MPDV Mikrolab GmbH

Thorsten Strebel studierte Technische Informatik mit Schwerpunkt Produktionsinformatik an der Berufsakademie Mosbach und ist heute als Geschäftsführer Products & Services bei MPDV verantwortlich für das Produktmanagement, die Weiterentwicklung des Produktportfolios sowie den strategischen Ausbau des Serviceangebots im Umfeld der Smart Factory.

Bild: MPDV

Thorsten Strebel, MPDV Einfach alles appifizieren!

15.11.2021

Laut einer Bitkom-Studie sehen 63 Prozent der befragten Firmen digitale Plattformen als Chance. Das bestätigt sich auch in den vorhandenen Angeboten: Alleine für die Fertigungsindustrie gibt es wohl mehr als 500 verschiedene Plattformen. Doch was zeichnet eine Plattform für die Fertigung aus? Und warum ist es sinnvoll, die Fertigungs-IT zu appifizieren?

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Es gibt viele erfolgreiche Plattformen – denken wir nur an Airbnb, Uber oder Amazon. Egal, in welche Branche man schaut, das Geschäft mit den Plattformen boomt. Warum also das Konzept nicht auf die Fertigung übertragen?

Die Plattformen, die am häufigsten in der Produktion zum Einsatz kommen, sind IoT-Plattformen, mit denen sich große Datenmengen erfassen, speichern und auswerten lassen – das war uns aber zu wenig. Der Unterschied zur Manufacturing Integration Platform (MIP) von MPDV zeigt sich nicht nur im Namen.

Die MIP integriert die vielen Systeme der Fertigung. Im Zeitalter von Industrie 4.0, in dem die Anzahl der Systeme stetig wächst, ist das überlebenswichtig. Mit der steigenden Anzahl an Systemen steigt nämlich auch die Zahl der Schnittstellen. Und genau hier setzt die MIP an. Kern der MIP ist die Virtual Production Reality (ViPR). Hier ist ein semantisches Datenmodell angesiedelt, das sowohl statische als auch dynamische Details über alle Objekte der Produktion beinhaltet. Dazu gehören Maschinen, Werkzeuge und Material genauso wie Aufträge und andere virtuelle Objekte. Alle Anwendungen der MIP greifen darauf zu und haben damit die gleiche Datenbasis und einen gemeinsamen Informationsstand. So können Sie mit der MIP die Integration vieler Systeme schaffen, ohne unzählige Schnittstellen realisieren zu müssen.

Die Kommunikation mit der MIP und dem semantischen Datenmodell erfolgt über State-of-the-Art-Methoden wie REST-basierte Webservices und topaktuelle Protokolle der Automatisierung wie MQTT. Beides wissen viele Entwickler zu schätzen. Darüber hinaus sind integrierte Security Funktionen sowie innovative Bedienoberflächen – sogenannte smart UI – entscheidend für den Erfolg unserer Plattform. Mittels Low Code können sowohl Oberflächen als auch die eigentliche Businesslogik ganz einfach modelliert werden.

Zusammengenommen machen es diese Merkmale möglich, die bislang weit verbreitete monolithische Architektur der Fertigungs-IT aufzubrechen. Anders gesagt: Die einzelnen Anwendungen einer umfangreichen Softwarelösung können als in sich abgegrenzte Apps zur Verfügung gestellt werden. Wir sprechen dann gerne von Appifizierung. Für die Anwender hat das viele Vorteile. Beispielsweise können so beliebige Funktionen miteinander kombiniert werden. Dank der MIP entsteht dabei immer eine funktionierende Lösung.

Daher haben auch wir vor einiger Zeit begonnen, all unsere Softwareprodukte zu appifizieren. Angefangen haben wir mit dem Advanced Planning and Scheduling System (APS) Fedra und im Jahr 2021 ist unser Manufacturing Execution System (MES) Hydra X dazugekommen. Unsere Anwender können sich nun aus diesem breiten Spektrum an Apps genau diejenigen aussuchen, die sie für ihr jeweiliges Anwendungsfeld brauchen. Genauso lassen sich einzelne Funktionen durch Apps anderer Anbieter ersetzen oder ergänzen.

Die Partner aus unserem MIP-Ökosystem bieten hierzu sowohl fertige Apps als auch Dienstleistungen zur Entwicklung individueller Apps an. Der oftmals angeprangerte Vendor Lock-in wird damit hinfällig, da die MIP eine Basis für mehr Flexibilität und Vielfalt bietet.

Nun könnte man meinen, dass wir uns damit einen zusätzlichen Wettbewerb schaffen. Das Gegenteil ist der Fall – wir erweitern unser Angebotsportfolio, indem wir mit unseren Marktbegleitern kooperieren und gemeinsam für mehr Flexibilität in der Smart Factory sorgen. Unser Erfolgskonzept lautet daher: Einfach alles appifizieren!

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