Auch wenn sie einige negative Auswirkungen für die Branche erwarten, sehen viele Energiemarktdienstleister ebenso Potenziale in den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie.

Kurzbefragung zu den Auswirkungen der Corona-Krise Energiemarktdienstleister sehen Chancen in Corona-Pandemie

28.04.2020

Der BEMD hat eine Kurzbefragung zu den Auswirkungen der Corona-Krise durchgeführt. Aus ihr geht hervor, dass Energiemarktdienstleister kurzfristig zwar negative Effekte spüren werden, auf lange Sicht durch die beschleunigten Digitalisierungsprozesse aber auch neue Chancen erwarten.

In der Befragung thematisierte der BEMD neben der aktuellen und zukünftigen Marktentwicklung auch die Potenziale der aktuellen Situation sowie die Zukunft des digitalen Arbeitens. Erste Ergebnisse sind: Die Auswirkungen der Coronakrise auf Energiemarktdienstleister werden – zeitverzögert ab dem vierten Quartal 2020 – eher negativ sein. Mittel- und langfristig erwarten die Befragten aber auch Chancen für die Branche, die sich aus beschleunigten Entwicklungen rund um Digitalisierung, Standardisierung und Automatisierung sowie Personalentwicklung ergeben.

Hälfte der Befragten plant keine Kurzarbeit

Gemäß der Umfrage liegt der Rückgang an Aufträgen bei Energiemarktdienstleistern seit Beginn der Krise lediglich bei zwölf Prozent. Dementsprechend haben auch nur circa sechs beziehungsweise elf Prozent der Befragten angegeben, dass in ihrem Unternehmen Kurzarbeit bereits durchgeführt oder geplant ist; in 50 Prozent der Fälle ist keine Kurzarbeit vorgesehen.

Für die kommenden sechs Monate geht die Mehrheit der Umfrageteilnehmer von einer eher negativen bis unveränderten Marktentwicklung aus. Dabei wurde mehrfach die Vermutung geäußert, dass viele Energiemarktdienstleister die Auswirkungen der aktuellen Krise erst Ende 2020 beziehungsweise Anfang 2021 vollständig wahrnehmen werden, da die Folgen von Liquiditätsengpässen und Insolvenzen zeitverzögert bei ihnen ankommen.

Durch den Wegfall von Lieferanten und damit EMDL-Kunden müssen teilweise zudem neue Produktions- und Lieferwege erschlossen werden. Des Weiteren gehen die Befragten davon aus, dass insbesondere im laufenden Jahr viele geplante Projekte aufgeschoben werden, sofern sie nicht notwendig sind oder zur Bewältigung der Corona-Pandemie und ihrer Folgen beitragen.

Digitalisierung wird beschleunigt

Langfristig wird mit einem höheren Kostendruck in der Branche gerechnet; so werden Projekte voraussichtlich stärker danach bewertet, wann sie sich amortisiert haben. Auch Kundenzentren könnten von vielen Marktteilnehmern neu überdacht und Personaleinsparungen vorgenommen werden, sowohl um die laufenden Kosten zu senken als auch um sich auf eine mögliche ähnliche Situation in der Zukunft vorzubereiten.

Generell erwarten die Befragten, dass durch die Corona-Krise viele Entwicklungen in der Branche beschleunigt werden, unter anderem die Konzentration auf Robotik, Automatisierungsprozesse und Self Service. Dabei sind sich die Teilnehmer einig, dass dies auch große Potenziale für Energiemarktdienstleister darstellt: Insbesondere das Angebot einer Digitalisierung von Arbeitsprozessen, die Bereitstellung neuer Formate des Kundenservices sowie die Unterstützung bei effizienter Standardisierung und Automatisierung bieten hierbei Chancen.

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