Aktuelles Entwicklungsziel im Schwerlastbereich ist eine Reichweite der Langstrecken-LKW von bis zu 1.000 km bei einer Betankung von 80 kg Wasserstoff.

Bild: Clean Energy Partnership

Stoff der grünen Zukunft Grüne Mobilität mit Wasserstoff und Brennstoffzelle

17.03.2022

Wasserstoff wird als Lösung gesehen. Und hier hilft Teamspirit für eine runde Sache: Die Clean Energy Partnership setzt auf den Stoff der Zukunft und macht sich stark für eine grüne Mobilität mit Wasserstoff und Brennstoffzelle.

Die Clean Energy Partnership (CEP) agiert als starkes Industrienetzwerk. Die Mission? Die zeitnahe Marktetablierung einer grünen Mobilität mit Wasserstoff und Brennstoffzelle – versorgungsicher und umweltverträglich.

Gegründet 2002 als Initiative aus Politik und Industrie, hat die Clean Energy Partnership sich 2017 zu einer reinen Industrie-Partnerschaft entwickelt. Das Besondere: Im Rahmen dieser Expertenplattform arbeiten Technologie-, Mineralöl- und Energiekonzerne, Gasproduzenten sowie Automobilhersteller Hand in Hand mit dem Ziel, die H2-Mobilität am Markt zu etablieren.

Dafür kommen Vertreter von Air Liquide, Audi, BMW, Daimler, EWE, GP Joule, H2 Mobility, Honda, Hyundai, Linde, Infraserv Höchst, OMV, Shell, Total, Toyota, Clean Logistics, Cryomotive, Cryoshelter, Faurecia, Lifte H2 und der Westfalen Gruppe in technischen Arbeitsgruppen zusammen und entwickeln gemeinsam Lösungen für eine schnelle und effiziente Betankung.

Der Vorteil des Fahrens mit Brennstoffzelle ist enorm: Sein Potential liegt vor allem in der Möglichkeit des verkehrsträgerübergreifenden, vielseitigen Einsatzes. Ob PKW, Busse, Züge, Nutzfahrzeuge, Schwerlastverkehr oder Flugzeuge – Wasserstoff ist die Antwort auf den kollektiven Wunsch nach einer verantwortungsvollen Mobilität.

Für uns alle. Fürs Klima

Gestartet ist die Clean Energy Partnership als Leuchtturm- und Förderprojekt mit einem Forschungs- und Entwicklungsauftrag: Die Mobilität mit Wasserstoff und Brennstoffzelle für die Marktaktivierung vorbereiten – ganz ohne Fahrzeuge und Infrastruktur. Heute sind Serienfahrzeuge auf den Straßen unterwegs und es gibt fast 150 H2-Tankstellen in Europa, allein in Deutschland davon über 90.

Die Clean Energy Partnership hat die Mobilität mit Wasserstoff Realität werden lassen. Als Impulsgeber und Expertengremium zeigt die CEP Potentiale auf, benennt Herausforderungen und erarbeitet Lösungsansätze. Politik und Industrie haben es jetzt also gemeinsam in der Hand, die definierten Ziele in die Realität zu übersetzen, Hemmnisse zu identifizieren und auszuräumen.

Kurs auf Zukunft

Während die Wasserstofftechnologien innerhalb der Mobilität zur Marktreife gebracht werden, werden parallel auch die Pfade der Wasserstoffdistribution entwickelt – ob gasförmig über Pipelines oder flüssig in Trailern: es wird unterschiedliche Konzepte und Anforderungen an den Wasserstoff und seine Betankungsform geben.

Die CEP bringt daher insbesondere in den technischen und regulatorischen Gremien ihre Expertise ein, damit die einzelnen Distributionswege dem Markt zur Verfügung stehen. So ist etwa für eine erfolgreiche Marktetablierung der grünen Mobilität mit Wasserstoff unabdingbar, Betankungsstandards vorab zu definieren – und das verkehrsträgerübergreifend. Der aktuelle Markt bietet noch keine schlüsselfertigen Lösungen.

Die Herausforderung besteht somit darin, einen einheitlichen Standard zu definieren, wie Wasserstoff bereitgestellt werden soll – und das für unterschiedliche Verkehrsträger wie PKW, Busse, leichte Nutzfahrzeuge, LKW und Züge.

Die CEP bietet in diesem Kontext eine branchenübergreifende Plattform, um an diversen Themen der Interoperabilität zu arbeiten und bereits entwickelte Betankungstechnologien unter Betrachtung der gesamten Wirkungskette noch effizienter und kostengünstiger zu gestalten.

Und der Druck ist groß: Für rund ein Viertel aller klimaschädlichen Emissionen auf der Straße ist der Schwerlastverkehr verantwortlich. Umweltverträgliche Konzepte für die 40 Tonnen schweren Fahrzeuge sind daher gerade im Langstreckenbereich von großer Bedeutung.

Aktuelles Entwicklungsziel im Schwerlastbereich ist eine Reichweite der Langstrecken-LKW von bis zu 1.000 km bei einer Betankung von 80 kg Wasserstoff innerhalb von 15 Minuten – eine doppelt so hohe Reichweite als bei geplanten batterieelektrischen Lkw, bei einer schnelleren Betankungszeit um den Faktor 4. Es werden zukünftig jedoch batterieelektrische LKW und Wasserstoff-LKW an denselben Tankstellen geladen beziehungsweise betankt werden müssen, was mit technischen und regulatorischen Herausforderungen einhergeht.

In diesem Zusammenhang kann die CEP ihre Expertise aus dem PKW-Bereich perfekt einbringen, adaptieren sowie verschiedene Betankungswege prüfen.

Erfolgreiche Energie- und Verkehrswende

Mit vereintem Know-How hat die Industrieinitiative bereits maßgeblich zur Definition des weltweit gültigen Standards für 700bar-PKW-Betankungen beigetragen, mit dem es möglich ist, PKW und leichte Nutzfahrzeuge mit einer Tankgröße bis zu 10 kg zu betanken. Darüber hinaus hat die CEP die Wasserstofftankstellenabnahme etabliert, worüber die sichere Betankung von PKW, Bus und LKW sichergestellt wird. Die aus dem Vorgehen gewonnenen Erkenntnisse wurden an die ISO überführt. Neu errichtete Tankstellen müssen nun europaweit dem Vorgehen entsprechend getestet werden.

Ein weiterer Meilenstein der CEP ist das mit Wenger Engineering entwickelte 350bar-Betankungsprotokoll. Derzeit gibt es noch kein international abgestimmtes Protokoll zur Betankung von Brennstoffzellenbussen und -LKW mit gasförmigen Wasserstoff bei einer Druckstufe von 350bar. Vor diesem Hintergrund hat die CEP gemeinsam mit Wenger Engineering ein entsprechendes Protokoll erarbeitet und international abgestimmt, damit Busse und LKW ab sofort an öffentlichen Wasserstofftankstellen betankt werden können.

Mit den Whitepapern zur Heavy Duty-Betankung mit flüssigem beziehungsweise tiefkalt-komprimierten Wasserstoff ist der CEP ein weiterer entscheidender Erfolg gelungen: es ist nun möglich, technische Bedingungen der Betankung mit Wasserstoff (gasförmig als Druckwasserstoff, tiefkalt oder flüssig) international und industrieweit abzustimmen. So können PKW, LKW und Busse international sicher betankt und komfortabel werden.

Wasserstoff – unser Treibstoff der Zukunft

Die Clean Energy Partnership hat bereits viel erreicht und als starkes Team gezeigt, dass geringe Betankungszeiten und hohe Reichweiten ohne CO2-Emissionen mit Wasserstoff möglich sind. Insbesondere grüner Wasserstoff hat als Energieträger das Potential, der Gamechanger für eine erfolgreiche Verkehrs- und Energiewende zu sein.

Mit dem Pkw-Bereich als Einstiegsmarkt hat die CEP gezeigt, dass die H2-Mobilität Marktreife erreicht hat. Jetzt ist es von immenser Bedeutung, einen zeitnahen Markthochlauf zu gestalten, indem Lösungen für eine schnelle und effiziente Betankung entwickelt und dadurch ein breites Anwenderspektrum geschaffen wird – verkehrsträger- und sektorenübergreifend.

Fakt ist: Die Energie- und Verkehrswende ist eine der großen Aufgaben unserer Zeit. Meistern werden Gesellschaft, Industrie und Politik diese Herausforderung nur als starkes Team. Die Partnerunternehmen der Clean Energy Partnership sind sich auf jeden Fall einig: #nurmitwasserstoff werden Energie- und Verkehrswende ein Erfolg.

Bildergalerie

  • Innerhalb von 15 Minuten 80 kg Wasserstoff tanken.

    Bild: Clean Energy Partnership

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