Friedrich Lütze GmbH

Udo Lütze leitet in zweiter Generation die Lütze International Group. Herzstück ist die Friedrich Lütze GmbH in Weinstadt bei Stuttgart. Seit über 60 Jahren entwickelt und fertigt man Komponenten und Systemlösungen für Automatisierung und Bahntechnik. Das Familienunternehmen investiert im Branchenvergleich überdurchschnittlich in F&E.

Bild: Lütze
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Interview über die Weiterentwicklung von Airstream Hitzefrei im Schaltschrank

29.09.2020

Das Verdrahtungssystem Airstream von Lütze sorgt für ein gutes Klima im Schaltschrank, erleichtert die Verdrahtung und ermöglicht einen effizienten Einbau der Komponenten. Die Lösung gibt es jetzt auch für kleine Schaltschränke, außerdem steht eine neue Generation in den Startlöchern. Welche Vorteile Schaltschrankbauer durch die Weiterentwicklungen haben, erklärt Udo Lütze, Inhaber von Luetze International, im Gespräch mit A&D.

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Das ausführliche Interview können Sie auch in unserem Podcast anhören:

Lütze ist bekannt für sein Verdrahtungssystem Airstream. Wenn Sie kurz zusammenfassen, was die Lösung ausmacht?

Mit unserem Airstream-System können Sie Schaltschränke effizienter gestalten. Sie sparen also Platz beim Aufbau der Steuerung und – was ich für noch für viel wichtiger halte – der Schaltschrank wird thermisch optimiert. Das bedeutet, die von allen Komponenten abgegebene Wärme kann sich nicht stauen, denn Airstream leitet sie ab. Und wenn Sie die Wärme aus dem Schaltschrank rausbekommen, dann lebt die Anlage länger!

Im November 2019 zur SPS-Messe stellten Sie Airstream Compact vor. Lässt sich das System als eine miniaturisierte Variante beschreiben?

Diese Frage wird öfters gestellt, muss ich aber mit einem klaren Nein beantworten. Bei Airstream Compact handelt sich um eine Produkterweiterung unserer Lösung nach unten. Wir verwenden also die gleiche Technologie, aber passend zugeschnitten auf kleinere Schaltschränke.

Wen adressieren Sie mit Airstream Compact – den Sondermaschinenbau und dezentrale Lösungen?

Dezentralität und Platznot sind im gesamten Maschinenbau ein gefragtes Thema, im Sondermaschinenbau aber insbesondere. Genau deshalb bedienen wir das Kundenbedürfnis, Schaltschränke immer kompakter aufbauen zu müssen. Wir verschaffen mit Airstream Compact unserer Kernzielgruppe von Maschinen- und Sondermaschinenbauern genau diese Möglichkeit.

Airstream Compact ist für Schränke mit wenig Tiefe oder für Sonderschränke, die in der Anlage verbaut sind. Wird damit eine effiziente Luftzirkulation deutlich erschwert?

Das System unserer kanallosen Verdrahtung funktioniert natürlich auch im kompakten Schaltschrank. Wir bieten hier eine durchgehende Lösung, die fängt an mit dem kleinsten Schaltkasten und geht natürlich hin bis zu Anlagen mit mehreren Feldern. Und überall steht bei uns die Thermodynamik im Vordergrund. Es ist einfach wichtig, dass die Wärmenester eliminiert werden und wir dadurch die Wärme auch abführen – das funktioniert unabhängig von der Schaltschrankgröße und -tiefe.

Airstream verfügt über ein umfangreiches Zubehör. Können Anwender bei Airstream Compact ebenfalls darauf zurückgreifen?

Sogar ohne Einschränkungen, denn alles ist hier kompatibel. Die Stege und Module sind von der Kontur her absolut identisch, Kunden können voll auf das bisherige Zubehörsortiment von Airstream zurückgreifen. Wie bereits erwähnt ist Airstream Compact keine neue Produktgruppe, sondern ein weiterer Bestandteil des Systems Airstream.

Jetzt steht eine neue Generation von Airstream in den Startlöchern. Was sind die Besonderheiten daran?

Ganz knapp zusammengefasst: Wir werden schneller und effizienter! Denn für uns ist es extrem wichtig, dass wir die Aufbauzeit von Schaltschränken für unsere Kunden immer weiter reduzieren.

Aber wie gelingt die weitere Reduzierung der Aufbauzeit?

(Lacht) Bei dieser Frage müssen Sie sich leider noch etwas in Geduld üben, denn das System ist ja noch nicht vorgestellt worden. Aber ich kann Ihnen schon verraten, dass wir sowohl neue Befestigungstechniken als auch ein festes Rastermaß einführen. Und glauben Sie mir, damit erreichen wir garantiert unser Ziel der weiteren Reduzierung der Aufbauzeit.

Auch die Modularität zieht bei Airstream verstärkt ein. Welche Möglichkeiten gibt es diesbezüglich?

Dadurch können wir mit wenig Komponenten alles realisieren – und alle Komponenten sind zudem Standardkomponenten. Durch diese Modularität benötigen wir keine kundenspezifischen Zuschnitte, sondern greifen in den Baukasten und besitzen so ein Höchstmaß an Flexibilität. Mein Ziel ist es, dass wir mit möglichst wenig Werkzeugen Systeme überall effizient aufbauen und modifizieren können – schließlich wird Airstream weltweit eingesetzt. Und mit der künftigen Erweiterung über das Rastermaß wird das in Zukunft eben noch schneller gelingen.

Welche Effizienzgewinne ermöglicht die kommende Airstream-Generation denn bezüglich Platzgewinn und besserem Klima im Schaltschrank?

Sie sparen mit Airstream generell bereits bis zu dreißig Prozent Platz im Schaltschrank, das ist schon mal eine große Hausnummer. Dann können Sie vor Ort künftig mit noch weniger Komponenten und Werkzeugen einen Rahmen aufbauen. Damit bieten wir eine zusätzliche Arbeitserleichterung und reduzieren die Komplexität des Schaltschrankbaus weiter. Und durch die Luftzirkulation um alle Komponenten herum verlängern wird die Lebensdauer der Komponenten und der Steuerung. All diese Ziele unterliegen bei uns einem ständigen Verbesserungsprozess.

Wie kompatibel ist die – in Kürze auf den Markt kommende – neue Generation zum Airstream Zubehörsystem?

Auch hier kann ich wie bei Airstream Compact sagen: zu 100 Prozent, weil nichts ausgewechselt werden muss. Wir müssen bis auf kleine Ausnahmen keine neuen Zubehörteile auf den Markt bringen, Abwärtskompatibilität hat eine hohe Priorität bei uns. Setzen Kunden also bereits das Vorgängerprodukt ein, so lässt sich künftig der neue Verdrahtungsrahmen in der gleichen Applikation ohne neue Planung eins zu eins einsetzen. Sicherlich, gewisse Befestigungspunkte verändern sich, das sind aber Kleinigkeiten. Der Aufbau der Steuerung bleibt aber voll kompatibel.

Wie sieht die weitere Roadmap rund um Ihre Airstream-Lösungen aus?

Als Ziel für die nächsten Jahre setzen wir auf eine noch stärkere Integration zwischen Kunde und Technologie. Das ist jetzt natürlich ein sehr breiter Bereich, über den ich hier spreche, aber für mich muss der Mensch immer im Mittelpunkt unserer Bemühungen stehen. Und hier ist es egal, ob unser Kunde mit digitalen oder analogen Werkzeugen arbeitet, ob wir uns treffen oder eine Videokonferenz halten. Wir wollen mit unserer Technologie dem Kunden eine Lösung bieten, die ihn effizienter und wettbewerbsfähiger macht. Und auf seinem Weg dahin wollen wir ihn als Partner unterstützen.

Das ausführliche Interview können Sie in unserem Podcast anhören unter: soundcloud.com/industr-com

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