Atmungsaktiv, nicht brennbar und säureresistent Entwicklung eines Geopolymer-Baustoffs

Dr. Michael Kraft und Prof. Dr. Martin Bertau mit Geopolymer-Ziegeln

Bild: Doris Kothe / TUBAF
12.03.2024

Am 08. März 2024 ging der erstmals ausgelobte Sächsische Landespreis „Baupraxis der Zukunft – nachhaltig, innovativ, zirkulär“ an die TU Bergakademie Freiberg.

Professor Dr. Martin Bertau und Dr. Michael Kraft erhielten den Preis für ihre Entwicklung eines Geopolymer-Baustoffs im Rahmen des Projekts GeopaZ. „Geopolymere sind Baustoffe, die sich verhalten wie Zement oder sogar noch teilweise bessere Eigenschaften haben als Zement, aber eben fast CO2-frei sind in der Herstellung. Und Sie lassen sich grenzenlos recyclen“, erklärt Bertau, der an der TU Bergakademie Freiberg den Lehrstuhl für Technische Chemie innehat.

„Ich kann Polymere aber auch aufschäumen und erhalte ein Material, das ähnlich wie Styropor gute Dämmeigenschaften mitbringt. Dieser Stoff aber hat eine einzigartige Bauphysiologie. Es ist atmungsaktiver als herkömmliche Baustoffe. Das Gebäude atmet, es kommt nicht zur Schimmelbildung.“ Dadurch, dass beim Bau ein einziger Baustoff verwendet wird, ist später auch das Recycling der Baustoffe einfacher. „Ein weiterer Vorteil ist, dass Geopolymere nicht brennbar und säureresistent sind“, ergänzt Teammitglied Kraft. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der von ihnen entwickelte Geopolymer-Baustoff im nächsten Jahr den Sprung in die großtechnische Anwendung schafft.

Drei verschiedene Kategorien

Der Sächsische Landespreis „Baupraxis der Zukunft“ wird in drei Kategorien vergeben: A. Baustoffe, B. Bauteile und Bauarten und der Sonderpreis C. für Baustoffe, Bauteile und Bauarten. Bertau und Kraft sind die einzigen Preisträger der Kategorie A. Insgesamt lagen der Jury 30 Einreichungen vor. Die Preise sind mit insgesamt 30.000,00 Euro dotiert.

Hintergrund des neuen Landespreises, der vom Sächsischen Staatsministerium für Regionalentwicklung ausgelobt wurde, ist das Engagement des Freistaats um klimafreundlicheres Bauen. Der Bausektor sei für rund ein Drittel aller CO2-Emissionen verantwortlich, so das Ministerium in der Wettbewerbsausschreibung.

Der Wettbewerb ist ein Impuls des Sächsischen simul+ InnovationHubs. Es leistet einen Beitrag zur innovationsgestützten Regionalentwicklung und zur Innovationskultur im Freistaat. Projektpartnerschaften bestehen mit der Architektenkammer Sachsen (AKS), der Ingenieurkammer Sachsen (IKS) sowie dem Sächsischen Handwerkstag.

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  • Geopolymerziegel

    Geopolymerziegel

    Bild: Doris Kothe / TUBAF

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