Wie kommt ein Projekt überhaupt zu Ihnen nach Mannheim – und was passiert dann als Erstes?
Häufig sehen unsere lokalen Vertriebseinheiten beim Kunden einen konkreten Bedarf und holen uns als technisches Rückgrat dazu. Dann starten wir mit Anforderungsanalyse und Machbarkeitsstudie: Was lässt sich mit Standard lösen – und wo braucht es Zusatzfunktionen? Und wenn ein Thema fachlich besser bei einem OEM Hub an einem anderen Standort aufgehoben ist, geben wir es in unser Netzwerk. Hauptsache, die Experten mit passender Kompetenz sitzen schnell am Tisch.
Viele OEMs kämpfen mit langen Entwicklungszyklen. Wie realistisch ist „schneller werden“?
Bei komplexen Neuentwicklungen reden wir oft über 1,5 bis 3–4 Jahre bis zur Serienreife – das ist die Realität. Aber wir können Zeit gut machen: indem wir früh einsteigen, Auslegung und Integration sauber aufsetzen und kritische Punkte vorab prüfen, statt erst an der realen Maschine zu lernen. Bei kleineren Projekten sind so auch wenige Monate von der Anfrage bis zum Test vor Ort möglich.
Sie unterstützen Kunden auch wegen des Fachkräftemangels – gleichzeitig wollen Sie sie „befähigen“. Wie passt das zusammen?
Das ist eine ideale Kombination. Denn kurzfristig können Kapazitäten ausgeglichen werden – nachhaltig wird es aber nur, wenn der Kunde versteht, was zu tun ist. Darum liefern wir nicht nur eine funktionierende Lösung, sondern auch Konfigurationsdaten, Messungen und eine belastbare technische Dokumentation. Und wenn aus einer kundenspezifischen Anforderung etwas entsteht, das öfter gebraucht wird, überführen wir das in Standardbausteine – dann ist es dokumentiert und weltweit supportfähig.
Was passiert, wenn Kunden Themen wie OPC UA oder Cloud-Services verlangen – wie kommt das in die Produktentwicklung?
Das ist eine unserer Rollen als Schnittstelle zwischen Markt und Entwicklung. Wir bringen Kundenanforderungen strukturiert in unsere R&D – in Deutschland zum Beispiel primär in Richtung industrielle Kommunikation, OPC UA und Cloud-Services. Und wir helfen, Prototypen und Pilotkunden zu definieren, damit neue Lösungen nicht nur im Labor „hübsch“ sind, sondern auch im Feld funktionieren. Für OEMs heißt das: weniger Experiment, mehr belastbare Roadmap.