Einige Entscheider denken beispielsweise, dass die Technologie noch nicht marktreif sei oder ausschließlich mit DC-Ladelösungen umgesetzt werden könne. Compleo Charging Solutions räumt mit Annahmen wie diesen auf und zeigt, warum Unternehmen schon heute die Weichen für bidirektionales Laden stellen sollten.
Mythos 1: Bidirektionales Laden liegt noch in ferner Zukunft
Während DC-Technik heute verfügbar ist, schreitet die Standardisierung für bidirektionales AC-Laden schnell voran. Entscheidend wird das funktionierende Zusammenspiel von Fahrzeug, Ladeinfrastruktur, Energiemanagement und Netz. Mit dem Abschluss der Normierung und angekündigten, neuen Fahrzeugplattformen werde, so Compleo, vor allem das Jahr 2027 zum entscheidenden Meilenstein für die Marktreife von bidirektionalem Wechselstromladen. Dann werde das nahtlose Zusammenspiel aller Komponenten den breiten Einsatz bidirektionaler Anwendungen ermöglichen.
Mythos 2: „BiDi-Ready“ reicht aus
Nicht jedes als „BiDi-Ready“ beworbene Produkt sei automatisch für alle Anwendungsfälle geeignet, betont Compleo. Wer bidirektionales Laden auch als Einnahmequelle nutzen wolle, sollte auf zertifizierte und interoperable Lösungen achten. „BiDi-Ready reicht nicht. Der Status ‚BiDi-Certified‘ schafft Sicherheit, vor allem im Zusammenspiel unterschiedlicher Standards, Netzanforderungen und Schutzkonzepte. „Nur so wird echte Netzdienlichkeit mit Vehicle-to-Grid möglich“, erklärt Dr. Björn Dietrich, CEO von Compleo Charging Solutions. Gerade im AC-Bereich gebe es derzeit einen großen Unterschied zwischen vorbereiteten („Ready“) und tatsächlich zertifizierten Lösungen, die ab 2027 erwartet würden.
Mythos 3: Bidirektionales Laden wird sich mit DC durchsetzen
Für Compleo spricht vieles dafür, dass AC-basiertes bidirektionales Laden künftig den europäischen Markt prägen wird. Hintergrund sind niedrigere Kosten der Ladehardware, da wesentliche Leistungselektronik bereits im Fahrzeug vorhanden ist, sowie die zunehmende Umsetzung durch Fahrzeughersteller.
Nach aktuellen Marktanalysen werden bereits ab 2027 rund 80 Prozent der neuen Fahrzeugplattformen bidirektionales Laden unterstützen. Langfristig erwartet Compleo jedoch deutliche Marktanteilsgewinne für AC-Lösungen, die 2035 bereits 75 Prozent erreichen sollen. Sie gelten im privaten und gewerblichen Umfeld als wirtschaftlicher und leichter skalierbar.
Auf Praxiserfahrung und BiDi-Knowhow setzen
Compleo verweist dabei nicht nur auf theoretische Marktanalysen. Gemeinsam mit dem Mutterkonzern Kostal war das Unternehmen bereits an mehreren Forschungs- und Feldprojekten beteiligt, darunter BDL, Unit-e2 sowie aktuell BDLnext mit Partnern wie BMW und E.ON. Die dort gewonnenen Erkenntnisse lässt Compleo unmittelbar in die Entwicklung einer modularen, bidirektionalen AC-Plattform für private und gewerbliche Anwendungen einfließen.