Autarke Radarsensoren sichern das Wassermanagement von morgen

Digitale Pegel gegen Extremwetter

VEGA Grieshaber KG

IoT-Pegelüberwachung: Messstationen liefern Wasserstände in Echtzeit an eine zentrale Plattform, die Grenzwerte prüft und bei Niedrig- oder Hochwasser automatisch alarmiert.

Bild: iStock, Svetlanais
19.03.2026

Um auf Dürreperioden und daraus resultierendes Niedrigwasser, aber auch auf Hochwasser optimal vorbereitet zu sein, entschied sich die Abteilung für ganzheitliche Wasserpolitik der belgischen Provinz Antwerpen für eine IoT-Lösung, um die Pegelstände der Wasserläufe jederzeit und auch aus der Ferne im Blick zu haben. Eine zentrale Rolle spielen dabei die autarken Radarsensoren.

2019 beschloss die Provinz Antwerpen, ein strukturelles Messnetz für ihre Wasserläufe zu entwickeln. Viele Gründe sprachen für diesen Schritt in Richtung IoT. Insgesamt gibt es aktuell 65 IoT-Messgeräte, 45 davon sind autarke Radarsensoren Vegapuls Air 41. Die Messwerte von den einzelnen Messstationen treffen nun in Echtzeit auf einer zentralen Datenplattform ein, wo sich für jeden Wasserlauf Grenzwerte und damit automatische Alarme einstellen lassen. Bei Trockenheit kann der Betreiber somit rechtzeitig eingreifen und zum Beispiel ein Entnahmeverbot verhängen. Steigt der Wasserstand dagegen zu schnell, können frühzeitig die Zivilschutzbehörden eingeschaltet werden.

Schwierige Rahmenbedingungen

Eines der wichtigsten Kriterien für eine geeignete Mess-Lösung ist die Zuverlässigkeit der erzeugten Daten. Die Radarsensoren befinden sich vor allem an nicht befahrbaren Wasserläufen der zweiten Kategorie. Dabei handelt es sich um kleine Wasserläufe mit einer Breite bis acht Meter, die manchmal dicht bewachsen sind oder sich an schwer zugänglichen Stellen befinden. Es gibt also viele potenzielle Störungsursachen. Zudem ist es nicht immer einfach, schnell einzugreifen, wenn Probleme auftreten.

Die Vorteile von Radarsensoren

Die Technologie der Radarsensoren beweist sich hier als hervorragende Lösung. Sie misst mit einem kleinen Öffnungswinkel von knapp 8°, sodass man auch in sehr engen Wasserläufen eine genaue Messung erhält. Zudem ist sie unempfindlich gegen Reflexionen und Temperaturschwankungen. Und da es keine Blockdistanz gibt, werden auch plötzliche und drastische Anstiege des Wasserstands genau erfasst, ohne dass der Radarsensor besonders hoch installiert sein muss.

Arbeitserleichterung durch Radartechnologie

Ein weiterer Vorteil des Vegapuls Air 41 ist seine Bluetooth-Funktion. Bei Kontrollmessungen oder Einstellarbeiten muss sich das Wartungspersonal nicht mehr über den Rand einer Brücke lehnen oder mit Wathosen oder Leitern im Fluss stehen. Es genügt, in der Nähe zu stehen und sich per Smartphone einzuloggen.

Mobile Kommunikation

Für die Provinz Antwerpen musste die Lösung darüber hinaus kompakt sein. Der Knackpunkt sind hier die Batteriekapazität und damit die Größe des Batteriepacks, um die Sensoren an den abgelegenen Orten mit Strom zu versorgen. Der Radarsensor Vegapuls Air 41 nutzt LoRaWAN (Long Range Wide Area Network), eine Funktechnologie, die eine energieeffiziente und weitreichende Kommunikation für das Internet der Dinge (IoT) ermöglicht. Dadurch kommt er mit kleinen Batterien und einem kompakten Gehäuse aus – bei gleichzeitig ausreichend langer Lebensdauer. Wie lange es dauert, bis die Batterien ausgetauscht werden müssen, hängt hauptsächlich von den Zeitabständen zwischen den Messungen ab. Die Messintervalle und damit die Batterielaufzeit des Vegapuls Air 41 können je nach Anwendung angepasst werden.

die Zukunft mit präziser Messtechnik

Mit der IoT-Lösung ist die Provinz Antwerpen auf einem sehr guten Weg. Anstelle der klassischen Pegelerfassung, die komplex, aufwändig und vor allem zeitverzögert war, bietet die kabellose Lösung mit Radarsensoren vom Typ Vegapuls Air 41 entscheidende Vorteile. Sie warnen zuverlässig und rechtzeitig vor Wasser-Niedrigstand und Hochwasser, so dass Gegenmaßnahmen frühzeitig eingeleitet werden können. Das strukturelle Messnetz soll nun auf mindestens 100 Messstellen erweitert werden.

Bildergalerie

  • Alt vs. neu – Pegellatte und moderner Radarsensor Vegapuls Air 41.

    Alt vs. neu – Pegellatte und moderner Radarsensor Vegapuls Air 41.

    Bild: Vega

  • Die Wasserläufe sind manchmal dicht bewachsen, für den Radarsensor Vegapuls Air 41 dank seines kleinen Öffnungswinkels kein Problem. Und da es keine Blockdistanz gibt, erfasst er auch plötzliche und drastische Anstiege des Wasserstands präzise.

    Die Wasserläufe sind manchmal dicht bewachsen, für den Radarsensor Vegapuls Air 41 dank seines kleinen Öffnungswinkels kein Problem. Und da es keine Blockdistanz gibt, erfasst er auch plötzliche und drastische Anstiege des Wasserstands präzise.

    Bild: Vega

  • Vegapuls Air 41-Radarsensor

    Vegapuls Air 41-Radarsensor

    Bild: Vega

  • Durch den Einsatz von LoRaWAN kommen die Vegapuls Air 41-Radarsensoren mit kleinen Batterien und einem kompakten Gehäuse aus.

    Durch den Einsatz von LoRaWAN kommen die Vegapuls Air 41-Radarsensoren mit kleinen Batterien und einem kompakten Gehäuse aus.

    Bild: Vega

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