Seit Juli 2025 gehört Limtronik zur Videoton Group. Die Zusammenarbeit eröffnet dem Elektronikfertiger und seinen Kunden neue Möglichkeiten, Produktionsstrategien international auszurichten. Denn nicht jedes Produkt und jede Produktionsphase stellt die gleichen Anforderungen. Während bei der Einführung eines neuen Produkts beispielsweise Entwicklungsnähe, kurze Abstimmungswege und Flexibilität gefragt sind, können bei steigenden Stückzahlen andere Faktoren in den Vordergrund rücken. Auch die Nähe zum jeweiligen Absatzmarkt kann entscheidend sein.
„Für unsere Kunden wird es immer wichtiger, Fertigungsstandorte flexibel wählen und Produktionskapazitäten an unterschiedliche Anforderungen anpassen zu können“, erklärt Gerd Ohl, Geschäftsführer von Limtronik. „Mit Videoton haben wir die Möglichkeit, Projekte innerhalb eines internationalen Netzwerks umzusetzen. Dabei können wir die Stärken der einzelnen Standorte gezielt nutzen – von hochautomatisierter Elektronikfertigung bis zu komplexen Montageprozessen. Das eröffnet unseren Kunden neue Spielräume bei Kosten, Kapazitäten und Lieferketten.“
Fertigung dort, wo sie sinnvoll ist
Wie sich die unterschiedlichen Anforderungen abdecken lassen, zeigt die Aufstellung des Verbunds. Limtronik bringt am deutschen Standort in Limburg seine Kompetenzen in der Entwicklungsunterstützung und hochdigitalisierten Elektronikfertigung ein. Vier SMT-Linien, drei in Deutschland und eine in den USA, ermöglichen die Produktion vom Prototyp bis zu hohen Stückzahlen. Innerhalb der Videoton Group stehen weitere Kapazitäten und spezialisierte Fertigungsstandorte zur Verfügung.
So liegt in Ungarn bei Videoton ein Schwerpunkt auf der hochautomatisierten Elektronikfertigung und der Integration komplexer Systeme. Bulgarien bietet insbesondere Möglichkeiten für arbeitsintensive Montage- und THT-Prozesse. In den USA betreibt Limtronik einen eigenen Standort in Colorado, dessen SMT-Fertigung kürzlich erweitert wurde. Damit können auch Kunden, die den nordamerikanischen Markt bedienen, auf lokale Fertigungskapazitäten zurückgreifen.
Für Kunden ergeben sich daraus unterschiedliche Optionen: Sie können neue Produkte zunächst in enger Abstimmung mit Limtronik entwickeln und fertigen lassen, bei veränderten Anforderungen zusätzliche Kapazitäten innerhalb des Verbunds nutzen oder ihre Produktion näher an wichtige Absatzmärkte verlagern.
Mehr Fertigungstiefe, weniger Schnittstellen
Gerd Ohl erklärt: „Heute geht es oft nicht mehr allein um die bestückte Leiterplatte, sondern um komplette Geräte und Systeme. Je mehr unterschiedliche Dienstleister daran beteiligt sind, desto höher ist der Koordinationsaufwand.“
Auch hier profitieren Kunden von den gebündelten Kompetenzen innerhalb der Videoton Group. Sowohl Limtronik als auch Videoton verfügen über umfassende Expertise in der Elektronikfertigung (EMS), der Montage kompletter Geräte und Systeme (Box-Build) sowie im Schaltschrankbau. Darüber hinaus bietet Videoton ein breites Spektrum weiterer Fertigungsleistungen, darunter die mechanische Bearbeitung, Blechverarbeitung und Kunststofffertigung. Auf diese zusätzlichen Kompetenzen können nun auch Limtronik und seine Kunden zurückgreifen. So lassen sich unterschiedliche Fertigungsprozesse innerhalb einer Unternehmensgruppe abwickeln und gleichzeitig die Anzahl der Lieferanten sowie der Koordinationsaufwand reduzieren.
Limtronik und Videoton sind auf der Electronica 2026 in Halle A2 am Stand 343/1 vertreten.