Roboter Digit bringt das Paket: Ford und Agility Robotics erforschen gemeinsam die autonome Auslieferung von Waren.

Bild: Tim LaBarge, Ford / Video: Ford

Autonome Warenauslieferung Ein Roboter als Postbote

29.05.2019

Immer mehr Verbraucher shoppen im Internet. Entsprechend nimmt auch der Lieferverkehr immer weiter zu. Ford arbeitet nun mit dem US-Unternehmen Agility Robotics zusammen, um den steigenden Logistikaufwand mit autonomen Services zu bewältigen.

Alleine in den USA hat die dortige Post im Jahr 2018 mehr als sechs Milliarden Pakete zugestellt, die doppelte Menge wie noch vor zehn Jahren. Um diese wachsende logistische Herausforderung künftig besser bewältigen zu können, arbeitet Ford nun mit dem US-Unternehmen Agility Robotics zusammen. Bei der Kooperation geht es um die Erforschung neuer Möglichkeiten in der Welt der autonomen Services.

Vor diesem Hintergrund die beiden Unternehmen den Einsatz von Digit. Dabei handelt es sich um einen zweibeinigen Roboter, der von Agility Robotics entwickelt und gebaut wurde. Digit ist aus leichtem Material gefertigt und geht ähnlich wie ein Mensch. Er kann Pakete mit einem Gewicht von bis zu 20 kg heben, Treppen steigen und sich auf natürliche Weise durch unebenes Gelände bewegen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren oder umzufallen.

Zusammengefaltet und einsatzbereit

Da selbstfahrende Fahrzeuge sowohl Personen als auch Güter gleichzeitig transportieren können, haben sie ein großes Potenzial, Mobilität noch effizienter und komfortabler zu gestalten. Auf einer einzigen gemeinsamen autonomen Fahrt könnten beispielsweise Menschen und Waren unabhängig voneinander jeweils zu ihrem Ziel gelangen. Empfänger von Paketen müssten zudem nicht mehr ihr Haus verlassen, um Warensendungen entgegenzunehmen.

Aufgrund seines Designs lässt sich Digit auch zusammenfalten, um problemlos im Heck eines selbstfahrenden Fahrzeugs verstaut werden zu können, bis er zum Einsatz kommt. Sobald ein selbstfahrendes Auto am Ziel ankommt, kann der Roboter ein Paket aus dem Fahrzeug entnehmen und den letzten Schritt im Lieferprozess ausführen.

Hindernisse wie Treppenstufen überwinden

„Gemeinsam mit Agility Robotics werden wir darauf hinarbeiten, selbstfahrende Fahrzeuge mit modernster Technologie auszurüsten, um etwas zu erreichen, das sich bisher als überraschend schwierig erwiesen hat: den letzten Schritt bei Lieferungen vom Auto an die Tür von Adressaten zu absolvieren“, sagt Dr. Ken Washington, Vice President, Ford Research and Advanced Engineering, and Chief Technology Officer. Denn um zur Tür eines Kunden zu gelangen, müssen oft Hindernisse überwunden werden, darunter Treppenstufen und andere Herausforderungen.

Digit wurde entwickelt, um sich aufrecht gehend fortzubewegen und solche alltäglichen Hindernisse zu überwinden, ohne Energie zu verschwenden. Damit bietet der zweibeinige Roboter gleichermaßen für Ford als Autohersteller und Agility Robotics als Technologie-Unternehmen viel Potenzial für Synergien.

Kommunikation mit dem Lieferfahrzeug

Ein selbstfahrendes Fahrzeug ist in der Lage, eine detaillierte Karte der Umgebung zu erstellen. Diese Daten könnten mit Digit geteilt werden; schließlich müssen sowohl Roboter als auch das selbstfahrende Auto wissen, wo sie sich befinden und wie sie zu einem bestimmten Ziel gelangen. Wenn ein selbstfahrendes Fahrzeug den Roboter bis zur Lieferadresse bringt, kann das Fahrzeug alle benötigten Informationen drahtlos bereitstellen, einschließlich des Wegs zur Haustür. Durch diesen Datenaustausch kann Digit mit einem Fahrzeug zusammenarbeiten, um sich zu positionieren und mit der Auslieferung zu beginnen.

Ausgestattet mit einem LiDAR-Radar und mehreren Stereokameras soll Digit selbst genügend sensorische Kraft besitzen, um durch komplexe Szenarien zu navigieren. Wenn er etwa auf ein unerwartetes Hindernis stößt, kann er ein Bild an das Fahrzeug zurücksenden und das Fahrzeug eine Lösung konfigurieren lassen. Das Auto könnte diese Informationen sogar in die Cloud senden und Hilfe von anderen Systemen anfordern, um Digit beim Navigieren zu helfen.

Das geringe Gewicht des Bots trägt außerdem dazu bei, eine lange Akku-Laufzeit zu gewährleisten. Für ein autonomes Liefer-Business, das den Großteil des Tages in Betrieb sein soll, ist dies von großer Bedeutung.

Bildergalerie

  • Die letzten Schritte bis zur Haustür sind oftmals die schwierigsten: Treppenstufen bilden etwa ein alltägliches Hindernis für Roboter.

    Bild: Tim LaBarge, Ford

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