Energieminister Christian Pegel, Wemag-Projektleiter Jost Broichmann und Wemag-Vorstand Thomas Murche (v.l.) nehmen die Batteriespeicherstation WBS 500 gemeinsam in Betrieb.

Bild: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Virtuelle Kraftwerke Erste Mehrzweck-Batterie in Betrieb

26.09.2018

Wemag nahm offiziell seine Batteriespeicherstation WBS 500 in Neustadt-Glewe in Betrieb. Mit einer Leistung von 750 KW und einem Speichervermögen von 925 KWh markiert dieser Prototyp eine neue Generation dezentraler Batteriespeicher.

Batteriespeicher sind für die Energiewende unabdingbar. Mit der WBS 500 hat die Wemag einen kompakten Speicher entwickelt, der laut Hersteller für Energieversorger und Industrie gleichermaßen vielfältig einsetzbar ist. Die WBS 500 verfügt über ausreichend Leistung und Kapazität, um 500 KW Primärregelleistung bereitzustellen. Daher stammt auch die Bezeichnung. Die Anlage gleicht in Sekundenbruchteilen Frequenzschwankungen aus. Wird aber die Funktionalität der Batterie für einen lokalen Engpass benötigt, kann eine andere Anlage im virtuellen Kraftwerk diese Funktion übernehmen.

Virtuelles Kraftwerk dient zur Bündelung

Die im Vergleich zu Batteriekraftwerken kleinen Stationen sollen künftig allein oder gemeinsam verschiedene Aufgaben der Energieversorgung übernehmen, die Netzstabilität verbessern und die Integration von erneuerbaren Energien oder Ladeinfrastruktur für Elektromobilität ermöglichen. Dafür wird die WBS 500 mit dem vorhandenen Wemag-Batteriespeicher in einem virtuellen Kraftwerk gebündelt. Geplant ist die Errichtung weiterer Speicher für regionale Energieversorger.

„Die Idee, ein Speichernetzwerk aufzubauen, begrüße ich ausdrücklich. Die Energieerzeugung wird durch die erneuerbaren Energien insgesamt dezentraler. Mit den kleinen Energiespeichern folgt die Wemag dieser Entwicklung und bringt Speicher näher an Erzeuger und Verbraucher“, erklärte Energieminister Christian Pegel. „Hervorzuheben ist die hohe Energie- und Leistungsdichte dieser Station. Im Vergleich zum ersten Wemag-Batteriespeicherkraftwerk verfügt die WBS 500 über etwa ein Sechstel der Energie, das aber nur auf einem Hundertstel des umbauten Raums“, lobte der Minister die Station. Somit lasse sich dieser Stationstyp gut in vorhandene Infrastruktur integrieren.

In den kommenden Monaten sollen mit der Speicherstation verschiedene Versuche im Rahmen virtueller Kraftwerke vorgenommen werden, darüber hinaus dient die Anlage auch als Entwicklungsumgebung für die Energiewende-Projekte WindNode und Routecharge. Ein Regelbetrieb parallel zu dem Schweriner Batteriekraftwerk ist ab dem Sommer 2019 geplant. Das dafür notwendige virtuelle Kraftwerk wird derzeit entwickelt.

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