Generative KI für Engineering, Fertigung und Betrieb

Autodesk macht aus dem KI-Assistenten einen Projekt-Orchestrator

Die nächste Generation von Autodesk Assistant soll Aufgaben über Produkte, Projekte und Fachdisziplinen hinweg koordinieren und den passenden Projektkontext mit geeigneten Autodesk-Funktionen zusammenbringen.

Bild: Autodesk
15.09.2026

Auf der Autodesk University 2026 zeigt Autodesk eine neue Generation des Assistant. Die agentenbasierte KI soll nicht mehr nur Fragen beantworten, sondern Geometrien, Abhängigkeiten und Projektverläufe verstehen. So will der Softwarekonzern Aufgaben von der Planung über die Fertigung bis zur Instandhaltung koordinieren – und digitale Zwillinge, Simulation und Betriebsdaten zu einem durchgängigen Arbeitsprozess verbinden.

Generative KI ist in vielen Unternehmen noch vor allem ein Chatfenster: Nutzer stellen Fragen, das System liefert Text. Autodesk will diesen Ansatz für Architektur, Bau, Produktentwicklung, Fertigung und Betrieb deutlich weiter fassen. Auf der Autodesk University 2026 stellt das Unternehmen die nächste Generation von Autodesk Assistant als eigenständige, agentenbasierte Arbeitsumgebung vor.

Versteht nicht nur Sprache, sondern auch Geometrie

Nutzerinnen und Nutzer sollen mit einem Ziel starten können, statt zuerst das passende Autodesk-Produkt, den richtigen Befehl oder die richtige Funktion kennen zu müssen. Assistant zieht anschließend Projektinformationen heran, schlägt nächste Schritte vor und bringt passende Autodesk-Funktionen in den Arbeitsablauf ein. Den technischen Kern beschreibt Autodesk als Project Intelligence: Das System arbeitet nicht nur mit Sprache, sondern auch mit Geometrie, Konstruktionsabsicht, Projektverlauf, Abhängigkeiten und Beziehungen zwischen Objekten. Ein AI Orchestrator soll je nach Aufgabe entscheiden, welches Modell am besten geeignet ist – abhängig von Genauigkeit, Geschwindigkeit, Sicherheit und Kosten.

Die nächste Generation von Autodesk Assistant bringe „Project Intelligence dorthin, wo sie gebraucht wird, um mehr Kapazität freizusetzen“, sagt Andrew Anagnost, President und CEO von Autodesk.

Von der Gebäudeplanung bis Engineering

In einer Live-Demo zeigt Autodesk, wie Assistant Arbeit über Produkte und Projektphasen hinweg unterstützen soll. Ausgangspunkt ist eine Entwurfsänderung in einem Wohnbauprojekt: Eine Außenwand soll verschoben werden, um zusätzliche Fläche zu schaffen. Assistant macht sichtbar, welche Auswirkungen diese Änderung auf Terminplan, Entwurf und nachgelagerte Arbeitsschritte haben kann. Der relevante Projektkontext bleibt dabei über die Übergaben hinweg erhalten: vom Projektmanagement zur Architektur und weiter in die Konstruktion. So kann der Architekt angepasste Wohnungsgrundrisse ableiten und über Assistant Builder einen wiederholbaren Ablauf für eine Lamellenfassade anstoßen. Der Konstruktionsingenieur nutzt anschließend dieselbe Informationsbasis, um in Autodesk Fusion eine fertigungsgerechte Konfiguration für passende Halterungselemente der Fassade zu erzeugen.

„Projektteams arbeiten nicht in einem einzigen Tool oder nur in einem einzelnen Projektabschnitt. Die nächste Generation von Autodesk Assistant spiegelt genau das wider“, sagt Marius Jablonskis, Digital Transformation Leader beim nordischen Ingenieur- und Architekturberatungsunternehmen Norconsult. Der Nutzen liege darin, den richtigen Projektkontext direkt in den Arbeitsablauf zu bringen, damit Teams schneller erkennen, was Aufmerksamkeit erfordert, und einfacher handeln können.

Neue KI-Funktionen in Fusion, Inventor und Vault

Für die industrielle Produktentwicklung kündigt Autodesk weitere KI-Funktionen in Fusion, Inventor und Vault an. AutoTimeline soll importierte Geometrie in editierbare, parametrische Bauteile überführen, AutoAssemble soll Bauteile intelligenter zu Baugruppen zusammenbringen. System Modeler unterstützt die Automatisierung von Maschinen-Setup, Werkzeugwegen und Produktionsvorbereitung. Eine agentische PLM-Erfahrung soll darüber hinaus Produktdaten und Anforderungen verbinden, vorhandene Arbeit wiederverwendbar machen und Aufgaben über Teams hinweg koordinieren. Inventor wird zudem zum ersten Fusion Connected Client, um Desktop-Engineering stärker mit cloudbasierten Daten und Prozessen in Fusion zu verbinden.

Betrieb und Wartung gehen Hand in Hand

Auch im Betrieb physischer Anlagen will Autodesk den Kontext aus Planung, Konstruktion und Fertigung stärker nutzbar machen. Tandem wird als Operations-Plattform für digitale Zwillinge ausgebaut und mit Forma, FlexSim und MaintainX verbunden. So können BIM- und Fertigungsdaten in den Betrieb überführt, Prozesse simuliert und Wartungsabläufe angestoßen werden, wenn ein Asset außerhalb seines normalen Betriebsbereichs liegt. Damit erweitert Autodesk den Lebenszyklus von Design und Fertigung stärker in Richtung Betrieb: Erkenntnisse aus realen Anlagen können Wartung unterstützen und künftige Design- und Engineering-Entscheidungen verbessern.

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  • Project Intelligence kombiniert Projektdaten, Entscheidungen, Erfahrungswissen und technischen Kontext, damit KI nicht nur Informationen verarbeitet, sondern Zusammenhänge im Projekt besser verstehen kann.

    Project Intelligence kombiniert Projektdaten, Entscheidungen, Erfahrungswissen und technischen Kontext, damit KI nicht nur Informationen verarbeitet, sondern Zusammenhänge im Projekt besser verstehen kann.

    Bild: Autodesk

  • Autodesk verbindet digitale Zwillinge, Simulation und Instandhaltung, damit Betriebsdaten aus realen Anlagen in Planung, Optimierung und Wartung zurückfließen können.

    Autodesk verbindet digitale Zwillinge, Simulation und Instandhaltung, damit Betriebsdaten aus realen Anlagen in Planung, Optimierung und Wartung zurückfließen können.

    Bild: Autodesk

  • : In einem Beispiel aus der Gebäudeplanung setzt Autodesk Assistant eine Projektänderung um, bewertet Auswirkungen auf die Terminplanung und unterstützt die Erstellung angepasster Wohnungsgrundrisse.

    : In einem Beispiel aus der Gebäudeplanung setzt Autodesk Assistant eine Projektänderung um, bewertet Auswirkungen auf die Terminplanung und unterstützt die Erstellung angepasster Wohnungsgrundrisse.

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