Das Sehen zu kopieren klingt vielversprechend, doch es gilt noch einige Hürden zu überwinden.

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Kommentar zur Bildverarbeitung von Michael Steinicke, Baumer „Die Augen der Produktion“

20.11.2019

Keine aktuelle Sensortechnologie ist so spannend, wie die der Vision Sensoren und Smart Cameras, in denen das Potential der Bildverarbeitung von Morgen steckt.

Wir Menschen lieben das Nachahmen. Nachahmen der Natur, Nachahmen der Mitmenschen und als Ingenieure machen wir bei der Nachahmung nicht einmal vor dem eigenen Körper halt. Das Sehen als menschliche „Bildverarbeitung“ ist unser stärkster „Sensor“. Das Gehirn regelt dabei die Lagenachführung, Abstände schätzen wir ohne Kantensuche und eine Farbe muss nicht eingelernt werden.

Das Sehen zu kopieren klingt vielversprechend und Begriffe wie „sehende Maschine“ sind an der Tagesordnung. Wäre da nicht die Hürde der „klassischen“ Bildverarbeitung: alle Elemente der Hard- und Software zusammenzustellen, eine Applikation zu programmieren, das Know-how dafür vorzuhalten, internationalen Support zu gewährleisten und dann auch noch den Kostenrahmen einzuhalten. Ein Vision Sensor oder eine Smart Camera kann helfen, diese Hürden zu nehmen.

Vision Sensor oder Smart Camera?

Definition und Sprachgebrauch von Vision Sensor und Smart Camera sind uneinheitlich, auch wenn beide mit einer integrierten Bildverarbeitung Ergebnisse für Applikationen liefern. Häufig werden Smart Cameras mit Programmierbarkeit oder höherer Komplexität in Verbindung gebracht.

Baumer unterstreicht mit „Vision Sensor“ die anerkannt einfache Parametrierbarkeit bei umfassender Funktionalität von VeriSens, um Bildverarbeitung für „Jedermann“ nutzbar zu machen.

Weniger ist mehr

Vision Sensoren und Smart Cameras packen die Bildverarbeitung in beherrschbare, überschaubare Geräte, die bereits alles – häufig auch Optik und Beleuchtung – an Board haben und direkte Anschlussmöglichkeiten bieten. Damit lassen sich „überall“ in der Produktion lokale Bildverarbeitungsaufgaben lösen und Ergebnisse werden direkt zur SPS geschickt. Der Bildverarbeitungs-PC mit Platz- und Energiebedarf, Gewicht, Kosten und Wartungsaufwand entfällt. Ein dickes Plus.

Wird sehend gearbeitet, bietet schon ein einziges Bild die Basis für zahlreiche Auswertungen. Intelligente Software benötigt keine mechanische Ausrichtung der Objekte und ist darüber hinaus leicht anpassbar. Zwei weitere Pluspunkte für eingesparte Objektausrichtung und hohe Flexibilität.

Gibt es auch Herausforderungen?

Natürlich! Zuerst einmal gibt es noch immer relativ wenige Bildverarbeitungsexperten in Unternehmen. Auch wenn die Geräte die Technologie-Einstiegshürde verringern, ist am Ende Prozessstabilität auf Dauer gefragt. Was passiert in der Nachtschicht oder weit weg im Ausland?

Und nicht zuletzt muss sich das ganze rechnen, was nur über Mehrwerte gegenüber Sensoren geht. Das können spezielle Merkmalsprüfungen sein, eine lageunabhängige Prüfung, mehrere eingesparte Sensoren oder der Wunsch nach Visualisierung und Bilderspeicherung.

Das Potential für Morgen

Trotz dieser Herausforderungen: Smart Cameras und Vision Sensoren wie VeriSens bieten eine Flexibilität, die an die Vielfältigkeit eines Schweizer Taschenmessers erinnert. Sie können zählen, Maße kontrollieren, Anwesenheit prüfen und Konturen von Gussteilen genau so exakt anschauen, wie alle denkbaren Arten von Beschriftung und Codierung. Dazu sind sie höchst kommunikativ mit einer Vielzahl von Schnittstellen und bezüglich Vision Sensoren sogar noch einfach zu parametrieren.

Für mich ist deswegen keine aktuelle Sensortechnologie spannender. Sie ist die Zukunft in unseren Maschinen, wie auch immer diese einmal aussehen wird. Vielleicht werden sie damit sogar das Rennen gegen die konventionelle Bildverarbeitung für sich entscheiden.

Bildergalerie

  • Michael Steinicke, Baumer, über die Sensortechnologie in Vision Sensoren und Smart Cameras.

    Bild: Baumer

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