Durch die hocheffiziente Ladesäule müssen Elektroautos nur noch einen kurzen Boxenstopp einlegen, bevor es weitergehen kann.

Bild: Unsplash, Jannes Glas

Europas leistungsstärkste Ladestation E-Autos in zehn Minuten aufladen

08.07.2020

400 kW Gleichstrom: So viel Leistung liefert die Ladestation eines spanischen Technologieunternehmens. Je nach Fahrzeugtyp muss ein E-Auto somit nur noch rund zehn Minuten anhalten, fast so kurz wie für eine Betankung mit klassischem Treibstoff. In der Ladetechnik verbaut sind die MOSFETs eines deutschen Halbleiter-Herstellers.

Das in Spanien ansässige Unternehmen Ingeteam und Infineon arbeiten zusammen, um das Laden von Elektrofahrzeugen zu beschleunigen. Der Wechselrichter Ingerev Rapid ST400 von Ingeteam mit einer Leistung von 400 kW nutzt dazu FF6MR12W1M1_B11-Module in einem EasyDual-2B-Gehäuse: Pro Ladepunkt kommen acht der CoolSiC-MOSFETs von Infineon zum Einsatz.

Ein E-Auto muss, abhängig von seiner Ladeleistung, somit nur noch für minimale zehn Minuten anhalten, um eine 80-prozentige Batterieladung zu erreichen. Dies ist vergleichbar mit der Betankung eines Autos mit Verbrennungsmotor.

Unter realen Bedingungen bewährt

Das Design des Wechselrichters aus Spanien wurde bereits 2019 unter realen Bedingungen getestet. An dem Projekt beteiligt waren neben Ingeteam und Infineon das führende Dienstleistungsunternehmen für Ladetechnologie in Spanien Ibil sowie der Multi-Energieanbieter und spanische Tankstellenbetreiber Repsol.

Die Station wurde im vergangenen Oktober in Ugaldebieta am Golf von Biskaya als Leuchtturmprojekt im Bereich der Elektromobilität in Betrieb genommen. Die Anlage an der stark frequentierten Autobahn A-8 verfügt über vier ultraschnelle Ladepunkte. Zwischen diesen wird der Strom optimal verteilt, sodass vier Fahrzeuge gleichzeitig ans Netz angeschlossen werden können. Seit Inbetriebnahme funktioniert die Technologie einwandfrei.

Technologie für effizientes Schnellladen vorhanden

„SiC ermöglicht hohe Schaltgeschwindigkeiten bei geringeren Schaltverlusten. Daraus ergeben sich kürzere Ladezeiten“, sagt Dr. Peter Wawer, Präsident der Division Industrial Power Control von Infineon. Die Ladestationen sind zusätzlich um etwa ein Drittel kleiner, da weniger Bauteile zur Kühlung benötigt werden.

„Mit seinen physikalischen Eigenschaften kann SiC einen wichtigen Beitrag zur Elektromobilität leisten“, fährt Wawer fort. „Wie verschiedene Verbraucherstudien zeigen, hängt die Akzeptanz der Elektromobilität sehr stark von der Verfügbarkeit einer effizienten Schnelllade-Infrastruktur ab. Wir haben bewiesen, dass wir die zugrundeliegende Technologie bereitstellen können.“

Bildergalerie

  • Die Ladestation von Ingeteam wurde bereits in einem Pilotprojekt am Golf von Biskaya getestet.

    Bild: Infineon

  • Pro Ladepunkt sind dabei acht FF6MR12W1M1_B11-Module von Infineon verbaut.

    Bild: Infineon

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