Der Rotterdamer Hafen wird mit IoT-Technologie neu organisiert.

Bild: Pixabay

Intelligentes und vernetztes Port-Management Der Hafen von Rotterdam nutzt IoT-Technologien aus der Cloud

05.02.2018

Der Hafen von Rotterdam organisiert seine Betriebsabläufe neu. Er nutzt dafür IoT-Technologien aus der IBM Cloud. Die Initiative soll es dem 42 Kilometer langen Hafen ermöglichen, vernetzte und später auch autonom fahrende Schiffe effizienter abzufertigen.

Sponsored Content

Europas größter Hafen löscht jährlich über 461 Millionen Tonnen Frachtgut, das auf über 140.000 Schiffen den Rotterdamer Hafen erreicht. Der Einsatz smarter IoT-Technologien von IBM soll zukünftig dabei helfen, die Abfertigung und die damit verbundenen Prozesse effizienter zu gestalten sowie die auf den Schiffen bereits vorhandenen Kommunikations-Technologien und Sensoren besser zu nutzen. Dies soll vor allem zu einer Verkürzung der kostspieligen Liegezeiten – eine Stunde schlägt mit bis zu 80.000 Dollar zu Buche – und damit zu einer besseren Nutzung der vorhandenen Hafenkapazitäten führen. Dafür wird von IBM unter anderem eine zentrale Dashboard-Anwendung entwickelt, die in Echtzeit Wasser-, Wetter- und Kommunikationsdaten sammelt und auswertet.

„Intelligentester Hafen der Welt“

„Wir haben in Rotterdam entsprechende Maßnahmen eingeleitet, um zum intelligentesten Hafen der Welt zu werden“, so Paul Smits, Chief Innovation Officer vom Hafenbetrieb Rotterdam. „Schnelle und effiziente Abläufe sind für unser Geschäft unerlässlich und erfordern, dass wir alle uns zur Verfügung stehenden Daten nutzen. Dank Echtzeitinformationen über Infrastruktur, Wasser, Luft und viele andere Bereiche können wir den Service für alle, die den Hafen nutzen, erheblich verbessern und uns auf die Umstellung auf einen vernetzten, autonomen Schiffsverkehr vorbereiten.“

Als größter Hafen Europas verzeichnet der Hafen Rotterdam, in dem jährlich 140.000 Schiffe abgefertigt werden, einen Güterumschlag von 461 Million Tonnen pro Jahr. Bislang nutzte man im Hafen die herkömmliche Funk- und Radarkommunikation zwischen Kapitänen, Piloten, Terminal-Betreibern und Schleppern, um den Hafenbetrieb zu koordinieren. Im Zuge der eingeleiteten digitalen Transformation des Hafens werden nun auf dem 42 km langen Hafengelände von der Stadt Rotterdam bis zur Nordsee Sensoren entlang der Kaimauern, Anlegestellen und Straßen auf dem Hafengelände installiert. Diese Sensoren erfassen diverse Datenströme, einschließlich Wasser- und Wetterdaten über Gezeiten und Strömungen, Temperatur, Windgeschwindigkeit und -richtung, Wasserstände, Liegeplatzverfügbarkeit und Sichtverhältnisse.

Den optimalen Wasserstand abpassen

Diese Daten werden von den cloudbasierten IoT-Technologien von IBM analysiert und in Informationen umgewandelt, die der Hafen Rotterdam als Entscheidungsgrundlage heranziehen kann. Damit will der Hafenbetrieb Wartezeiten verkürzen, den optimalen Zeitpunkt für das Anlegen und Be- und Entladen von Schiffen bestimmen sowie den verfügbaren Platz besser nutzen und die Kapazität zur Abfertigung der Schiffe erhöhen.
Durch die neue Initiative können die Hafenbetreiber außerdem sämtliche Vorgänge im Hafen synchron verfolgen und Prozesse auf diese Weise effizienter gestalten. Die Reedereien und der Hafen sind in der Lage, die Verweildauer der Schiffe im Hafen damit um bis zu einer Stunde zu verkürzen und dadurch bis zu 80.000 US-Dollar einsparen. Dadurch kann der Hafenbetrieb Rotterdam zum Beispiel anhand des Wasserstandes den optimalen Zeitpunkt für die Ein- oder Ausfahrt von Schiffen ermitteln, um unter Ausnutzung des beim Einlauf möglichen Tiefgangs das maximale Frachtvolumen zu erreichen.

Das Projekt zur digitalen Transformation des Hafens wird durch die cloudbasierten IoT-Technologien von IBM ermöglicht. Es ist auf eine langfristige Zusammenarbeit zwischen dem Hafenbetrieb Rotterdam und IBM ausgelegt, um weitere Anwendungsbereiche für IoT und künstliche Intelligenz abzudecken. Auch die Netzwerkspezialisten von Cisco sowie die IT- und Digitalisierungsexperten des IT-Dienstleisters und Softwareherstellers Axians sind am Projekt beteiligt.

Verwandte Artikel