alle diese Aktivitäten ist eine Datensoftware, die von Sicherheitsfachkräften in einer Echtzeit-Anzeige eingesehen werden kann.

Dank Bluetooth-Konnektivität kann ein Smartphone auch mit anderen Sicherheitseinrichtungen wie einem Gasdetektor oder Lärmdosimeter gekoppelt werden, um Expositionswerte in Echtzeit einzusehen, ohne diese Daten durch ein Docking-System zu senden. Bei Geräten, die mit einer Echtzeit-Automatisierungsfunktion ausgestattet sind, wird die Exposition automatisch durch ein zentrales Softwarepaket erfasst, ohne dass das Gerät physisch angeschlossen werden muss. Dank des Zugriffs auf die entsprechenden Daten kann der Sicherheitsbeauftragte proaktiv Maßnahmen einleiten und eingreifen, bevor beim betroffenen Belegschaftsmitglied beispielsweise eine gefährliche Gas- oder Geräuschexposition aufgetreten ist.

Wie bereits erwähnt, erfolgt das Sicherheitsmanagement bei vielen KMUs häufig manuell. Daten werden erfasst und in Tabellenkalkulationsprogramme eingegeben, wobei es zu Fehlern kommen kann. Bei einer Echtzeiterfassung wird automatisch auch ein Nachweis der Konformität erfasst, und Fehler werden vermieden. Bevor ein Belegschaftsmitglied etwa zur Arbeit in engen, geschlossenen Räumen eingesetzt wird, zeigt die Datensoftware genau an, dass alle erforderlichen Schritte zur Gewährleistung der Konformität ergriffen wurden, einschließlich der Ausgabe der erforderlichen PSA und Gewährleistung der ordnungsgemäßen Schulung des Belegschaftsmitglieds.

Fehleranfälliges Verfahren

Wenn ein Arbeitssicherheits-Audit ansteht, sind die benötigten Informationen direkt für den Prüfer verfügbar, was den Prozess, der besonders für KMUs kompliziert, zeitaufwändig und frustrierend sein kann, wesentlich beschleunigt. Die ordnungsgemäße Wartung und Aufrechterhaltung des Zustands der PSA ist ebenfalls eine gesetzliche Vorschrift, die von kleinen und mittleren Unternehmen nicht vernachlässigt werden darf.

Ein schlecht geführtes Register kann dabei die Probleme verschärfen. Auch das Führen des PSA-Verzeichnisses wird in vielen KMUs manuell vorgenommen. In den allermeisten Fällen werden Ausrüstung sowie Ablaufdaten und Prüftermine in einer Tabelle erfasst. Dies ist jedoch ein fehleranfälliges Verfahren, bei dem leicht ein Prüftermin oder ein nicht mehr geeigneter Zustand einer Ausrüstung übersehen werden kann, was das Risiko einer Nichtkonformität bei einer Überprüfung beinhaltet.

Um dem entgegenzuwirken, kann ein Sicherheitsbeauftragter eine ganze Datenbank mit den Daten der PSA, einschließlich Modellnummer, Hersteller, Prüfdatum und Ablaufdatum in eine Anlagenmanagement-Suite laden. Nach dem Hochladen warnt die Software den Sicherheitsbeauftragten, wenn Ausrüstung gewartet werden muss und gibt in manchen Fällen sogar Hinweise zur Durchführung der Inspektion. Wenn zum Beispiel ein Gasdetektor einmal im Monat gewartet werden muss, kann in der Software ein entsprechender Zeitplan einprogrammiert werden, und dieses Gerät wird dann automatisch in den vorgegebenen Zeitabständen kalibriert, was den betreffenden Unternehmen Zeit spart und gleichzeitig die Konformität gewährleistet.

Intelligentes Sicherheitsmanagement

Letztendlich ist die beste Art und Weise, wie KMUs ihre Produktivität erhöhen und kostspielige Geldstrafen vermeiden können, sicherheitsrelevante Vorfälle von vorne herein zu vermeiden. Im Zuge einer immer erschwinglicher werdenden Automation bei der Erfassung großer Datenmengen hilft diese Herangehensweise an das Sicherheitsmanagement kleineren Unternehmen, die Konformität zu wahren und produktiver zu werden.

Laut EU-OSHA ist ein hohes Maß an Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg und das langfristige Überleben von Klein- und Mittelunternehmen. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, ist die Echtzeit-Konnektivität der Beschäftigten. Es geht darum, Menschen dazu dazu zu befähigen, zu reagieren, bevor ein Unglück geschieht, Vorfälle zu verhindern und das Sicherheitsniveau zu steigern.

Bildergalerie

  • Walkie-Talkies mit Sprechtaste, früher einmal das wichtigste Werkzeug für die Kommunikation auf dem Werksgelände und an externen Einsatzstellen, werden immer mehr durch Smartphones verdrängt.

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